Eines der vielen Fotos, die bei der Ausstellung zu sehen sein werden. Sie alle sind Momentaufnahmen aus der Ettenheimer Vergangenheit. Foto: Oehler

Die Ausstellung, die während des Martinimarkts zu sehen ist, zeigt eine Auswahl von 40 000 Fotos, die von der Bürgerin Martha Oehler aufgenommen wurden. Sie alle zeigen, wie die Barockstadt vor 70 Jahren ausgesehen und sich bis heute entwickelt hat.

Die älteren Bürger in Ettenheim und Umgebung werden sich unzählige Male an dies und jenes erinnern; die Jüngeren und Zugezogenen ihre Überraschungen erleben, wie ihr heutiges Heimatstädtchen noch vor 60 bis 70 Jahren ausgesehen hat, was das kulturelle und wirtschaftliche Leben der Rohanstadt einstmals prägte. All das zu sehen und zu erleben gibt es bei der Ausstellung mit Fotos von Martha Oehler, die die diesjährige, traditionelle Ausstellung im Bürgersaal rund um den jährlichen Martinimarkt prägt.

 

Auf mehr als 40 000 Fotos hat Oehler – das gleichnamige Fotostudio im Unteren Tor war über Jahrzehnte aus dem Stadtbild nicht wegzudenken – ihre Familie (ihr Vater Richard leitete vor ihr das besagte Fotogeschäft), einmalige Ereignisse, jährlich wiederkehrende Veranstaltungen, infrastrukturelle Einrichtungen, Themenbereiche wie Kirche, Schule, Vereine und Gruppen – und natürlich auch ihre heiß geliebten Pferde – mit ihrer Kamera festgehalten und der Nachwelt hinterlassen. Da erkennen Alt-Ettenheimer bekannte Landwirte auf ihrem Pferdefuhrwerk oder von Kühen gezogenen Heu- oder Erntewagen, erinnern sich an die Wirtschafts- und Handwerksbetriebe, den damaligen ÖPNV ebenso wie Alt-Ettenheimer Persönlichkeiten.

Viele Erinnerungen werden geweckt

„S’Bähnli“ fuhr da noch nach Orschweier, „d’Jungviehweid‘“ war jedem bekannt, Ereignisse wie der Brand des Franzosenlagers oder ein gewaltiges Hochwasser in der Stadt werden bei den Neu- und Jungbürgern Fragen aufwerfen und den Bürgerinnen und Bürgern jenseits der 50 wieder in Erinnerung kommen.

Thomas Dees, Vorsitzender des Historischen Vereins (dieser veranstaltet gemeinsam mit der Stadt diese Ausstellung) kann von einer ersten derartigen Erfahrung jetzt schon berichten. Eine „Senioren-AG“ aus Ur-Ettenheimern hat er zu drei Sitzungen und zur Hilfestellung bei der Fotoauswahl und -beschriftung eingeladen und all das schon erlebt, was man als Reaktion der Betrachter der Ausstellung erwarten darf – und bei Jüngeren und Neubürgern Erstaunen auslösen wird. „Es fiel schwer, sich für dieses, gegen jenes Foto zu entscheiden“, verrät Dees, dem ja selbst noch vieles vertraut ist.

Ausstellung bedurfte vieler Zufälle

Dass es zu einer solchen Ausstellung überhaupt kommen konnte, dafür bedurfte es mehrerer bemerkenswerter Zufälle. Angefangen bei Oehler selbst, die dieses riesige „Stadtarchiv“ der Ettenheimerin Edda Brossmer überlassen hat – und diese wiederum den wertvollen Nachlass der Stadt geschenkt hat. Einen weiteren unschätzbaren, wertvollen Beitrag leistete Jörg Sieger, der das ganze Bildarchiv digitalisiert hat.

260 Aufnahmen werden nun also in der Zeit vom 9. bis 17. November im Bürgersaal ausgestellt sein und für Erinnerungen und Erstaunen sorgen.

Die Öffnungszeiten

Während des Martinimarkts ist die Ausstellung wie folgt geöffnet: Samstag und Sonntag, 9. und 10. November, von 11 bis 18 Uhr, in der Folgewoche: Montag bis Freitag, jeweils 9 bis 12 Uhr, Montagnachmittag 14 bis 16 Uhr, Mittwoch 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag, 16. und 17. November, jeweils 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ettenheim.de.