Zerstörtes Stadtzentrum von Freudenstadt Foto: Stadtarchiv Freudenstadt

Eine Gedenkfeier am Jahrestag der Zerstörung von Freudenstadt findet am Donnerstag, 16. April, in der Stadtkirche statt.

Beginn ist um 18 Uhr mit einem Gottesdienst. Dem schließt sich die Gedenkfeier unter dem Motto „Erinnerungskultur, Demokratie und Toleranz“ statt. Zum Auftakt spricht OB Adrian Sonder. Die Rede hält Kai-Michael Sprenger, Leiter und Gründungsdirektor der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ mit Sitz in Frankfurt. Sein Thema ist „Die deutsch-französische Freundschaft – ein Erinnerungsort der Demokratiegeschichte“. Im Anschluss erfolgt eine Kranzniederlegung vor der Stadtkirche.

 

„Der 16. April ist ein einschneidendes Ereignis in der Stadtgeschichte. Wie bedeutsam und präsent es im Bewusstsein vieler Freudenstädterinnen und Freudenstädter ist, hat unsere Gedenkwoche zum 80. Jahrestag gezeigt. Der Jahrestag zeigt uns aber auch, wie wichtig die Demokratie und die deutsch-französische Freundschaft sind. Beides gilt es gut zu pflegen“, so Oberbürgermeister Adrian Sonder.

Am 16. April jährt sich die Zerstörung des Stadtzentrums von Freudenstadt wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 81. Mal. Innerhalb weniger Stunden legte Artillerie den Stadtkern in Schutt und Asche. Durch den Beschuss und in den Tagen des Einmarschs der französischen Armee verloren rund 60 Menschen ihr Leben. Dieses Ereignis markiert die „Stunde Null“ in der jüngeren Stadtgeschichte, der jedoch der Wiederaufbau nach historischem Vorbild in Rekordzeit folgte. Diese Leistung der Einwohner ging als „Wunder von Freudenstadt“ in die Annalen ein.

Kunstwerk an Theodor-Gerhardt-Schule

Der Gedenkfeier voran geht um 17 Uhr eine Exkursion von Stadtverwaltung sowie Heimat- und Museumsverein Freudenstadt zur Theodor-Gerhardt-Schule. Dort trat bei Gehölz- und Pflegearbeiten ein Kunstwerk an der Fassade der Schule zutage, das lange Zeit in Vergessenheit geraten war: ein in die Außenwand gegossenes Betonrelief zum Thema Zerstörung und Wiederaufbau von Freudenstadt. Es wurde beim Bau der Schule 1968 an der Außenwand angebracht und stammt von Hermann Goppelt (1919 – 2004).