Wo der Rotstift angesetzt wird, entwickelt sich schwerlich Begeisterung, findet unsere Autorin. Ein Beispiel dafür war das ESC-Festival in diesem Jahr.
Mit einem eigenen „ESC-Festival“ parallel zum Großevent in Basel hat das Weiler Kulturamt in diesem Jahr neue Wege eingeschlagen.
Indes: So schön es ist, sich der Nachbarstadt gegenüber zu öffnen und über den Weiler Tellerrand hinauszublicken – in der Bevölkerung fand das ESC-Festival nicht den erhofften Widerhall.
Statt Festival-Atmosphäre herrschte zeitweilig der Eindruck verschworener Insider-Zusammenkünfte, etwa beim Vortrag von „Mr. ESC“ Irving Wolter, aber auch bei der Abschluss-Podiumsdiskussion im Kesselhaus.
Dort kam zwar zur Eröffnung ein Stadtteil zusammen, die Public Viewings waren mit je rund hundert Besuchern „gut besucht“.
Mit einem Festival hatte das aber nur wenig zu tun. Und selbst für das „exklusive“ Konzert des Schlagerstars Nicole im Haus der Volksbildung waren die Karten nicht ganz leicht unter die Leute zu bringen.
Visionäre Ideen wurden verworfen
Für das verhaltene Echo gibt es Gründe: Die ursprünglichen, visionären Ideen von Konzerten auf einer großen Freilichtbühne im Rheinpark oder auf dem Dach des Rheincenters entpuppten sich als zu teuer, der Gemeinderat schob dem Ganzen angesichts klammer Kassen einen Riegel vor.
Veranstaltungen zogen wenige Besucher an
So endete es wie bei den drei Männern, die sich, um sich aufzuwärmen, rund um eine Kerze statt um ein Lagerfeuer setzen. Um wirklich Akzente im Dreiländereck zu setzen, müssten die Weiler Kultur wieder deutlich mehr Strahlkraft entfalten.