Ellen John kontrolliert eine Käferfalle am Freiburger Güterbahnhof. Foto: Alexander Blessing

Seit Anfang Juli wurden in Freiburg 13 Tiere gefangen. Das Regierungspräsidium kontrolliert deshalb die Fallen täglich.

Er ist nur etwa einen Zentimeter groß – und dennoch kann er einen immensen Schaden anrichten. Die Rede ist vom Japankäfer (Popillia japonica), der sich über mehr als 400 Pflanzenarten hermacht.

 

Bisher wurden nur vereinzelt Exemplare in Südbaden gesichtet. Seit Anfang Juli wurden jedoch allein in Freiburg 13 Exemplare in den aufgestellten Fallen gefunden. Das Regierungspräsidium Freiburg (RP), das für das Monitoring zuständig ist, hat deshalb das Intervall der Kontrollen erhöht. „Bisher haben wir die Fallen einmal in der Woche kontrolliert. Jetzt machen wir das täglich“, erklärt Ellen John, Mitarbeiterin vom Pflanzenschutzdienst des RP.

20 Fallen in Freiburg

Mithilfe eines Lockstoffs werden die Käfer in die Fallen gelockt. Rund 20 Fallen sind rund um das Areal am Güterbahnhof und einen Schutzradius von fünf Kilometern aufgestellt. „Die Käfer bewegen sich pro Jahr in einem Radius von drei bis fünf Kilometern“, erklärt John den Schutzradius. Der erste Käfer wurde auch im Freiburger Güterbahnhofareal gefunden.

„Die Käfer kommen meist über die Rollende Landstraße als blinder Passagier auf den Lkw aus Italien“, informiert Friederike Maass, die im RP ebenfalls für den Pflanzenschutzdienst tätig ist. Die Lkw werden in Italien auf Züge verladen und reisen dann auf der Schiene nach Südbaden.

Der Japankäfer ist nur etwa einen Zentimeter groß. Foto: Alexander Blessing

In Italien und Schweiz bereits etabliert

In Italien und der Schweiz hat sich der Japankäfer bereits angesiedelt und ausgebreitet. In Freiburg ist das noch nicht der Fall. Eine Ansiedlung könne man vermutlich nicht verhindern, jedoch den Zeitpunkt verzögern und sich auf Maßnahmen zur Eindämmung vorbereiten, erklärt Sebastian Fricker, Leiter des Referats für Pflanzliche und tierische Erzeugung des RP.

„Der Käfer ist über die USA nach Europa gekommen und hat hier durch den Klimawandel gute Bedingungen zum Überleben gefunden“, erklärt Fricker. Aktuell sei die Lage noch nicht dramatisch, man sei aber gewarnt, da der Japankäfer für die Landwirtschaft einen großen wirtschaftlichen Schaden anrichten könne.