Führungsmannschaft mit dem neuen Vorsitzenden Pfarrer Michael Lang (von links), dem zweiten Vorsitzenden Bürgermeister Hans Michael Burkhardt, der wiedergewählten Kassiererin Erika Versteeg, den Ausschussmitglieder Siegfried Brandner und Rotraut Steinborn, Bereichsleiter Brigitte Schmidt (Nachbarschaftshilfe) und Max Rauser (Essen auf Rädern). Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder-Bote

Verein passt Namen moderner Ausrichtung an / Nachbarschaftshilfe Jettingen betreut rund 45 Haushalte

Von Jacqueline Geisel

Jettingen. Aus Krankenpflegeverein Jettingen wird das "Netzwerk Nachbarschaftshilfe Jettingen". Das haben die Mitglieder bei der Hauptversammlung beschlossen. Der Verein erfülle einfach kaum noch Aufgaben seines ursprünglich namensgebenden Bereichs.

Die Tätigkeiten des Krankenpflegevereins Jettingen liegen eher im Bereich der Nachbarschaftshilfe, darin, Menschen jeden Alters bei Bedarf unter die Arme zu greifen. Daher wurde aus dem Krankenpflegeverein nun das "Netzwerk Nachbarschaftshilfe Jettingen ". Bei nur einer Gegenstimme wegen des Begriffs "Netzwerk" befand die Versammlung den neuen Namen für passender, moderner und einladender. Die Mitglieder hoffen, dass der neue Name vor allem auch für junge und neu zugezogene Menschen direkt zum Ausdruck bringt, wo die Aufgabenbereiche des Vereins liegen.

Diese betreffen nämlich weniger die Pflege kranker Menschen, worum sich die Sozial-Diakoniestation kümmert. Das "Netzwerk Nachbarschaftshilfe" unterstützt hilfsbedürftige junge und alte Menschen beispielsweise bei der Haushaltsführung, beim Tätigen der Einkäufe oder beim Kochen.

Derzeit werden etwa 45 Haushalte betreut, wie Brigitte Schmidt berichtete. Besonders bei Demenzkranken sei der Betreuungsbedarf gestiegen. Im Vergleich zu 2013 wurden in diesem Bereich 2014 rund 50 Prozent mehr Betreuungsstunden von den 30 Helfern der Nachbarschaftshilfe geleistet. Daher stehen in diesem Jahr auch unter anderem Fortbildungen zum Thema Demenzkrankheit an.

Das im vergangenen Jahr gestartete Projekt "Urlaub ohne Koffer" sei sehr gut angenommen worden, so Schmidt. In Kooperation mit Mötzingen wurde 16 Teilnehmern eine Woche lang ein buntes Programm im Mötzinger Gemeindehaus geboten. Auch in diesem Jahr soll das Angebot wieder stattfinden.

Max Rauser berichtete über das "Essen auf Rädern". Im September durfte der Essensdienst mit Traugott Haag einen neuen Fahrer begrüßen. Die Zahl ausgefahrener Essen liegt seit drei Jahren bei knapp 5000 pro Jahr. In vorangegangenen Jahren wurden rund 6000 bis 8000 Essen ausgeliefert. Der Rückgang sei vor allem durch Lieferangebote anderer Einrichtungen sowie Ganztagesbetreuung vieler Hilfsbedürftiger zu erklären.

Da der Verein beim "Essen auf Rädern" finanziell ein wenig zuschießen müsse, so Bürgermeister Hans Michael Burkhardt, steigt in diesem Jahr der Essenspreis für Mitglieder um 25 Cent auf 7,45 Euro.

Turnusgemäß standen auch Wahlen auf dem Programm. Da die Nachbarschaftshilfe eng mit den evangelischen Kirchengemeinden sowie der bürgerlichen Gemeinde verbunden ist, wechseln sich im Amt des ersten Vorsitzenden der Bürgermeister sowie die Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Ober- und Unterjettingen alle fünf Jahre ab.

So wurde Pfarrer Michael Lang (Unterjettingen) einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt, Bürgermeister Burkhardt übernahm dafür das Amt des zweiten Vorsitzenden und Schriftführers. Kassiererin Erika Versteeg wurde wiedergewählt, die Ausschussmitglieder Siegfried Brandner und Rotraut Steinborn ebenso. Als Kassenprüfer bleiben Margarete Haag und Eva Ruoß im Amt.

Für den Abschluss der Versammlung sorgte Gemeindearchivar Michael Hensle. Er bot einen Rückblick auf die Sozialgeschichte Jettingens in den vergangenen 300 Jahren, speziell auf die Kranken- und Altenpflege.