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Jettingen Prächtige Naturlandschaft auf der Herrenplatte

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Tobias und Michael Ehrsam, Jürgen Maser, Kathrin Schratt, Praktikantin beim Landschaftserhaltungsverband (stehend von links), Bürgermeister Hans Michael Burkhardt, Moritz Mayer vom Landschaftserhaltungsverband und Revierförster Ulrich Alber. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Jettingen. Eine "prächtige Naturlandschaft", wie es Bürgermeister Hans Michael Burkhardt ausdrückt, erstreckt sich auf der Herrenplatte in Oberjettingen. Die Ausgleichsmaßnahme für die Nordumfahrung ist ausgesprochen gut gediehen.

2007 entwickelte ein Fachplanungsbüro eine Ausgleichskonzeption für die etwa zehn Hektar große Fläche, die in Richtung Sulz gelegen ist. Damals war das Gebiet geprägt von überwiegend nicht mehr genutzten Christbaumkulturen, zu dicht stehenden Nadelholzerstaufforstungen im Stangenholzalter und intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen dazwischen, wie Revierförster Ulrich Alber erklärt. Alle Flächen waren damals noch in privater Hand. "Was hier geleistet wurde, ist aller Ehren wert", findet Alber. Die Gemeinde erwarb die Flächen, die Christbaumkulturen wurden entfernt und diese Bereiche in Weideflächen überführt. Heute sind hier zur Hälfte Wiesen und zur Hälfte Wald zu sehen. Der Wald ist zum Teil ein Waldrefugium, zum Teil wird er extensiv bewirtschaftet mit dem Ziel, einen Kalk-Buchen-Wald zu entwickeln, zum Teil handelt es sich um "lichten Wald". Für letzteren wurden die Nadelholzbestände stark aufgelichtet, wie Alber berichtet.

Es folgte die Einführung einer Beweidung auf Wiesen- und Waldflächen. Die Grünlandnutzung wurde durch eine späte Mahd extensiviert, das Ackerland in Grünland überführt. Vorwiegend regionale Dienstleister sollten an dem Projekt beteiligt werden.

2012 begann die Beweidung mit einem Altensteiger Betrieb. Seit letztem Jahr kümmert sich hierum Familie Ehrsam aus Emmingen mit ihren Merinoschafen. In kleinen Teilabschnitten werden die Tiere auf der Fläche eingesetzt. Etwa 35 von ihnen weiden aktuell auf dem Gelände.

Eine "unkomplizierte Form der Landschaftspflege ohne Maschineneinsatz", findet Ulrich Alber. Und "zugleich eine naturverträgliche Form der Landnutzung". Ein Nebeneffekt ist die Produktion von Fleisch und Wolle aus Biohaltung, auch wenn die Marktlage bei der Wolle eher bedauerlich sei. Auf einer kleinen Teilfläche findet inzwischen auch eine Imkereinutzung statt – ganz ohne den Einsatz von Bioziden und nur in Ausnahmefällen und nach Absprache mit Düngung, wie Alber erzählt.

Bei der Fläche, die der Revierförster als "Jettinger Schafweide" bezeichnet, spielt nur die Förderung der Biodiversität eine Rolle. Erwerbswirtschaftliche Ziele sind außen vor. Da es sich um eine forstliche Betriebsfläche der Gemeinde handelt, ist das Amt für Forsten beim Landratsamt fachlich zuständig.

Es ist Jettingens "größtes, zusammenhängendes Naturschutzprojekt", so Burkhardt. "Und wir können einen tollen Erfolg vorweisen." Die Artenvielfalt habe sich entwickelt und man sei auf einem guten Weg, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Alber selbst hat erst vor wenigen Tagen in dem Gebiet zum ersten Mal seit 1998 ein Rebhuhn gesehen. Es blühe zunehmend bunter und vielfältiger, Feldhasen sind hier unterwegs und die Kleine Rote Waldameise breitet sich aus. "Man sieht das hohe Potenzial der Wiese deutlich", findet Moritz Mayer vom Landschaftserhaltungsverband. Jürgen Maser von der Unteren Naturschutzbehörde würde sich zusätzlich Biotopverbundlinien wünschen, beispielsweise Blühstreifen.

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