Lokal bedingte Stromausfälle etwa durch Bauarbeiten oder Unwetter kommen immer wieder vor. Sie sind in der Regel aber schnell behoben. Foto:  

Stürme, Bauarbeiten, umgestürzte Bäume: Die Ursachen für einen Stromausfall sind vielfältig. Wie das Elektrizitätswerk Mittelbaden in einem solchen Fall dafür sorgt, dass bei den Kunden die Lampen wieder angehen, erklärt Sprecherin Anthea Götz.

Plötzlich ist das Licht aus, der Wasserkocher kocht nicht mehr, der Fernseher zeigt ein schwarzes Bild. Ein Blick aus dem Fenster und auf die ebenfalls unbeleuchteten Häuser der Nachbarn verrät: Es handelt sich offenbar nicht um einen Kurzschluss im eigenen Zuhause, sondern um einen Stromausfall.

 

Während man notdürftig mit Kerzen für etwas Licht sorgt, ist beim örtlichen Energieversorger vermutlich bereits der Alarm losgegangen. Wie genau die Verantwortlichen dort dafür sorgen, dass bei den Menschen möglichst schnell wieder Strom ankommt und die Lichter wieder angehen? Unsere Redaktion hat bei Anthea Götz, der Leiterin der Unternehmenskommunikation beim E-Werk, nachgefragt.

Wie erfährt das E-Werk von einem Stromausfall?

„Störungsmeldungen gehen bei unserer Netzleitstelle in dem Moment ein, in dem sie geschehen“, erläutert Anthea Götz. Die Netzleitstelle in Lahr sei das Herz des E-Werks, in dem alle wichtigen Infos zusammenlaufen würden und von wo aus alles koordiniert werde. „Die Netze sind digital gesteuert“, erklärt die E-Werk-Sprecherin weiter. So würden die Meldungen im Fall von Störungen automatisch einlaufen.

Was passiert nach der Meldung?

„Die Kollegen in der Leitstelle müssen schauen, um was es sich handelt“, so Götz. Denn schon wenn nur ein kleiner Ast von einem Baum abbreche und dabei die Leitung streife, löse das eine Meldung aus. „Die Netze sind sehr sensibel.“ Wenn kein Schaden an der Leitung entstanden ist, könne die Störung aus der Ferne behoben und der Strom wieder zugeschaltet werden.

Was passiert, wenn das Problem nicht aus der Ferne behoben werden kann?

In diesem Fall müssten zunächst die betroffenen Kunden auf andere Versorgungsleitungen umgeschaltet werden.

„Die schnellstmögliche Wiederversorgung der Kunden steht immer im Fokus“, betont Götz. So könne die Wiederversorgung, je nach Störungsursache, mitunter sehr schnell erfolgen. Wenn die Störung jedoch auch die anderen Leitungen betrifft, – „das Szenario kommt so gut wie gar nie vor“ – sei die Umschaltung natürlich nicht möglich.

Wie wird die beschädigte Leitung repariert?

„Es müssen Monteure zur Schadensstelle fahren, um die Ursache direkt am Ort des Geschehens zu beheben. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Defekt bei den unterirdisch verlaufenden Stromkabeln passiert ist oder auch ein Baum auf den Leiterseilen der Freileitungen liegengeblieben ist“, so die Sprecherin.

Mit einem sogenannten Kabelmesswagen würde man vor Ort die Leitungen abfahren, um die beschädigte Stelle zu finden. „Dann muss diese nicht selten repariert werden, indem die schadhafte Stelle entfernt und ersetzt wird“, erklärt sie.

Wer macht die Reparatur?

Um schnellstmöglich auf die Gegebenheiten reagieren zu können, steht im Überlandwerk Mittelbaden an 365 Tagen rund um die Uhr ein Einsatzteam bereit. „Das sind wechselnde Kollegen im Bereitschaftsdienst“, erklärt Götz.

Was sind häufige Ursachen?

Die Ursachen könnten sehr unterschiedlich sein: Bedingt durch einen Sturm könnten etwa Äste von den Bäumen brechen und Freileitungen touchieren oder auf den Leiterseilen liegenbleiben. „Wir hatten sogar schon Planen, mit denen Erdbeerfelder abgedeckt werden, die durch Sturm in den Freileitungen verfangen waren“, berichtet Götz.

„Da mussten wir schon schmunzeln.“ Im Fall von Erdbauarbeiten komme es vor, dass Erdkabel durch einen sogenannten „Baggerbiss“ beschädigt werden und so einen Stromausfall verursachen. Eine Tendenz, wann es zu besonders vielen Störungen komme, gebe es nicht. „Starker Schneefall und Sturm sind natürlich immer kritische Momente“, so die Sprecherin.

Wie lange dauern die Ausfälle?

„Das kann ganz unterschiedlich sein, teilweise nur wenige Minuten“, erklärt Anthea Götz. Eine durchschnittliche Dauer kann sie auf Nachfrage nicht nennen. Besonders dann, wenn die Fehlerstelle erst mit dem Kabelmesswagen abgefahren werden muss, könne es auch länger dauern.

Wann wird über den Vorfall informiert?

Das Herausschicken einer Pressemitteilung stehe immer hinten an, Priorität habe, dass die Kunden schnellstmöglich wieder Strom bekämen. In dem Zusammenhang weist die Sprecherin auch auf die Onlinekarte „störungsauskunft.de“ hin, die über die Webseite des Überlandwerks Mittelbaden zu finden ist und auf der aktuelle Ausfälle angezeigt werden.