Der Containerbau am Wertstoffhof ist bald Geschichte . Dort entsteht ein sozialer Wohnungsbau.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Zuschuss lässt Jettinger Gremium umdenken / Für Obdachlose gibt es dennoch Platz

Jettingen. In der Schulstraße 36/1 wird die sehr in die Jahre gekommene Obdachlosenunterkunft gegen einen zeitgemäßen Neubau ausgetauscht. Das Thema beschäftigte erneut den Gemeinderat. Ingenieur Dieter Brösamle stand für Fragen zur Verfügung.

Der Containerbau am Wertstoffhof ist bald passé. Dafür sollte ein Neubau mit sechs kleinen Appartements auf dem Grundstück errichtet werden. Das Ziel war ursprünglich die Schaffung von Obdachlosenunterkünften – doch dafür gibt es keine Fördergelder. Also packt Jettingen das Projekt aus einer anderen Richtung an und erstellt das Gebäude als sozialen Mietwohnungsbau. Denn dieser wird stark gefördert. Verpflichtet sich Jettingen, für die nächsten 30 Jahre eine reduzierte Miete anzubieten, die 40 Prozent unter den ortsüblichen Preisen liegt, winkt ein Zuschuss von rund 400 000 Euro. Die Kaltmiete beträgt dann etwa 5,50 bis sechs Euro pro Quadratmeter.

Der energetische Standard müsste durch diese Änderung auf KfW 55 erhöht werden, und es wäre eine anteilige Ausweisung von Stellplätzen erforderlich. Da das Grundstück der Gemeinde recht groß ist, stellt das aber kein Problem dar. Die Vermietung dürfte nur an Personen mit einem Wohnberechtigungsschein erfolgen, wie auch in der Herrenberger Straße 26. Einen solchen kann ein Haushalt mit zwei Kindern bis zu einem jährlichen Haushaltseinkommen von 51 850 Euro erhalten.

Rechnet man den Mehraufwand für die Anforderungen an sozialen Wohnungsbau und den Zuschuss gegen, kommt Jettingen mit dem sozialen Wohnungsbau immer noch günstiger weg – und das bei besserem energetischem Standard. Je nachdem, ob für Abstellräume unterkellert wird oder nicht, beträgt der Eigenanteil 321 000 beziehungsweise 416 000 Euro. Das sind 124 000 beziehungsweise 219 000 Euro weniger als bei einem Bau als Obdachlosenunterkunft. Die Abstellräume waren nicht eingeplant, erscheinen bei sozialem Wohnungsbau jedoch sinnvoll, da die Bewohner voraussichtlich länger in dem Gebäude leben werden. Zudem könnte der bisherige Technikraum dann als Wohnraum genutzt werden.

Für Obdachlose wäre in Jettingen dennoch gesorgt: Zur Unterbringung stünden ältere Wohngebäude in der Gemeinde zur Verfügung. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass diese dann in der Gemeinde verteilt wären. Ein weiterer Punkt: Bezahlbarer Wohnraum ist ein wichtiges Thema, der Bedarf in Jettingen groß. Außerdem könnte ein breiteres Angebot in Sachen Wohnungsgrößen geschaffen werden.

Das Gremium war sich einig, das neue Konzept mit Unterkellerung gefiel. Bau- und Zuschussantrag können damit gestellt werden. Bei den Wohnungsgrößen gibt es eine kleine Änderung: Anstatt dreier kleiner Apartments mit rund 25 Quadratmetern werden vier an der Zahl geschaffen. Dazu kommen zwei Apartments mit etwa 40 Quadratmetern und eines mit 50 Quadratmetern.

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