Zur Kooperation mit dem Franziska-von-Hohenheim-Stift gehört es auch, sich in die Senioren hineinversetzen zu können. Ein Alterungsanzug hilft dabei Foto: Schule Foto: Schwarzwälder Bote

Sozialpraktikum: Intensive Zusammenarbeit mit Seniorenheim

Jettingen. Das Schulmotto der Gemeinschaftsschule Jettingen lautet "Nicht nur Schule, sondern auch Gemeinschaft". Dass sich dies aber nicht nur auf die Schulgemeinschaft beschränken muss, zeigt sich durch das Sozialpraktikum der Klassenstufe 7, welches in neuer Form nun bereits zum zweiten Mal stattfindet.

Bereits seit über zehn Jahren absolvieren Siebtklässler der GMS Jettingen ein Sozialpraktikum unter der Leitung der Religionslehrerin Doris Mauch. Mit dem Franziska-von-Hohenheim-Stift in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule gibt es einen verlässlichen Kooperationspartner. Und so kamen die Schüler in wechselnden Kleingruppen in das Seniorenheim, lasen vor, servierten Kaffee und Kuchen, spielten Theaterstücke, gingen mit den Heimbewohnern spazieren oder führten einfach nur Gespräche.

Diese klassische Form des Sozialpraktikums gibt es weiterhin, jedoch nun mit einer fixen Schülergruppe und mit einer deutlich intensiveren Kooperation wie bisher. Denn bereits seit dem vergangenen Schuljahr gibt es zwei weitere Möglichkeiten, wie die Schüler der GMS ihr Sozialpraktikum absolvieren können.

Besonderer Beliebtheit kommt dabei der Variante "Tu was!" zu. Dabei verbringen die Gemeinschaftschüler jeden Mittwochnachmittag zwischen 90 und 120 Minuten in einer sozialen Einrichtung im Umfeld der Schule oder auch als Mentoren in einer der zahlreichen AGs der Jettinger Schule. "Neben Kindergärten sind es vor allem die Grundschulbetreuungen in Jettingen oder auch Mötzingen sowie Seniorenheime, in denen unsere Siebtklässler mitarbeiten und unterstützen, eigene kleine Projekte durchführen und eben vor allem Verantwortung übernehmen", erklärt Schulleiter Dominic Brucker, der die Praktikumsvariante initiierte und in diesem Schuljahr in die Hände von Lehrerin Ciara Hanson übergab.

Erste Schritte der Berufsorientierung

Hanson, Fachlehrerin für Alltagskultur-Ernährung-Soziales ergänzt: "Das Sozialpraktikum stellt für die Schülerinnen und Schüler die ersten Schritte im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung dar. Denn sie müssen sich schriftlich um einen Praktikumsplatz bewerben, sich teilweise sogar im Bewerbungsgespräch beweisen, doch dies alles im geschützten Raum. Denn im geschützten Raum sind Fehler ausdrücklich erwünscht, um aus ihnen zu lernen." So sammeln die Jettinger Gemeinschaftsschülerwichtige Erfahrungen für spätere Praktika oder auch für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz.

Im Bewusstsein, dass sich manche Jugendliche auch schwer tun, sich auf Berufsfelder aus dem sozialen Bereich einzulassen oder gar in diesem mitzuwirken, gibt es auch die "Sozial Akademie". Schüler erkunden dabei mit einer KooBO-Beauftragten soziale Berufsfelder, aber eben auch Berufe, die auf den ersten Blick der Jugendlichen gar nicht in diesen Bereich passen wollen, wie als Laborant im Krankenhaus. KooBo steht für "Kooperative Berufsorientierung" und ist ein Projekt des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport, welches an ausgewählten Schulen umgesetzt wird.

Die Gemeinschaftsschule Jettingen wäre jedoch nicht als einzige Schule des Landkreises eine von deutschlandweit 41 ausgezeichneten SmartSchools, wenn es ihr nicht gelingen würde, das Sozialpraktikum um eine "digitale Komponente" zu erweitern. Unter Leitung des Lehrers Ralph Klein und in Kooperation mit dem Landesmedienzentrum Baden-Württemberg werden in diesem Schuljahr erstmals Medienmentoren an Jettingens weiterführender Schule ausgebildet.

Das Schüler-Medienmentoren-Programm (SMEP) bietet Schülern die Möglichkeit, sich aktiv an ihrer Schule einzusetzen und ihr technisches Know-how sowie Wissen über die Medienwelt mit anderen zu teilen. Die Jugendlichen lernen dabei nicht nur technische Geräte richtig zu beherrschen, sondern auch die Wirkung von Medien zu verstehen. Wichtig ist dabei aber auch die soziale Kompetenz, denn im Anschluss an die mehrwöchige Ausbildung, welche ergänzend zum regulären Unterricht stattfindet, werden die Jettinger Medienmentoren eigene Projekte initiieren und im Rahmen des schulischen Mediencurriculums Lehrkräfte unterstützen. "Gleich 17 Bewerbungen um diese Praktikumsvariante gingen bei mir ein", erklärt Klein.

Einen persönlichen Eindruck davon können sich Viertklässler der umliegenden Grundschulen am 7. und 8. November machen. Dann finden am Vormittag die Schnuppertage statt. Die GMS Jettingen bittet um telefonische Voranmeldung. Für Eltern gibt es dann zum Jahresbeginn 2020 gleich drei Termine, um einen bestmöglichen Einblicke zu erhalten: Am 9. Januar findet ab 19 Uhr ein Elternworkshop statt, am 17. Januar heißt es vormittags "Gläserne Schule" mit der Möglichkeit im Unterricht zu hospitieren, ehe dann am 8. Februar der Tag der offenen Tür stattfindet.

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