Eine bittere Pille mussten die Gemeinderäte bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2026 schlucken. 15 Jahre lang benötigte die Stadt keine Kredite. Damit ist es nun vorbei.
Das Pendel, so formulierte es Bürgermeister Michael Rieger in seiner Haushaltsrede im Gemeinderat, schlage jetzt zurück.
Der Haushalt 2026 wird laut Planentwurf nur durch neue Kredite in Höhe von insgesamt 16,8 Millionen Euro – davon 4,4 Millionen in 2025 und weitere 12,4 Millionen im kommenden Jahr – zu finanzieren sein.
Der Haushaltsplan sei Richtungsanzeiger und Spiegelbild künftiger Herausforderungen für die Stadt sowie für eine steigende öffentliche Erwartungshaltung, so Rieger.
Schwierige Rahmenbedingungen
Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien schwierig. Das schlage auch auf St. Georgen durch. Spielräume für Investitionen würden stetig kleiner, Egoismen nähmen zu. Für viele Bürger gelte einerseits „Stadt, mach’ mal“, andererseits gebe es jedoch kaum Verständnis – etwa für erforderliche Gebührenanpassungen. So könne es nicht weitergehen.
Man habe in der Bergstadt in den vergangenen Jahren viel erreicht. Es sei kräftig investiert, saniert und Schulden seien abgebaut worden – alles ohne an der Steuerschraube zu drehen. „Wir machen das nicht für die Verwaltung, sondern einzig für die Bürger unserer Stadt“, so Rieger. Er erwähnte in diesem Zusammenhang die anonyme, meist digital geäußerte, unqualifizierte und oft persönlich beleidigende Kritik von wenigen – jüngst zur behaupteten Benachteiligung der Robert-Gerwig-Schule (RGS) beim Geld.
Planungen für umfassende Sanierungen
Rieger konterte mit Fakten: Seit 2019 liefen die Planungen für umfassende Sanierungen dort. Es müssten Förderanträge gestellt und danach europaweite Ausschreibungen – oft ohne Resonanz – veranlasst werden. Er nannte die Summe von insgesamt rund 8,1 Millionen Euro für die RGS.
Für diesen und die folgenden Haushalte gelte es, bei Kreditaufnahmen die langfristige Tragfähigkeit der Kommune im Blick zu halten. Aber hier laute die Maxime, „antizyklisch“ zu agieren. Das bedeute, man müsse gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten mehr investieren. Er wünsche sich für die Zukunft mehr Zuversicht und Mut.
Die Eckdaten des Haushaltsplan- Entwurfs
Hier einige weitere Eckdaten des von Kämmerin Blanka Amann vorgelegten Entwurfs: Bei einem ordentlichen Ergebnis von minus 1,085 Millionen Euro kann demnach der Ausgleich für 2026 nicht erreicht werden. Allerdings kann dieser Fehlbetrag mit Ergebnis-Rücklagen der Vorjahre verrechnet werden.
Die Stadt kann im Vergleich zu 2025 mit um rund 4,537 Millionen Euro höheren Erträgen rechnen. Ursächlich dafür sind beispielsweise höhere Grund- und Gewerbesteuern, gestiegene Schlüsselzuweisungen und mehr Einnahmen aus den Anteilen an Einkommens- sowie Umsatzsteuer.
Hohe Zuschüsse
Dem gegenüber sind hohe Zuschüsse, beispielsweise mit rund 240 000 Euro für den Klosterweiher, mit rund 739 000 Euro für das städtische Hallenbad sowie mit rund 337 000 Euro für die Jugendmusikschule veranschlagt.
Auch der sogenannte Abmangel (Zuschussbedarf) an die sechs konfessionellen Kindergärten steigt an. Er wird in 2026 insgesamt rund 3,27 Millionen Euro betragen. Im Haushaltsjahr 2026 sind Investitionen in Höhe von insgesamt rund 23,93 Millionen Euro eingeplant.
Rund 9,85 Millionen Euro für die Rathaussanierung
„Dicke“ Posten sind unter anderem die Elektrosanierung der Rupertsbergschule mit rund 813 500 Euro, die RGS-Sanierung mit 5,5 Millionen Euro oder auch die Rathaussanierung mit rund 9,85 Millionen Euro. Der Stand der Schulden wird sich zum Jahresende 2026 auf voraussichtlich rund 25,418 Millionen Euro erhöhen.
Im Dezember soll der Gemeinderat dann den Haushaltsplan 2026 nach weiteren Beratungen und Stellungnahmen der Fraktionen verabschieden.