Der Traum – olympisches Edelmetall. Der Weg bis Antholz – Schritt für Schritt. Wir haben mit Janina Hettich-Walz aber auch über München, Östersund und Russland gesprochen.
Biathletin Janina Hettich-Walz (SC Schönwald) macht Anfang der Woche in Oberhof einen entspannten, ja gelösten Eindruck. Gerade kommt die Biathletin vom obligatorischen Laufbandtest zurück. „Die Werte passen, die Leistungsentwicklung stimmt“, ist die 29-jährige Lauterbacherin mit dem Ist-Stand absolut zufrieden. „Aber dies bedeutet ja nicht, dass es auch im Winter automatisch läuft“, weiß die Vize-Weltmeisterin (Einzel) von 2024, dass nun die entscheidenden Wochen mit Blick auf die Olympischen Spiele im Februar in Italien warten. Das große Ziel im Biathlon-Mekka Antholz: Edelmetall.
Janina Hettich-Walz, wir erreichen Sie also nicht im heimischen Lauterbach (Kreis Rottweil), sondern in Oberhof. Was steht heute für Sie auf dem Programm?
Wir sind für zwei Tage in Oberhof. Wir trainieren in der Skihalle, dazu gibt es Formtests. Ich bin mit meinem Entwicklungsstand echt zufrieden und blicke optimistisch voraus.
Und wie blicken Sie auf die jüngste Premiere des Loop-One-Festivals in München zurück? 11 000 Fans waren im Olympiapark.
Das war ein echt cooles Event, hat enorm viel Spaß gemacht. Leider habe ich es nicht in die Endrunde geschafft.
Apropos München. Eine klare Mehrheit sprach sich in einer Abstimmung für Olympische Spiele in den bayerischen Metropole aus.
Ja, und das hat mich wirklich sehr gefreut, besonders die Deutlichkeit, mit der sich die Bewohnerinnen und Bewohner für Spiele in München ausgesprochen haben. Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 in München wären besonders für den Nachwuchs sehr wichtig. Das würde bestimmt viele Kids dazu bringen, mit dem Sport zu beginnen.
2044 wäre Ihre Tochter Carlotta 19.
(lacht). Bis dahin vergeht noch viel Zeit.
Der Weltcup-Auftakt in Östersund
Zurück in die Gegenwart. In München kam also das Aus nach den Vorläufen. Sportlich viel wichtiger war die DM am Großen Arber zuvor. Nach Ihrer Babypause feierten Sie mit zwei Gold- und einer Silbermedaille ein Wahnsinnscomeback. Ist damit schon klar, dass Sie beim Weltcup-Auftakt Ende November in Östersund dabei sind?
Nein. Die DM war nur die erste Hälfte der Weltcup-Qualifikation. Die zweite folgt noch in Ruhpolding. Aber ich habe bei der DM schon ein Zeichen gesetzt. Ich bin zuversichtlich, dass ich in Östersund dabei bin. Aber fix ist das eben nicht, ich muss auch in Ruhpolding abliefern.
Noch sind es rund vier Wochen bis zu den Rennen in Schweden. Wird nun der Skiroller in die Ecke gestellt, die Skier dafür aus dem Keller geholt?
Also gegen Ende der Woche bin ich wieder in Lauterbach. Da trainiere ich schon natürlich noch mit dem Skiroller. Danach fliegen wir am 4. November nach Idre in Schweden. Dort trainieren wir endlich auf Schnee. Ich hoffe natürlich, dass der Skiroller dann im Keller bleibt. Da es aber ja immer weniger Schnee auch im Schwarzwald gibt, könnte ich den Skiroller irgendwann im Winter wieder auspacken müssen.
Sie haben drei große Ziele für den Winter. Zunächst geht es um einen Platz im starken DSV-Team beim Weltcup-Auftakt, das zweite Ziel ist die möglichst schnelle Normerfüllung für die Olympischen Spiele. Und dann soll in Antholz nach WM-Silber die erste olympische Medaille her?
(lacht). So könnte man es zusammenfassen. Ich denke aber immer Schritt für Schritt. Ich würde gerne die Olympianorm in diesem Jahr noch abhaken, dann könnte man schon etwas entspannter Weihnachten feiern. Wenn ich in Antholz dabei sein sollte, dann ist schon eine Medaille mein Ziel. An Antholz habe ich übrigens sehr gute Erinnerungen, das ist einer meiner Lieblingsweltcuporte.
Ausschluss Russlands
Russische Biathletinnen werden Sie nicht von Ihrem olympischen Traum abhalten. Der Internationale Ski- und Snowboardverband (Fis) hat sich gegen die Rückkehr russischer Athletinnen und Athleten zur Olympia-Saison entschieden. Wie ist Ihre Meinung dazu?
Dazu kann ich nicht viel sagen. Ich konzentriere mich auf die Dinge, die ich beeinflussen kann. Darüber entscheiden andere Leute.
Nach Oberhof und vor Lauterbach steht noch die Einkleidung des Deutschen Skiverbands (DSV) für die Saison 2025/26 in Nürnberg an.
Ich bin auf die neuen Outfits sehr gespannt. Bis auf den Rennanzug, den haben wir schon bekommen, kenne ich noch nichts. Ich fahre also mit großer Vorfreude nach Nürnberg.