Die geplante Schließung der Trichtinger Grundschule sorgt für Unmut unter den Bürgern. Foto: Wagner

Auch 2021 war die Pandemie allgegenwärtig und beeinflusste das Leben in der Gesamtgemeinde Epfendorf. Allerdings bewegten die Menschen auch viele andere Dinge, die sowohl für Diskussionsstoff, aber auch für Unmut unter den Bürgern sorgten.

Epfendorf - Auch im Gemeinderat war man sich nicht immer einig und so gab es bereits vor der Abstimmung zum Entwurf des Haushaltsplanes 2021 einschließlich der Finanzplanung für die Jahre 2020 bis 2024 Anfang Februar eine emotional geführte Debatte im Gremium. Nach dem aktuellen Entwurf wird sich die Pro-Kopf-Verschuldung, von 242,74 Euro zum Ende dieses Jahres auf 2 085,09 Euro im Jahr 2024 erhöhen.

Gemeinderat Johannes Sauter sprach sich deshalb bereits vor der Abstimmung über den Entwurf des Haushaltsplans gegen diesen aus. Der sei so nicht abstimmungsfähig, die Verschuldung sei zu hoch, so könne man nicht wirtschaften, sagte er. Letztendlich wurde der Entwurf trotzdem mit sechs Ja- und fünf Nein-Stimmen abgesegnet. Sieben Räte enthielten sich bei der Abstimmung.

Streitthema Schulschließung

Die für viele Eltern ungenügende Situation der Schulen sorgte bereits 2020 für Gesprächsstoff und fand mit dem Gemeinderatsbeschluss zur Schließung der Grundschule Trichtingen im Juli dieses Jahres einen vorläufigen Höhepunkt. Die Verwaltung hatte das Büro "biregio" aus Bonn mit der Schulentwicklungsplanung beauftragt. Die Ergebnisse dieser Projektgruppe und eines Architekturbüros veranlassten den Gemeinderat bei seiner Sitzung am 28. Juli dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, die Unterrichtsversorgung für die Grundschulkinder aller Teilorte am Standort Epfendorf zusammenzufassen, zu folgen.

Dies allerdings äußerst knapp, neun Mitglieder des Gremiums stimmten dafür, sieben votierten dagegen. Nach diesem Beschluss verließ ein Großteil der Zuhörer damals demonstrativ den Saal und entfernte sich mit einem Hupkonzert vom Parkplatz der Harthauser Albblickhalle. Die ins Leben gerufene Bürgerinitiative berief sich unter anderem auf die Eingemeindungsverträge von 1973, in denen ein Erhalt der Grundschule festgeschrieben wurde und hat zwischenzeitlich eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Prüfung beauftragt. So wird dieses Thema auch im kommenden Jahr die Verwaltung und die Bürger der Gemeinde, sollte es nicht zu einer außergerichtlichen Lösung kommen möglicherweise auch ein Gericht beschäftigen.

Solarpark geplant

Auch beim geplanten "Agri-Solarpark" auf Epfendorfer Gemarkung gab es unterschiedliche Ansichten und Argumente. Einig war man sich sowohl in der Bürgerschaft als auch im Gemeinderat, dass diese Art der Energieerzeugung wohl zeitgemäß und erforderlich sei. Allerdings störte viele der Standort der Anlage, der unmittelbar an das Naturschutzgebiet "Schlichem" grenzen soll. Dies insbesondere auch deshalb, weil der Schlichem-Wanderweg die Anlage tangiert. Trotzdem erkannte das Gremium die Zeichen der Zeit und machte mit der Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit paralleler Flächennutzungsplanänderung mit acht zu sechs Stimmen den Weg für die Verwirklichung dieses Projekts durch die Firma Next2Sun aus Freiburg frei.

Die Fasnet ist jedes Jahr ein besonderer Höhepunkt und ist aus dem Terminkalender Epfendorfs und seiner Teilgemeinden nicht wegzudenken. Trotzdem fiel sie der Pandemie zum Opfer. Die Zünfte aus Epfendorf, Harthausen und Talhausen ließen sich aber nicht unterkriegen und präsentierten eine digitale Fasnet, die von den Narren zuhause auf dem Sofa gerne angenommen wurde.

Zahl der erfassten Straftaten gesunken

Aus polizeilicher Sicht ist in Epfendorf die Welt noch in Ordnung. Dies erfuhren Bürgermeister Mark Prielipp und seine Hauptamtsleiterin Jessica Huonker aus berufenem Munde als der Leiter des Polizeireviers Oberndorf, Artur Rieger und sein Stellvertreter Timo von Au im Epfendorfer Rathaus das Kriminalgeschehen in der Gemeinde aus dem Jahr 2020 Revue passieren ließen. Die beiden Ersten Hauptkommissare hatten gute Nachrichten im Gepäck, sind doch die Straftaten, dem landesweiten Trend folgend, auch in der Gesamtgemeinde Epfendorf gesunken.

Der Epfendorfer Sportplatz beschäftigte sowohl den FC Epfendorf als auch die Verwaltung. Er erstrahlt nun wieder in herrlichem Grün, nachdem ihm der Junikäfer doch erheblich zugesetzt und eine komplette Neuanpflanzung des Rasens erforderlich gemacht hatte. Trotzdem bleibt ein "Gschmäckle", ist der Fußballclub doch mit der nach seiner Ansicht ungerechten Kostenverteilung zwischen Verein und Gemeinde nicht zufrieden. Den Leistungen der Fußballer ist allerdings nichts anzumerken, sie befinden sich auf einem sportlich sehr guten Weg.

Mehrere Impfaktionen

Obwohl die Pandemie das Vereinsleben auch im vergangenen Jahr nahezu lahmlegte, gelang es der Bürgerinitiative "ImpulsE Bürgerschaf(f)t" für Epfendorf einige Projekte zu verwirklichen. Darunter die überaus attraktive Gestaltung eines neuen Dorfplatzes in der Adenauerstraße auf dem an den Untertageabbau von Gips in Epfendorf erinnert wird.

Kurz vor Weihnachten beklagte die Gemeinde den Tod des Künstlers Georg Bücheler, der im Alter von 68 Jahren verstarb. Der Maler und Bildhauer aus Talhausen war nicht nur für seine Bilder, sondern auch für die Gestaltung von künstlichen Landschaften, wie beispielsweise im Erlebnisbad in Obertshausen oder einer Wellnessanlage in Maspalomas bekannt. In der ehemaligen Schönbornmühle hatte er sein Atelier, in dem viele seiner Ideen und Werke entstanden.

Im Kampf gegen das Virus zeigte sich die Verwaltung der Gemeinde vorbildlich. Mit mehreren öffentlichen Impfaktionen in Epfendorf und Trichtingen bot man den Bürgern Gelegenheit sich impfen zu lassen.

Schulschließung wird Gemeinde weiter beschäftigen

Auch im kommenden Jahr werden wieder zahlreiche Herausforderungen auf Bürgermeister Mark Prielipp, die Verwaltung und den Gemeinderat zukommen. Die Schulsituation ist nach wie vor ein großes Thema, den Standort für den Bau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Teilorte Harthausen und Trichtingen gilt es noch zu finden und auch die finanzielle Situation der Gemeinde ist alles andere als auf Rosen gebettet. Zudem stößt die in Autobahnnähe geplante Windkraftanlage bereits jetzt nicht auf die Zustimmung aller Bürger, zumal diese, anders als der bereits auf den Weg gebrachte Solarpark doch für manche Anwohner Einschränkungen mit sich bringen könnte.