So soll einmal die Regionalstadtbahn Neckar-Alb aussehen, an die Nagold angedockt werden soll. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Gäugemeinde möchte eng in die Prozesse der Machbarkeitsstudie eingebunden werden

Jettingen. Schon vor 20 Jahren gab es Pläne für eine Schienendirektverbindung Nagold-Jettingen-Herrenberg. Nun soll eine Machbarkeitsstudie das Thema wieder aufgreifen. Dazu wurde unter anderem Jettingen um eine Stellungnahme gebeten.

Ende März 2021 hat der Kreistag Calw beschlossen, zusammen mit dem Landkreis Böblingen die Schienenverbindung Nagold-Herrenberg im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Mit dabei ist auch die Option einer Verlängerung bis Altensteig und Tübingen. Die SPD hatte im Kreistag Calw einen entsprechenden Antrag gestellt. Denn zukünftig gibt es deutlich höhere Fördermittel für ein solches Projekt.

Bisher sei immer negativ über das Thema entschieden worden, weil die Kosten zu hoch gewesen seien, sagte Bürgermeister Hans Michael Burkhardt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nun stünden die Chancen besser, schätzte Jettingens Rathauschef. Neben den höheren Fördergeldern spiele auch die mögliche Erweiterung der Linie eine Rolle.

Für Jettingen ist das Thema von großer Bedeutung, denn die geplante Trasse verläuft mitten über die Gemarkung. Die Gäugemeinde würde damit ebenfalls durch die neue Schienenverbindung erschlossen. Die Machbarkeitsstudie soll sich mit der Frage befassen, ob der volkswirtschaftliche Nutzen des Projekts größer ist als die volkswirtschaftlichen Kosten. Denn dies wäre die allererste Voraussetzung für eine Umsetzung, ehe weitere Details untersucht und geklärt werden können.

Der Jettinger Gemeinderat war sich einig und folgte dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Dieser umfasste mehrere Punkte: Die Bemühungen zur Verbesserung des ÖPNV seien zu begrüßen. Grundlage der Machbarkeitsstudie müsse die Trasse sein, auf die sich die beiden Landkreise, Nagold, Herrenberg und Jettingen bereits vor 20 Jahren geeinigt haben und die dementsprechend auch in den Flächennutzungsplänen dieser Gemeinden als Freihaltetrasse ausgewiesen ist.

Zudem werde angeregt, über die ÖPNV-Situation und die Verbesserungsmöglichkeiten im Oberen Nagoldtal und dem Oberen Gäu mit den betroffenen Kommunen in Dialog zu treten. Nicht nur wegen der Schienendirektverbindung, sondern auch wegen der Auswirkungen des Metropolexpresses (MEX) Nagold-Hochdorf-Herrenberg und der Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung des Bussystems, beispielsweise über eine Taktverdichtung bei den S-Bahnen und den Zubringerbussen. "Eine gemeinsame, transparente Vorgehensweise ist uns sehr wichtig", heißt es im Beschlussvorschlag. Jettingen möchte außerdem eng in den Prozess der Machbarkeitsstudie – sei es die Auswahl des Planungsbüros, die konkrete Aufgabenstellung oder die Ergebnisauswertung – einbezogen werden. Im anstehenden Mobilitätskonzept der Gemeinde sollen Verbesserungen im ÖPNV und eine mögliche Schienendirektverbindung ebenfalls diskutiert werden.

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