Earth, Wind & Fire haben die 17. Stuttgarter Jazz Open eröffnet. Foto: Rothe

Earth, Wind & Fire eröffneten am Freitag die Jazzopen - 2500 Zuschauer in der Porsche-Arena

Stuttgart - Da schlugen nicht nur die Herzen der Fans der frühen Discogeneration höher: Earth, Wind & Fire eröffneten am Freitagabend das 17. Jazzopen-Festival mit ihrem einzigen Deutschland-Auftritt in diesem Jahr und 2500 begeisterte Zuschauer kamen in die Porsche-Arena.

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"Boogie Wonderland", "Jupiter", "Get away", "Let's groove" oder "Fantasy" - wer kennt nicht diese Partyhits und natürlich wurden diese zum Besten gegeben. Fast zwei Stunden lang nahezu pausenlos Partystimmung - schon vom ersten Titel an hielt es niemand mehr auf den Beinen, denn all diese Hits und noch viel mehr wurde live geboten. Und das Beste: Im Vergleich zum letzten Auftritt vor etwa zehn Jahren haben Earth, Wind & Fire qualitativ in jeder Hinsicht zugelegt. So gibt es jetzt wieder eine ziemlich knackige Choreografie.

Fantasiekostüme haben ausgedient

Okay, das ganze wird heute etwas lässiger angegangen und an die fantastischen Kostüme der 1970er und 1980er Jahre erinnert eigentlich nur noch die Klamotten des Bandgründers und Bassisten Verdine White, die anderen der 12-köpfigen Truppe tragen handelsübliche T-Shirts.

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Denn was vor allem zählt, ist die Musik, und da brachten Earth, Wind & Fire mit fünf frühen Hits hintereinander erst einmal den Saal zum Kochen. Dann ein ausgiebiges E-Piano-Solo des musikalischen Direktors Myron McKinley - so viel Jazz muss sein. Earth, Wind & Fire erinnerten nicht nur da an Zeiten, als sie noch nicht so eindeutig der Disco- und Funkära zuzurechnen waren, als sie noch ihren Weg suchten zwischen Rhythm 'n' blues, Soul und Underground-Jazz. So auch etwa in dem Stück "Kalimba Story", ein erster Ruhepunkt, in dem dieses traditionsreiche afrikanische Instrument sehr wirkungsvoll in Szene gesetzt wurde.

Am Schluss gab's ein Erinnerungsfoto

Doch die Musiker um die EWF-Urgesteine White, Philip Bailey und Ralph Johnson (Gesang und Percussion) sind erfahren genug, um zu wissen, dass das Publikum nicht übermäßig Interesse an solchen Dingen hat und so ging der Discodampfer auch schnell wieder auf volle Fahrt voraus. "Got to get you into my life" leitete den Schlussteil ein und wer wollte, konnte sich nach "Mighty Mighty" mit den Bandmitgliedern fotografieren lassen.

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Noch ein Dezennium weiter zurück in die 1960er Jahre entführte der Organist Booker T. als Vorprogramm. Das waren noch Zeiten, als man mit Instrumental-Stücken wie "Green Onion" Hits haben konnte. Booker T. erinnerte daran, dass er noch einige andere wie diese auf Lager hat, er ließ es aber mit seinem Quintett eher lässig angehen. Deutlich wurde dabei, dass der Soul wie so vieles vor allem aus dem Blues kommt, was vor allem in dieser frühen Phase noch sehr deutlich war. "Ain't no sunshine" und "Hold on" waren weitere Klassiker, die an diesem Abend bestens ins Programm passten.

Booker T. ist heute vor allem ein Teamplayer, nur gelegentlich spielte er sich mit seiner Orgel in den Vordergrund. Immerhin, mit dem Schlagzeuger Darian Gray hatte er einen, der auch rappen konnte, und das ging den meisten wieder eher ins Tanzbein.

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