Vor dem Jettinger Rathaus soll ein Partnerschaftsplatz entstehen. Die Realisierung ist für 2023 vorgesehen.Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Partnerschaftsplatz: Aktualisierte Planung im Jettinger Gemeinderat vorgestellt / Einige Räte bringen aber auch Bedenken vor

Die Gemeinde Jettingen, besser gesagt der Rathausbereich, soll eine neue Adresse ausbilden. Ein modern und offen gestalteter Partnerschaftsplatz mit hoher Aufenthaltsqualität soll das leisten.

Jettingen. Das Büro "frei raum concept" hat sich, wie schon bei der Gemeinschaftsschule, der Planung der Außenanlagen angenommen. Beides gehört – zusammen mit dem Parkplatz hinter dem Rathaus – zu einem im Jahr 2017 erstellten Gesamtkonzept. In diesem nächsten Schritt soll ein einheitliches Bild des gesamten Areals geschaffen und dieses gleichzeitig aufgewertet werden. Annette Sinz-Beerstecher und Andrea Streicher vom Planungsbüro stellten die Planungen vor.

Der zeitliche Rahmen hat sich durch die geplante Erweiterung des Eingangsbereichs des Rathauses nach hinten verschoben. Eigentlich sollte der Partnerschaftsplatz 2021/22 umgestaltet werden, nun ist die Realisierung für 2023 geplant.

Im Vorfeld der jüngsten Ratssitzung war die Planung bereits ausführlich vorberaten worden. Für das Projekt wurde eine Planungsgruppe ins Leben gerufen, die aus dem Technischen Ausschuss sowie Vertretern von Feuerwehr, Gesangverein, Posaunenchor, Musikverein und Verwaltung besteht. Im November 2019 fand ein Planungsworkshop statt, mit dessen Ergebnissen die Planungen bis Oktober 2020 verfeinert wurden. Und diesen Entwurf empfahl die Planungsgruppe dem Gemeinderat auch zur Beschlussfassung.

Von der Gemeinschaftsschule her kommend, wird sich rechter Hand eine Festwiese als Zeltstandort finden. Der Blick richtet sich auf den offenen, vergrößerten Vorplatz. Einige Bäume, die Schatten spenden, mobile Sitzelemente, Sonnenschirme, eine langgezogene Stufenanlage mit Sitzmöglichkeiten und ein Wasserspiel laden zum Verweilen ein und schaffen einen "sanften Weg Richtung Rathaus", erklärte Andrea Streicher. Dank der Stufen wird es weiterhin möglich sein, Konzerte auf dem Platz zu geben, auch an die Veranstaltung von Festen und für die Aufstellung von Ständen zum Weihnachtsmarkt wurde gedacht. Eine entsprechend stimmungsvolle Beleuchtung ist ebenfalls vorgesehen.

Die Bushaltestelle wird neu gestaltet und das Gelände hier geebnet, sodass ein direkter, gut einsehbarer Durchgang zum neuen Partnerschaftsplatz entsteht. Dort werden auch neue Fahnenmasten aufgestellt. Der Partnerschaftsstein wird erhalten und einen neuen Platz in dem Areal finden. Ein Aufstellplatz für einen Maibaum oder einen Weihnachtsbaum ist eingeplant. Der Parkplatz wird durch die Umgestaltung verändert wirken und sich besser in das Gesamtbild integrieren. Zudem wird er erweitert. Dort gibt es nachher 45 Stellplätze, E-Ladestationen sind vorgesehen und auch Fahrradständer sollen aufgestellt werden.

Der Bereich insgesamt wird "parkähnlich" werden, stellte Bürgermeister Hans Michael Burkhardt erfreut fest. Ein "schönes Zentrum" und ein schöner Platz, sich zu treffen. Zudem kommt die Umgestaltung genau richtig zur 50-Jahr-Feier der Gemeinde.

Aus den Reihen des Gremiums waren allerdings noch Vorbehalte zu hören. Die Pläne bezüglich des Feuerwehrhauses sind noch nicht so weit gereift, dass sich abschätzen ließe, wie die Zukunft hier den Bereich am Rathaus beeinflussen wird.

Mancher vermisste an der neuen Haltestelle ein Buswartehäuschen, die Fahrradstellplätze seien in zu geringer Zahl geplant. Auch wegen der Bäume – wie viele aus dem Bestand erhalten bleiben und was die Pflege vieler neuer Bäume kosten könnte – gab es Bedenken. Es seien "viele Fragen offen", fasste Jürgen Scheef (Grüne) zusammen und beantragte daher eine Vertagung.

So einfach ist das aber nicht: Über das Förderprogramm Soziale Integration im Quartier 2020 hat Jettingen bereits eine Bewilligung für 1,1 Millionen Euro erhalten. Nun sollte mit dem Beschluss vom Dienstag ein Aufstockungsantrag gestellt werden, um eine erwartete Kostensteigerung von rund 523 000 Euro aufzufangen. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich etwa 2,49 Millionen Euro. Die Aufstockungsantrag würde Jettingen gerne stellen, so Bürgermeister Burkhardt. Daher wäre ein Beschluss gut. Darüber hinaus könnte das Planungsbüro die Anregungen prüfen, das Ergebnis der Planungen für die Feuerwehr könne man abwarten und die genaue Gestaltung des Rathauseingangs noch mal mit Architekt Michael Schrottwieser besprechen.

Bis Ende des Jahres müsste man damit fertig sein, schätzte der Rathauschef. Mit diesem Vorgehen konnte sich das Gremium geschlossen anfreunden.

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