Zwei begnadete Jazz-Künstler schenkten den Zuhörern einen hoch emotionalen Abend im Bürgerhaussaal in Altensteig.
Wenige Tage vor ihrem Konzert in Altensteig hielten Markus Harm (Saxofon) und Andreas Feith (Klavier) zusammen mit den Mitgliedern der „Markus Harm Group“ Martin Gjakonovski (Kontrabass) und Vladimir Kostadinovic (Drums) einen Workshop für die Jungjazzer des Nagolder Otto-Hahn-Gymnasiums an. In dem gemeinsamen Konzert im Kubus-Saal sorgte dann die Junior-Big-Band unter der Leitung von Ralf Brauer für Furore. Den nachfolgenden Auftritt der Jazz-Profis bei Jazz im Bürgerhaus würdigte das Publikum mit Ovationen im Stehen.
Harm und Feith spielen in mehreren Formationen mit, und auch als Duo prägen sie seit zwölf Jahren die deutsche Jazz-Szene. In Altensteig präsentierten sie einen Mix aus Jazz-Standards sowie eigenen Kompositionen und spannen die musikalischen Fäden auf eigene, eigenwillige und stets sehr persönliche Art zu einer glanzvollen Klang-Materie – im faszinierenden Zusammenspiel, voller improvisatorischer Eingebung und mit schier irrealer Virtuosität.
Wie durch ein Schlüsselloch
Die Zuhörer durften diese wechsel- und launenhafte Klangwelt wie durch ein Schlüsselloch betrachten. Zum Vorschein kam eine breite Palette der Emotionen, die im wunderschön weichen Piano des Saxophons und im kernig-flimmernden Klavieranschlag, aber auch in nüchterner Bodenständigkeit oder ekstatischen Ausbrüchen beider Instrumente ihren Ausdruck fanden.
Immer auf Augenhöhe
Immer auf Augenhöhe spielten Harm und Feith sich ihre Einfälle mit Leidenschaft sowie technischer Präzision gegenseitig zu, wobei mehrere Details der Artikulation und Dynamik zur Statik der kompositorischen Konstrukte beitrugen. Ihr Jazz war frisch, vital, tiefgängig und farbig schimmernd – gleich einer Legierung aus handwerklicher Verlässlichkeit und künstlerischer Sensibilität. Im Doppelpack selbstverständlich.
Die Zuhörerschaft fühlte sich wohl in diesem kammermusikalischen Klima, genoss die Flüchtigkeit der Stimmungen und applaudierte herzhaft nach jeder Darbietung. Das Duo bedankte sich bei Christa Haizmann vom Kulturamt für die Einladung und bei Benjamin Schatz für seine Fürsprache, dann revanchierten sich Harm und Feith mit einer Zugabe.