Gregory Porter Foto: Reiner Pfisterer

Gregory Porter fliegen die Herzen zu bei Jazz Open auf dem Schlossplatz – wie vor ihm Al Di Meola und dem Stuttgarter Kammerorchester.

„It’s all really about love“, sagt Gregory Porter auf dem Stuttgarter Schlossplatz – letztlich gehe es nur um die Liebe. Er verströmt sie von der Bühne mit jeder Silbe, jeder Geste und lebt sie auch: Als sein Kontrabassist Jahmal Nichols, selbst ein beseelt lächelnder Sonnenschein, zum Solo ansetzt, verschwinden die anderen Musiker. Nur Porter setzt sich neben ihn, lauscht, wippt mit, lächelt – was für eine Respektsbekundung!

 

Die Herzen fliegen dem Sänger nur so zu. Als er die Ballade „Hey Laura“ anstimmt, geht ein Jauchzen durchs Publikum. Er scheint jeden Ton zu genießen, auch bei „No Love dying“ und in , „On my Way to Harlem“ auf der Suche nach seine musikalischen Wurzeln, die er in „Musical Genocide“ verteidigt, einem Bekenntnis zu Blues, Gospel und Soul. Zwischendurch scattet Porter gerne entspannt, und in einer einer besonders spannungsvoll inszenierten Version seines Hits „Liquid Spirit“ beschwört er die Freiheit.

Egos spielen in Porters Band keine Rolle

Mit seinen Musikern bildet er eine eingeschworene Gemeinschaft, alle bekommen Raum für solistische Einlagen. Alle nutzen diesen, um die gemeinsam erzeugte Musik zu illuminieren, der Pianist Chip Crawford, der Organist Ondrej Pivec, der Saxofonist Tivon Pennicott, der Drummer Emanuel Harrold. Egos spielen hier keine Rolle, allen geht es ums große Ganze.

In schwierigen Zeiten trägt Gregory Porter ein bisschen Wärme in die Herzen seiner Zuhörer. Sie danken es ihm mit tosendem Applaus. Der Mann mit der goldenen Stimme beschert Jazz Open an einen stimmungsvollen Sommerabend zum Start der Schlossplatzbühne. Zu diesem hat zuvor schon der Gitarrist Al Di Meola beigetragen. Er intoniert an der Konzertgitarre feurige Flamenco-Impressionen, ehe das Stuttgarter Kammerorchester einsetzt, die Kombination ist exklusiv fürs Festival konzipiert worden.

Al Di Meola spielt Piazolla, Beatles und „Rio Ancho“

Das „Double Concerto“ von Astor Piazolla erklingt und „Strawberry Fields forever“ – Di Meola hat gerade ein Album mit flamencoisierten Beatles-Songs veröffentlicht. Nicht fehlen darf „Mediterranean Sundance“, verewigt auf dem legendären Album „Friday Night in San Francisco“ (1981) mit Paco de Lucia und John McLaughlin. In Stuttgart flankiert Di Meola der italienische Gitarrist Peo Alfonsi, gemeinsam tauchen sie in de Lucias Klassiker „Rio Ancho“ ein.

Der orchestrale Streicherklang fügt sich geschmeidig ein und verleiht der Darbietung mitunter die Aura italienischer Filmmusik aus den 60ern. So darf es weitergehen; die Wettervorhersage ist blendend.

Mehr zu Jazz Open finden Sie in unseren Kritiken zu den Konzerten von Herbie Hancock, Till Brönner, Joe Jackson, Stanley Clarke und dem Hypnotic Brass Ensemble.

Jazz Open: Das weitere Programm

Mittwoch, 13. Juli
Larkin Poe, Jamie Cullum, Schlossplatz, 19 Uhr; Joey Alexander, Bix, 21.30 Uhr

Donnerstag, 14. Juli
Jorja Smith, Celeste, Suzanne Vega, Schlossplatz, 18.30 Uhr; Judith Hill, Bix, 21.30 Uhr

Freitag, 15. Juli
Jessie J, John Legend, Schlossplatz, 19 Uhr; Richard Bona & Alfredo Rodriguez Band , Bix, 21.30 Uhr

Samstag, 16. Juli
Van Morrison, Robert Plant & Allison Krauss, Schlossplatz, 19 Uhr; Rymden, Bix, 21.30 Uhr

Sonntag, 17. Juli
Judith Hill, Cruel Heart Club, Sting, Schlossplatz, 18 Uhr

Weitere Informationen und Tickets gibt es hier.