Das in Schwarz gehaltene Bühnenbild sorgte für eine gedrückte Stimmung, Foto: Trommer Foto: Schwarzwälder Bote

Theateraufführung: Gemeinschaftsschüler thematisieren Schicksal in Theresienstadt

Jettingen. Die Theatergruppe der Gemeinschaftsschule Jettingen führte an zwei Abenden das Stück "Irgendwo im Nirgendwo" auf. Thematisiert wurde das Schicksal der Menschen, die in das Getto Theresienstadt deportiert wurden.

Die rund 30 Schüler, die das eindrucksvolle Theaterstück auf die Bühne brachten, sind in der Klassenstufe sieben bis neun. Schulleiter Dominic Brucker zeigte sich begeistert von der Aufführung und mit welcher Ernsthaftigkeit und Intensität die Schüler das schwierige Thema darstellten. Ausgewählt wurde dies, da sich die Verantwortlichen der Gemeinschaftsschule für eine friedliche und offene Gesellschaft einsetzen wollen. Den Stimmen, die viel zu früh verstummt sind, soll eine Stimme gegeben werden.

Die Aufführung fand in der neuen Mensa statt, die mit einer Bühne und entsprechender Technik ausgestattet ist. Bruckner bedankte sich dafür bei der Gemeinde.

Es wurden sehr viele außergewöhnliche Stilmittel eingesetzt, um die passenden Stimmungen entstehen zu lassen. So fand ein großer Teil des Abends bei Schwarzlicht statt.

Es ist eine Tatsache, dass sehr viele Menschen in Deutschland sich an der Durchführung all der Transporte, Enteignung und Vernichtung von unzähligen Juden beteiligt haben – dennoch sind viele in der Anonymität verschwunden. Die Wannsee-Konferenz hat im Jahr 1942 stattgefunden. Dort wurde die Deportation der gesamten jüdischen Bevölkerung Europas zur Vernichtung in den Osten beschlossen. Offiziell wurde das Lager als Erholungsheim oder "Altersghetto" deklariert.

Auf der Bühne waren zur Darstellung dieser Situation komplett schwarz verhüllte Gestalten zu sehen, deren Gesichter von weißen Masken bedeckt waren und die weiße Handschuhe trugen. Die Beschlüsse wurden verkündet und die schwarzen Gestalten drehten sich kurz um, nur um ihr Einverständnis kundzutun. Dann wurden sie wieder unsichtbar. Sichtbar waren dagegen die gelben Sterne, die von Juden viele Jahre getragen werden mussten. Auch die Sterne am Himmel, die für die Sehnsucht nach der Familie und der Heimat stehen konnten, waren im Fokus.

Gezeigt wurde zu Beginn die heile Welt in Theresienstadt, als Festung im 18. Jahrhundert erbaut und nach Kaiserin Maria Theresia benannt. Doch schnell zieht das Unglück auf, die Familie muss sich trennen, der halbwüchsige Thomas wird nach Schweden geschickt, nur schwer kann sich seine Schwester Aninka von ihm trennen.

Die Zeit wurde in dem Theaterstück "Irgendwo im Nirgendwo" laufend thematisiert, so tickte es oft laut und die Begriffe Sekunde, Stunde, Tage und Jahre betonten den Schrecken, den so viele Menschen erleiden mussten: Trennung von der Famile, Verlust der Heimat, von Hab und Gut und schließlich meist des Lebens.

Tatsächlich wurde im Lager Theresienstadt die Kinderoper "Brundibar" 66-mal aufgeführt, viele Kinder wurden kurz darauf abtransportiert. Immer wieder bezieht sich das Theaterstück in Jettingen auf diese Oper, die den Kindern im Lager ein Stück Normalität und Lebensfreude geben konnte. Daher passt es doch, so junge Menschen ein so ernstes Theaterstück spielen zu lassen: denn es geht um Leute ihres Alters, die ihr schlimmes Schicksal erleben mussten.

Brucker bedankte sich bei Christian Weßberg, Alena Wolf, Lena Kutschke, Bianca Lehmann und Petra Reschke, die das Team unterstützt haben. Lehrerin Tabea Münkel, hatte die poetischen Texte verfasst hat. Der Förderverein bewirtete in der Pause.

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