Die Trachtenkapelle Kappel lief bei ihrem Jahreskonzert zu musikalischer Höchstform auf. Foto: Albert Bantle

Beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle Kappel war der Musikverein Riedböhringen zu Gast. Beide Kapellen begeisterten mit ihrem musikalischen Können.

Mit einer musikalischen Reise durch die Welt der Träume startete der Musikverein Riedböhringen unter der musikalischen Leitung von Dirigent Andreas Keimer als Gastkapelle den ersten Part beim Jahreskonzert der Trachtenkapelle Kappel (TKK) in der Schloßberghalle.

 

Los ging es mit dem symphonischen Werk des amerikanischen Komponisten Steven Reinecke „Where Eagles Soar“ mit musikalischen Momenten zwischen Boden und Himmel, zwischen Angst und Freiheit, zwischen Traum und Tat, gefolgt von „Lord Tullamore“ von Carl Wittrock, einer musikalischen Hommage an Irland.

Karibisches Flair flutete die Halle bei „The Legend of Maracaibo, und mit „Symphonic Highligts from Frozen“ von Stephan Bulla durften sich die Zuhörer musikalisch die Geschichte von der Eiskönigin einverleiben. Zirkusluft geschnuppert werden durfte dann im abschließenden Stück „The greatest Showman“ von Paul Murtha.

Vor dem zweiten Konzertteil mit der TKK unter der musikalischen Leitung von Dirigent Sven Bruckner war jedoch noch eine große Überraschung angesagt, die von der Vorsitzenden der TKK Petra Heini als „Einzug eines Königs“ angekündigt wurde. Der wurde dann in Person von Roland Hauser tatsächlich von seinen Musikerkameraden auf einem Sessel durch die Schloßberghalle nach vorne auf die Bühne getragen.

Seit 60 Jahren aktiv dabei

„Große Verdienste, langes Durchhalten, immer verlässlich, stets aktiv für die TKK und dies über für 60 Jahre lang“, eine absolute Seltenheit und genau die Eigenschaften, warum Roland Hauser heute getrost als „König des Abends“ seine Ehrung und Auszeichnung entgegennehmen dürfe, so die Vorsitzende. Von 1978 bis 1988 war er aktiver Beisitzer, von 1989 bis 1996 zweiter Vorsitzender und von 2000 bis 2012 wiederum aktiver Beisitzer – so habe Hauser 29 Jahre in der Vorstandschaft Verantwortung getragen und als Ausbilder auf der Klarinette viele junge Musiker in die TKK gebracht. Sein Ideenreichtum bei der praktischen Umsetzung von Festen wie auch sein handwerkliches Geschick seien beispiellos, wie auch sein Talent als Einkaufsplaner bei Konzerten und Festen.

Der „König des Abends“: Roland Hauser von der TKK. Foto: Albert Bantle

Als Vertreter des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar überreichte Thomas Riedlinger dem Jubilar eine außergewöhnliche Ehrung. Für 60 Jahre aktives Musizieren in der TKK gab es im Namen der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände die Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief.

Und wie nicht anders zu erwarten, lief auch im zweiten Konzertteil die TKK unter Leitung von Sven Bruckner zu musikalischer Höchstform auf. Moderiert von Claudia Schnekenburger-Erban präsentierten sich die Kappeler Musikerinnen und Musiker zunächst mit der feierlichen Ouvertüre „Jubilance“ des zeitgenössischen Komponisten Benjamin Yeo. Anschließend folgte mittelalterliches Hexentreiben mit „The Witch and the Saint“ und „Coming Home“ mit einer brillanten Klarinetten-Soloeinlage von Lena Braun.

Beifall und Zugaben

Nach „Elvis-The King“ und „The Story“, das Solo mit Tenorhorn eindrucksvoll dargeboten von Johannes Link, schloss der zweite Konzertteil mit dem energiegeladenen und facettenreichen Konzertmarsch „Zeitenwende“ von Alexander Wurz und Stephan Hutter.

Klar, dass beide Kapellen an diesem Abend nicht ohne, mit lautstarkem Beifall geforderten Zugaben, die Bühne verlassen durften.