Aichhaldens Bürgermeister Michael Lehrer hielt im Gemeinderat einen Jahresrückblick ab.
In seiner Bilanz sprach Michael Lehrer von zwei wichtigen Urnengängen. Die der Bundestagswahl und der Bürgermeisterwahl in Aichhalden. Beide Wahlen hätten unterschiedliche Erwartungen geweckt.
Im Gegensatz zur Bundestagswahl habe bei seiner Wiederwahl nicht der Ruf nach einem abrupten Neuanfang im Vordergrund gestanden, sondern das Vertrauen in die Fortsetzung des bisherigen Kurses.
Die Bürgerschaft habe sich für eine Politik entschieden, die auf Verlässlichkeit, Dialog und Entwicklung setze. Dies verstehe er als Auftrag und Verpflichtung zugleich.
Mit der Bundestagswahl hätten viele Menschen die Wahl mit der Hoffnung auf eine schnelle Verbesserung verbunden. So verständlich dieser Wunsch auch gewesen sei, müsse man rückblickend feststellen: „Das braucht auf Bundesebene Zeit“, räumte der Bürgermeister ein.
Weltwirtschaft wirkt sich auf Gemeinde aus
Auf den ersten Blick scheine die große Weltpolitik weit entfernt von Sitzungen des Gemeinderats in Aichhalden. Doch die Realität zeige, dass die Gemeinde eingebunden sei in die Weltwirtschaft und damit deutlich abhängiger von globalen Entwicklungen, als es manchmal der Anschein habe.
Die Gewerbesteuer sei eine der wichtigsten Einnahmequellen der Kommune und damit ein wesentlicher Motor für die kommunale Entwicklung. Und damit für Investitionen in die Infrastruktur, Bildung, Betreuung und Lebensqualität.
Wenn es der deutschen Wirtschaft gut gehe, profitiere die Gemeinde davon. Umgekehrt gelte aber auch: „Wenn unser größter Gewerbesteuerzahler unter der Zollpolitik der USA und unter der Ressourcenpolitik Chinas massiv leidet, dann spüren wir die Weltpolitik vor Ort und konkret in den Haushaltszahlen“, schilderte Lehrer. Im Vergleich zur Weltpolitik zeige sich eine besondere Stärke der Kommunalpolitik. Da werde beständig über Jahre hinweg an der Infrastruktur gebaut.
Zahlreiche Bauprojekte umgesetzt
Die Fortsetzung der bisherigen Politik in Aichhalden bedeute keinen Stillstand. Bewährtes werde weitergeführt und gleichzeitig werde offen geblieben für Neues. Dies zeige sich in umgesetzten Maßnahmen wie der Sanierung der Straße in den Eselbach, Buchenweg, den Neubau einer Lager- und Fahrzeughalle für den Bauhof sowie dem Kinderhaus-Anbau. „Dies sind keine kleinen Projekte, sondern sichtbare“, unterstrich der Rathauschef.
Vielleicht werde man sich in Zukunft politisch und gesellschaftlich daran gewöhnen müssen, wieder mehr selbst zu kochen und nicht zu erwarten, dass einem immer ein fertiges Menü serviert werde. Die Zutaten in Form von engagierten Menschen, starke Wirtschaft und verantwortungsvoller Gemeinderat seien vorhanden.
Selber kochen bedeute zwar mehr Mühe, Abstimmung und Diskussion. Aber am Ende schmecke es in der Regel besser. Und vor allem wisse man, was drin sei. Bodenständigkeit, Qualität und die Stärke des Miteinanders mache Aichhalden (und Rötenberg) aus.
Aus dem Zusammenspiel von Welt- und Kommunalpolitik könne man lernen, dass große Veränderungen oft im Kleinen begännen. „In Aichhalden können wir die Weltpolitik nicht bestimmen, aber dafür sorgen, dass die Gemeinde auch in bewegten Zeiten ein verlässlicher Ort bleibt“, dankte Lehrer Gemeinderat und Verwaltung für die engagierte, sachliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit und erhoffte sich diese auch für 2026.