Matthias Klein ist seit 2015 als Geschäftsführer des Betriebs Stadthalle, Messe, Kultur im Amt. Foto: Eyckeler

Matthias Klein ist verantwortlich für das kulturelle Angebot. Neben Janosch und Rizzi holt sein Team regelmäßig große und kleine Künstler nach Balingen.

Die Stadt Balingen hat sich über viele Jahre hinweg den Ruf einer lebendigen Kulturstadt erarbeitet. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Matthias Klein, Geschäftsführer des Betriebs Stadthalle, Messe, Kultur, zusammen mit seinem Team daran, dass die Eyachstadt weiterhin das Kulturleuchtturm-Image innehat.

 

Ob Kunst, Musik oder Konzerte – in Balingen kommen Kulturbegeisterte stark auf ihre Kosten. Allein beim Bummel durch die Fußgängerzone stechen verschiedene Skulpturen wie die fünf Damen oder der grimmige Alte vor der Stadtkirche ins Auge. Die Bronze-Arbeiten von Guido Messer kommen bei der Bevölkerung gut an. Die Pflege dieser Werke ist nur eine von vielen Aufgaben, die das Team von Klein übernimmt.

Größere Umbauarbeiten in Stadthalle

Diese knapp 30-köpfige Mannschaft wirkt vor allem in der Stadthalle, auf dem Messegelände samt Volksbankmesse sowie im Rathaus. In Letzterem organisiert der Kulturbetrieb die sogenannte Rathausgalerie. „Vier Ausstellungen im Jahr planen wir in der Regel. Letztlich erhalten wir mehr Anfragen, als wir eigentlich bedienen können“, so Klein. Ein Kuratorium entscheidet, welche Künstler ausstellen dürfen. Als Nächstes wird es sportlich – mit dem Jubiläum „20 Jahre Aufstieg“ des HBW Balingen-Weilstetten.

Größere Umbauarbeiten laufen derzeit in der Stadthalle. Dort richten die Hausmeister – insgesamt vier – aktuell den großen Saal für die „World Press Photo Ausstellung“ her. Diese können Interessierte von Donnerstag, 21. Mai, bis Sonntag, 14. Juni, besuchen.

Es ist eines von vielen Highlights, die Klein und sein Team für Kulturfans aus Balingen und weit darüber hinaus auf die Beine stellen – auch wenn die ganz großen Ausstellungen mit Werken von Picasso oder Chagall mittlerweile der Vergangenheit angehören. Die letzte Schau dieses Formats fand 2016 statt. Damals wurden Ausstellungsstücke von Ernst Ludwig Kirchner präsentiert.

Ein gesunder Mix

„Heutzutage können wir Ausstellungen dieses Formats kaum mehr realisieren“, sagt Klein. Versicherungen würden immer teurer werden. „Zudem sind die konservatorischen Ansprüche gestiegen.“ Bedeutet: Museen und Besitzer von Kunstwerken sind mittlerweile viel sensibler als früher, wenn es um den Transport der wertvollen Kulturgüter geht.

Nach wie vor schafft es Balingen dennoch mit einem gesunden Mix aus Eigenveranstaltungen und Vermietungen, den Ansprüchen der Kulturszene gerecht zu werden. In Kooperation mit der Tübinger Kunstgalerie Art 28 holten sie James Rizzis Welt mitten in der Corona-Pandemie nach Balingen. 2024 war Janoschs Tigerente zu Besuch in der Eyachstadt.

350 bis 400 Vermietungen und rund 70 eigene Veranstaltungen stehen jährlich im Terminkalender. „Damit ist unsere Stadthalle so gut wie an jedem Tag mit Veranstaltungen verplant“, sagt Klein, der die Location als Tagungs- und Kulturzentrum bezeichnet. Neben den zwei größeren Sälen bietet die Stadthalle diverse Tagungs- und Konferenzräume, die regelmäßig von Vereinen, Parteien, Firmen und Institutionen genutzt werden.

Klein ist stolz auf die Möglichkeiten, die die Halle bietet. „Wir erhalten von Mietern regelmäßig Lob und positive Rückmeldungen“, freut sich der gebürtige Stuttgarter. Trotz des guten Zustands des Baus aus den 80er-Jahren fallen immer wieder Arbeiten an. Aktuell im Fokus: der Umbau auf LED-Beleuchtung. Die Renovierung der Künstlergarderoben gibt das Budget aktuell aufgrund der klammen Haushaltslage nicht her.

Dilemma der Kunstproduktionen

Diese macht auch vor dem Kulturangebot nicht Halt. Klein beschreibt in diesem Zusammenhang ein Dilemma der Kunstproduktionen. „Baumaßnahmen können über die Jahre effizienter und billiger erfüllt werden. Die Besetzung bei einem Theater oder einer Oper hingegen kann nicht zusammengestrichen werden“, erklärt der 54-Jährige.

Im vergangenen Jahr schaffte es der Betrieb dennoch, das Programm sachkostenneutral über die Bühne zu bekommen. Die Organisatoren wollen und müssen darauf achten, ein Angebot auf die Beine zu stellen, das einerseits breit aufgestellt ist, auf der anderen Seite über die Ticketverkäufe genug Geld in die Kassen spült.

Klein schaut optimistisch nach vorn und ist sich sicher, dass dieser komplexe Spagat auch in Zukunft gelingen wird. In der kommenden Saison dürfen sich die Besucher unter anderem auf Künstlerlesungen mit Christine Urspruch (Münster-Tatort) und das Kindermusical Anouk von Peter Maffay freuen. Der Kulturleuchtturm strahlt also weiter für Groß und Klein in Balingen.