Zwei Traditionshäuser wurden in neue Hände übergeben, eine Frühstücksbar und ein Burger-Restaurant haben neu eröffnet. Die Weiler können weiterhin gut essen gehen.
Da sage einer, es gäbe kein bereit gefächertes Angebot an Restaurants und Gasthäusern in Weil am Rhein: In der Weiler Gastronomie hat es im Jahr 2025 einige bemerkenswerte Veränderungen gegeben. Besonders gut scheint es dort zu laufen, wo langjährige Erfahrung und neue Konzepte zusammenkommen, wo sich Alteingesessne mit Neu-Weilern zusammentun.
Ein Beispiel dafür ist der Altweiler „Adler“, ein Traditionshaus, über dem lange Jahre ein Michelin-Stern prangte.
Nach dem Weggang von Sarah und Christian Habeck, die sich auf ihr Hauptgeschäft im VitraHaus-Café und das Betriebsrestaurant der Firma Glatt in Binzen konzentrieren wollten, vertraute Inhaber Wolfgang Würzburger das Haus dem jungen türkischen Gastronomen Caner Cavdar an.
Dieser hatte sich bereits mit der „Tanne“ in Fischingen, die er nach einem Dornröschenschlaf erfolgreich wieder zum Leben erweckt hat, einen Namen gemacht.
Im Altweiler „Adler“ gibt es jetzt einen Mittagstisch
Seine Idee, die Geschäfte im „Adler“ mithilfe seines Personals aus der „Tanne“ zu gewährleisten, hat sich bewährt. Zum Restaurant mit 80 Plätzen im Innenraum und weiteren 80 draußen gehört auch ein Hotel mit 30 Zimmern. Insbesondere im Hotelbetrieb kann er Synergien nutzen. Das Restaurant ist seit Oktober mittags auch unter der Woche geöffnet und ist mit drei, bald vier ausgebildeten Köchen zuverlässig aufgestellt. Bei den Gästen, unter ihnen viele Weiler, so Cavdar, komme deren gutbürgerlich-deutsche Küche bestens an.
„Schwanen“ geht in die nächste Generation
Auch im „Schwanen“, nicht weit entfernt ebenfalls in Alt-Weil gelegen, gibt es eine Veränderung: Hansi und Carmen Ritter haben ihr Traditionshaus an Sohn Stephan Ritter und Kastriot Tolaj übergeben, letzterer seinerseits Inhaber des gut besuchten Cafés „Loti“ in der Hauptstraße. Eine Ära in dem familiengeführten Hotel und Gasthaus endet, eine neue beginnt.
„Alles hat seine Zeit“, sagt Hansi Ritter (70), der 45 Jahre den „Schwanen“ zusammen mit seiner Frau Carmen (64) erfolgreich geführt hat. Das Ehepaar ist glücklich, eine gute Nachfolge gefunden zu haben. Ihr Sohn Stephan als Küchenchef und dessen langjähriger Freund Kastriot als Gastgeber und Wirt haben nun mit ihrer neu gegründeten Gesellschaft Ritter & Tolaj Gastro das Restaurant, Hotel und Gästehaus mit insgesamt 54 Betten und 75 Plätzen in den Gasträumen sowie jeweils 100 Plätzen im „Schwanen“-Saal (Engeli-Saal) und im idyllischen Garten übernommen. Die Geschichte des „Schwanen“ in Alt-Weil reicht bis 1739 zurück. Er ist somit das älteste Weiler Gasthaus.
Gastronomisches Eingangstor in die Dreiländergalerie
Er trägt einen Namen, den man kennt in Weil und schlägt gastronomisch neue Wege ein: Mit der Eröffnung des „Limon“ in der 2022 eröffneten Dreiländergalerie hat sich Deniz Büklü, Jurist, Stadtrat und Sohn des ersten Dönerstuben-Betreibers der Stadt, ein zweites Standbein in der Gastronomie geschaffen.
Frühstücken, zu Mittag essen und Cocktails trinken kann man im „Limon“. Etwas weiter die Hauptstraße hinauf, nahe des Berliner Platzes, hat sich Büklü bereits mit dem „Cakeshake“ einen Namen gemacht. Seine Ehefrau Hazal Büklü zeichnet dort für Kuchen und Torten verantwortlich.
Zum „Cakeshake“ kommt das „Limon“
Mit Abendveranstaltungen, etwa mit DJs, die Musik auflegen, möchte Büklü auch jenen eine Anlaufstelle bieten, die zum Feiern bisher nach Lörrach oder Basel ausweichen müssen. Auf Fleisch folgt Fleisch, aber in anderer Form.
Burger gibt es jetzt in der Ladenzeile
In der ehemaligen Metzgerei Kalbacher an der Hauptstraße gibt es seit September ein neues Burger-Restaurant.
„Los Blancos“ heißt das neue Schnellrestaurant im amerikanisch-mexikanischen Stil. Als Partner hat Okan Egin, der in Weil aufgewachsen und auch die Bar „Charlie’s“ in Kandern führt, Merdan Ücdere an Bord geholt.