Lange mussten Janosch-Fans darauf hinfiebern. Nun ist es so weit: Die Ausstellung „Janosch – Leben und Werk“ in der Stadthalle öffnet an diesem Samstag für Besucher die Pforten.
„Im Herzen bin ich ein Balinger und jetzt viel Spaß beim Schlendern durch mein Leben.“ Dieses Grußwort hat Anne Striewe, Geschäftsführerin der von Janosch gegründeten Fundacion Canaria und lange Weggefährtin des Erfinders der Tigerente zur Vernissage mitgebracht.
Am Abend wurde die Ausstellung „Janosch – Leben und Werk“ in der Balinger Stadthalle eröffnet. Schirmherr, Balingens OB Dirk Abel, zeigte sich stolz, mit dieser Ausstellung in Kooperation mit Art 28 Kunst und Kultur weiterhin in der Kreisstadt zu verankern.
Enrico Battaglia, Kunsthistoriker bei Art 28 sowie Kurator der Ausstellung, stimmte die Gäste auf das ein, was die Balinger nun bis Oktober hier zu sehen bekommen – und das ist einiges.
Auf die Janosch-Fans warten rund 600 Werke sowie 200 weitere Objekte aus dem privaten Besitz von Horst Eckert alias Janosch. Sogar Möbel aus dem Atelier des Künstlers auf Teneriffa – dort lebt Janosch schon seit vielen Jahren – haben die Organisatoren nach Balingen mitgebracht. Janosch selbst konnte jedoch kommen.
Das hat laut den Organisatoren zwei Gründe: Zum einen ist der Künstler mit 93 Jahren körperlich nicht mehr in der Lage, lange Reisen auf sich zu nehmen, zum anderen war und ist es auch weiterhin so, dass Janosch kein Fan großer Bühnen ist und das Rampenlicht lieber meidet.
Allerdings, so versicherte es Bernhard Feil, Kurator und Geschäftsführer von Art 28, werde man Janosch über den Verlauf der Ausstellung auf dem Laufenden halten. Besucher haben dazu die Möglichkeit, per Postkarte Feedback zu geben, „welches wir ebenfalls an Janosch weiterreichen werden“, sagte Feil.
Battaglia führte die Presse bereits vorab durch die Ausstellung. Es ist bizarr, wie schnell man sich in den vielen Welten, die von Janosch erschaffen wurden, verlieren kann.
Matthias Klein brachte es so auf den Punkt: „Wir haben einen Ausstellungsraum in einen Veranstaltungsraum gebaut.“ Der Geschäftsführer der Stadthalle sprach von einer langen Kunstausstellungstradition hier in Balingen. „Da waren Highlights dabei wie Picasso oder Chagall-Ausstellungen in den 80er-Jahren. Nun können wir mit Janosch die 21. Ausstellung präsentieren.“
Battaglia erläuterte die Intention dieser Ausstellung: Wir wollen eine Erlebniswelt für die Besucher schaffen. Neben den zahlreichen Werken – Aquarellmalereien, Kalenderblätter, Druckgrafiken und Radierungen – bietet die Ausstellung ein Ausstellungskino, und es werden Workshops veranstaltet sowie Lesungen und Führungen.
Letztere sind laut Feil bereits nahezu ausgebucht: „Wir werden nach den Sommerferien zahlreiche Schulklassen hier begrüßen dürfen. Da haben sich bereits viele angemeldet.“
Ein Jahr lang haben die Organisatoren an der Konzeption und dem Aufbau der Ausstellung gefeilt – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Feil ist begeistert, „vier Jahre nach der Rizzi-Ausstellung wieder ein großes Event hier in Balingen auf die Beine zu stellen“. Und diese Tradition wolle man auch künftig mit weiteren Projekten fortsetzen.
Die Palette des in Zabrze (Polen) geborenen Künstlers ist breitgefächert und reicht noch viel weiter über „Oh, wie schön ist Panama“ und Tigerente hinaus. Als Romanautor sei Janosch der „wahrscheinlich am meisten unterschätzte Autor“, schrieb einst der Schweizer Publizist Francois Bondy.
Katharina Eleonore Meyer ist unter anderem Geschäftsführerin des Merlin Verlags, der Werke von Janosch im Programm hat. „Es ist einfach toll, dass wir in Deutschland so einen Künstler haben, das ist nicht selbstverständlich.“
Ausstellung
Öffnungszeiten
Die Ausstellung geht vom 10. August bis 6. Oktober und hat montags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet – am Donnerstag bis 21 Uhr.
Eintrittspreise
Ein Ticket für die Ausstellung kostet 11,50 Euro. Jugendliche von 8 bis 18 Jahren zahlen 8 Euro. Kinder unter acht haben freien Eintritt.