Biathletin Janina Hettich-Walz (SC Schönwald), hier bei der Einkleidung für die Olympischen Spiele, packt bald ihre Sachen für Antholz. Foto: Eibner Pressefoto

Janina Hettich-Walz fiebert ihren ersten Olympischen Spielen entgegen. Die 29-jährige Lauterbacherin mag die Strecken in Antholz. Wir haben mit der Biathletin gesprochen.

Obertilliach in Tirol an diesem Dienstag: Biathletin Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) genießt die Mittagspause im deutschen Teamhotel. Der Countdown für ihre ersten Olympischen Spiele läuft. Die Schwarzwälderin fühlt sich topfit. Am Vormittag stand für sie und das deutsche Olympia-Aufgebot eine zweistündige Skating-Einheit bei besten Schneebedingungen an. Am Nachmittag folgt noch eine komplexe Trainingseinheit mit Laufen und Schießen.

 

Trotz des kompakten Programms findet die 29-Jährige Zeit, um mit uns über ihre Gefühle, ihre Wünsche und ihre Ziele bei den olympischen Wettbewerben zu sprechen. Ihre Vorfreude ist „einfach riesig“.

Janina Hettich-Walz, Ihre Teamkollegin Franziska Preuß startete am vergangenen Wochenende noch beim Weltcup in Nove Mesto. Wie haben Sie die Tage verbracht?

Ich konnte bei guten Bedingungen daheim in Schönwald trainieren. Seit Montag sind wir in Obertilliach und arbeiten im Training noch einige Bereiche ab. Die kurze Pause nach unseren beiden Heim-Weltcups hat mir sehr gut getan.

Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Am kommenden Dienstag werden wir nach Antholz fahren. Der Wunsch bestand schon länger, dass wir relativ früh anreisen. Am Sonntag (8. Februar, Anm.d.Red.) geht es für uns im Biathlon mit der Mixed-Staffel los.

Werden Sie und Ihr Team bei der Eröffnungsfeier in Mailand am Freitag zuvor dabei sein?

Das kommt darauf an. Wer für die Mixed-Staffel nominiert ist, wird dann wohl in Antholz bleiben. Einige von uns werden sicher in Mailand daran teilnehmen.

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf Ihre ersten Olympischen Spiele?

Einfach riesig. Olympische Wettbewerbe bestreiten zu dürfen, ist einzigartig. Nach meiner Babypause und der Rückkehr war es mein großes Ziel, bei Olympia dabei zu sein. Ich bin sehr glücklich, mein Ziel erreicht zu haben.

Für die Biathletinnen und Biathleten gibt es vom 8. Februar bis zum 21. Februar (Massenstart) viele Medaillenchancen. Was sind Ihre Ziele?

Natürlich wünsche ich mir, für möglichst viele Rennen nominiert zu werden. Aber ich nehme es, wie es kommt. Die Bedingungen in Antholz liegen mir. Es ist relativ hoch gelegen, aber dies ist für mich kein Problem.

Wie groß sind generell die deutschen Chancen auf eine Medaille und auf Top-Platzierungen?

Ich denke, dass wir mit der Staffel gute Chancen auf eine vordere Platzierung haben. Franziska Preuß kann ebenso viel erreichen. Es muss für jeden von uns eben an einem Tag vieles zusammenpassen, um ganz vorne dabei zu sein.

Die Favoritinnen sind bekannt. Kann es auch Überraschungen geben?

Ich denke schon. Natürlich werden wohl insgesamt die Rennen bei Olympia von den Athletinnen geprägt, die bislang im Weltcup vorne dabei sind. Aber Überraschungen sind möglich. Das hat ja auch die Vergangenheit gezeigt.

Auf was freuen Sie sich in Antholz besonders?

Auf die Stimmung, auf das olympischen Flair, auch wenn es ein olympisches Dorf in diesem Sinne in Antholz nicht gibt. Olympische Wettbewerbe bestreiten zu können, ist für mich einfach großartig.

Bleibt bei diesem Programm überhaupt Zeit, um vielleicht auch andere Sportarten anzuschauen? Antholz ist zwar das Biathlon-Mekka, aber zu den anderen olympischen Stätten ist es ja wohl zu weit – oder?

Das stimmt. Wie gesagt, bei der Eröffnungsfeier wird ein Teil unserer Mannschaft in Mailand dabei sein. Wir werden in Antholz sicherlich bei einigen Wettbewerben der Herren zuschauen. Aber ansonsten ist unser Programm tatsächlich zeitlich sehr kompakt.

Wird Ihre Familie Sie– mit Tochter Karlotta – in Antholz anfeuern?

Geplant ist es, aber an welchen Tagen meine Familie genau da ist, wird sich noch klären.