Das große Aktivorchester des Musikvereins Bellingen begeisterte unter der Leitung von Andreas Kramer das Publikum im Kurhaus. Foto: Bianca Flier

Zu seinem Jahreskonzert im Kurhaus hatte der Musikverein Bad Bellingen eingeladen. Die musikalische Bandbreite reichte von Pippi Langstrumpf bis zum Phantom der Oper.

Auf dem Programm standen eine Auswahl beliebter Titel aus Film und Musical sowie anspruchsvolle sinfonische Bläserliteratur.

 

Den Auftakt machte das gemeinsame Ensemble von Jugendorchester und Schulorchester Rheinweiler, dirigiert von Wolfgang Wetzel, mit sauber eingespielten Stücken in reizvoller Gestaltung. Der lustige, exakt intonierte Rhythmus von „Dance Monkey“, einem von Ivo Kouwenhoven arrangierten Popsong von Tom Watson, zeigte gleich zu Beginn das Können der jungen Talente.

Weiter ging es mit der fröhlichen Melodik der Pippi-Langstrumpf-Melodie in die „Villa Kunterbunt“ und danach auf eine aufregend gestaltete Bläser-Seefahrt mit Hans Zimmers Musik zum berühmten Blockbuster „Pirates of the Caribbean“. Die bekannte englische Volksmelodie „Old Macdonald“ und das unaussprechliche „Supercalifragilisticexpialigetisch“ von Richard und Robert Sherman boten höchst vergnügliche Momente.

Anhaltender Applaus

Nach dem mitreißend präsentierten „Mambo Nr. 5“ (Arrrangement: John Moss) setzte anhaltender Applaus ein, und so wurde mit „Land of the Thousend Dances“ eine effektvolle Zugabe gespielt.

Andreas Kramer hatte mit dem Aktivorchester ein facettenreiches Programm einstudiert, das an die technischen und interpretatorischen Fähigkeiten der Musiker hohe Ansprüche stellte. Gleich mit „Olympic Fanfare and Theme“, einer Komposition von John Williams anlässlich der Olympischen Spiele 1984, stellte das stattliche Ensemble die hohe Kunst der Blasmusik unter Beweis. Triumphale Fanfarentöne und ein wahres Festgepränge an kontrastreichen Klangbildern hielten die Hörer in Atem.

Phantom schleicht durch die Reihen der Zuschauer

Zu Herzen gingen die besinnlichen Akzente im Vortrag von Peter Plates Stück „Ich bin ich“, und der gemütliche Schunkelrhythmus von Dimitri Shostakovitchs „Second Waltz“ verführte die Hörer zum Träumen. In die Welt des Orients entführte das Aktivorchester die Besucher mit dem „Aladdin Medley“ von Alan Menken und Howard Ashman.

Nach einer Pause schufen die bombastischen Klänge von Andrew Lloyd Webbers „The Phantom of the Opera“ mit ihrer atemberaubenden Dramatik eine unheimliche und zugleich mitreißende Atmosphäre, die noch verstärkt wurde, als das Phantom höchst selbst mit Gruselmaske und Laterne durch die Reihen der Zuschauer schlich.

Ganz im Gegensatz dazu verströmte die lyrische Gestaltung von „Vivo per Lei“, bekannt durch die Songversion von Andrea Bocelli und Heather Headley, eine sehnsuchtsvolle, friedliche Stimmung.

Zünftiges Potpourri

Nach dem Finale mit der Rockballade „Hinterm Horizont“ von Udo Lindenberg in einem trefflichen Bläserarrangement von Heinz Briegel und dem virtuos interpretierten sinfonischen „Coldplay in Symphonie“ (Arrangement: Bert Appermont) brandete euphorischer Applaus auf. Als Zugabe spielte das Aktivorchester zur Freude der Hörer Xaver Lechelers „Marsch-Konfetti“, ein mit Show-Elementen gespicktes, zünftiges Potpourri. Jasmin Hugenschmidt trug mit ihrer Moderation zum Gelingen des Abends bei.