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Jettingen Jettingen erstellt Neubau für Obdachlose

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Die Unterkunft für Obdachlose in der Schulstraße ist in die Jahre gekommen.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Jettingen. Nach mehr als 30 Jahren ist die Obdachlosenunterkunft in der Schulstraße 36/1 stark abgewohnt. Nun wird es Zeit für einen Neubau. Die Pläne hierzu stellten Dieter Brösamle, Christoph Brösamle und Anna Wöllhaf am Dienstag im Jettinger Gemeinderat vor.

"Die Notwendigkeit ist da", stellte Dieter Brösamle zu Beginn seiner Ausführungen fest. Und der Platz ist mit mehr als 80 Ar, die der Gemeinde gehören, ebenfalls "sehr üppig". Deswegen sollen die bestehenden Container abgebaut und ein Neubau erstellt werden. Die derzeit dort untergebrachten Personen werden während der Bauphase im ehemaligen Café Niethammer unterkommen, erklärte Bürgermeister Hans Michael Burkhardt.

Entstehen wird ein "normaler Geschosswohnungsbau" mit der Option auf einen Keller, so Brösamle. Dieser wird wie der aktuelle Bau mit etwa zweieinhalb Metern relativ nah am Nachbargebäude liegen. Eine feuerhemmende Wand sorgt dafür, dass die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. Die Erschließung sei bereits gegeben. Es sei nicht wie das Bauen auf der grünen Wiese, es gebe überall Einschränkungen, aber es sei dennoch ein Entwurf gelungen.

Anna Wöllhaf schloss sich mit Details an. Der Neubau werde direkt auf der Baugrenze platziert. Zum Wertstoffhof wird ein Abstand von etwa drei Metern eingehalten, um Platz für einen Zugang für die Feuerwehr zu haben. Eine deutliche Verbesserung zu dem derzeitigen halben Meter, stellte Bürgermeister Burkhardt fest. Auch wird das neue Gebäude nicht mehr über einen dunklen Innengang erschlossen, so der Rathauschef, sondern über Außenzugänge. Das sorge für mehr Privatsphäre.

Eine weitere Verbesserung ist bei den Küchen und Sanitäranlagen vorgesehen. Bislang nutzten alle Bewohner hierfür Gemeinschaftsräume, was "nicht mehr zeitgemäß" war, befand Burkhardt.

Wie Wöllhaf erklärte, erhalte im Neubau jedes Apartment eine eigene Küchenzeile sowie Sanitäranlagen. Das reduziere das Konfliktpotenzial. Im Erdgeschoss sind vier gleiche Apartments mit je knapp 25 Quadratmetern geplant. Dazu kommen ein Technikraum und eine Waschküche, damit feuchte Kleidung nicht in den Wohnungen getrocknet wird und der Bausubstanz schadet.

Im Obergeschoss wird es neben Apartments wie im Erdgeschoss ein größeres geben, das für vier bis fünf Personen ausgelegt sein wird. Daraus ergibt sich Platz für zehn bis 17 Personen. Vorher waren es zwölf bis 24 Personen, allerdings gab es nur Räume für maximal zwei Personen.

Mit der neuen Konzeption, so Wöllhaf, lasse sich ein vielfältigerer Bedarf abdecken und auch mal eine Familie unterbringen. Der Schwerpunkt liege zwar auf der Unterbringung von ein bis zwei Personen gemeinsam, meinte Burkhardt, allerdings sei es wichtig, "ein Stück weit flexibel" zu sein.

Christoph Brösamle ging näher auf die Baukonstruktion ein. Für die Vorderseite schlug er Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise vor, die man "gut und präzise" vorfertigen könne. Darauf lasse sich "einfach eine kostengünstige Fassade aufbringen". Die übrigen Außenwände sollen mit Mineralwolle gedämmt und verputzt werden. Mineralwolle habe den Vorteil, dass sie nicht brennbar und kein Sondermüll sei.

Die Ausführung ist bisher mit Stahlbeton geplant, Alternativen wie Holz ließen sich aber diskutieren, so Brösamle. "Wir versuchen, eine gute Mischung zu fahren", meinte er. Wo es einfach und möglich sei, komme Holz zum Einsatz. Der Nachhaltigkeit werde vor allem strukturell durch die Wandelbarkeit und Flexibilität sowie die Haltbarkeit Rechnung getragen.

Die Kosten werden sich auf schätzungsweise 540 000 Euro belaufen. Davon entfallen 25 000 Euro auf den Rückbau der Container, 420 000 Euro auf den Bau an sich, 30 000 auf die Außenanlagen mit Stellplätzen für Autos und Fahrräder sowie 65 000 Euro auf die Baunebenkosten. Der optionale Keller würde mit weiteren etwa 95 000 Euro zu Buche schlagen. Dafür bekomme man eine "dauerhaftere Lösung als bisher", resümierte Burkhardt.

Aus dem Gremium kamen mehrere Anregungen. Noch geprüft wird daher, ob das Gebäude gespiegelt werden kann, damit der Laubengang mit den Eingängen auf der wetterabgewandten Seite ist. Optimierungen beim Schallschutz sollen untersucht werden. Bei der Abstimmung zur Kelleroption sprach sich eine große Mehrheit dagegen aus.

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