Janina Hettich-Walz startete in Östersund erstmals nach ihrer Babypause wieder in einem Weltcup-Einzel. Foto: TT News Agency via AP/dpa/Rosvall

Janina Hettich-Walz verpasst in ihrem ersten Weltcup-Einzelrennen nach der Babypause knapp die Olympia-Teilnorm. Julia Tannheimer verfehlt in Östersund neun von 20 Scheiben.

Nach den aus deutscher Sicht enttäuschenden Staffeln wollten die DSV-Biathletinnen um Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß am Dienstag im ersten Weltcup-Einzel ein Zeichen setzen. Dies gelang nicht.

 

Die Lauterbacherin Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) hatte im Vorfeld vor allem „altbekannte Namen“ auf ihrer Favoritinnenliste. „Generell ist die ganze französische Mannschaft extrem stark“, sah Hettich-Walz zudem auch Lisa Vittozzi (Italien) und die Öberg-Schwestern bei ihrem Heimspiel in Schweden weit vorne.

Gute Erinnerungen

Janina Hettich-Walz ging am Dienstagnachmittag mit der Nummer 49 kurz vor 16 Uhr in ihr erstes Weltcup-Einzelrennen nach der Babypause.

Einzel – da war doch was? Genau. Die Schwarzwälderin hatte im Jahr 2024 in der ältesten und längsten Biathlon-Disziplin als Vize-Weltmeisterin (2024) ihren bisher größten Erfolg gefeiert. Im Einzel gibt es für jeden Schießfehler eine Strafminute. Es kommt hier also vor allem auf die Leistung am Stand an.

Julia Tannheimer

In Östersund machte aus deutscher Sicht Julia Tannheimer (DAV Ulm, Abi am Furtwanger Skiinternat) den Anfang. Die 20-Jährige legte eine schnelle erste Runde hin. Tannheimer leistete sich aber in der ersten von zwei Liegendprüfungen eine Fahrkarte, musste also gleich eine Strafminute einstecken. Bei windigen Verhältnissen war für das große Talent aus Baden-Württemberg nach vier weiteren Fehlern im ersten Stehendanschlag eigentlich das Rennen schon vorbei. Am Ende leistete sich Julia Tannheimer (1/4/2/2) sogar neun Fehler. Damit landete die junge Ulmerin natürlich weit hinten im Feld. „Es war heute generell nicht einfach mit dem Wind“, diktierte Tannheimer dem ZDF ins Mikrofon.

Janina Hettich-Walz

Die Lauterbacherin, direkt nach Hanna Öberg gestartet, kam mit einer guten Laufzeit zum ersten Schießen, doch eine Scheibe blieb stehen. Zwei Fahrkarten waren es dann im ersten Stehendanschlag. Insgesamt blieben am Dienstag bei vielen Biathletinnen viele weiße Scheiben stehen.

Janina Hettich-Walz kam dann im zweiten Liegendschießen ohne Fehler durch, hatte vor dem letzten Anschlag durchaus noch Chancen auf ein Top-15-Ergebnis – und damit die halbe deutsche Olympia-Norm. Dafür waren aber zum Abschluss noch einmal fünf Treffer notwendig. Doch die zweite Scheibe blieb stehen. Am Ende verfehlte die 29-Jährige mit vier Strafminuten als 17. knapp einen Top-15-Rang.

Den Einzelsieg feierte mit zwei Fehlern Dorothea Wierer der italienische Biathlon-Star. Hettich-Walz hatte am Ende 2:22,9 Minuten Rückstand – was ihre gute Laufleistung unterstreicht. Damit war die Schwarzwälderin am Ende die beste DSV-Biathletin.

„Läuferisch war ich ganz gut dabei, vier Fehler sind aber zu viel. Schade, dass es nicht für die Top 15 gereicht hat“, meinte die Lauterbacherin kurz nach ihrem Rennen.

Der Ausblick

Weiter geht es für die Biathletinnen in Östersund am Freitag (16 Uhr) mit dem Sprint über 7,5 km. Am Sonntag wird der Weltcup in Schweden für die Frauen mit der Verfolgung (13.15 Uhr) über 10 km beendet.