Getreu dem Motto „Das Konzert – geht ins Ohr“ hat der Liederkranz Hallwangen, zum Teil unterstützt von Projektsängern, die fast 200 Besucher bei seinem Jahreskonzert in der örtlichen Turn- und Festhalle kurzweilig unterhalten.
Chorleiter Ralf Heckner hatte für dieses Konzert ein buntes und eingängiges Programm mit zahlreichen bekannten und weniger bekannten Schlager-und Popsongs gewählt und diese um eher swingende Stücke ergänzt. Am Ende stellte er neben den Chorleiterqualitäten auch noch sein herausragendes musikalisches Können als Sänger und Pianist unter Beweis.
Zunächst stand aber der Chor im Mittelpunkt, der bei einzelnen Stücken von Projektsängern unterstützt wurde und deshalb in der Summe auf stimmgewaltige 27 Frauen-und 13 Männerstimmen kam.
Für die instrumentale Begleitung und musikalischen Akzente auch jenseits des Gesangs sorgten Jochen Kettermann aus Nagold am Schlagzeug, Harald Sinot aus Herrenberg am Klavier und „Heimgewächs“ Patrick Seeger an der Gitarre.
Nenas „Leuchturm“ macht den Anfang
Die Zuhörer – darunter auch Monika Braun-Witt vom Chorverband Nordschwarzwald und Ortsvorsteher Christoph Mannheimer – brachten durch engagiertes Mitklatschen ihre Begeisterung zum Ausdruck und zeigten, dass das Motto im Publikum ankam.
Optisch spiegelten große Noten und ein riesiges Ohr an der Wand als Bühnendekoration das Motto wider. „Ich hoffe, dass Ihnen die zahlreichen Titel direkt ins Ohr und nicht mehr aus dem Kopf gehen“, begrüßte dementsprechend Liederkranz-Vorsitzender Bernd Hiller die Gäste, bevor die Liederkranz-Version von Nenas „Leuchtturm“ den musikalischen Abend mit seinen vielen „heiteren, freudigen und beschwingten, aber auch weichen und melancholischen Klängen“, so Chorleiter Ralf Heckner, eröffnete. Heckner regte dazu an, sich nicht nur der Musik, sondern auch den Texten, die er teilweise vorab zitierte, hinzugeben.
Bei Nenas Chartbreaker und dem nachfolgenden „Die kleine Melodie“ – eine volkstümliche Melodie ohne sinnhaften Text, dafür aber mit jeder Menge Gute-Laune-Potenzial – verzichtete der Chor zunächst auf die Projektsänger und zeigte auch beim Lied über den „Ohrwurm“ von den Wise Guys, dass er auch ohne Verstärkung genug Power hat, das Publikum zu begeistern und beschwingt mit auf die musikalische Reise zu nehmen.
Gleich zweimal geht es nach New York
Gemeinsam mit den Projektsängern wurde diese Reise anschließend mit lateinamerikanischen Klängen im Bossa-Nova-Stil beim „Cante una Canción“ („Sing ein Lied“) fortgesetzt. Eine Weltmetropole stand schließlich beim mit viel Applaus quittierten Klassiker „New York, New York“ und beim von Sehnsucht geprägten „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens gleich zweimal im Mittelpunkt, bevor Rio Reisers „Junimond“, Tim Benzkos „Nur kurz die Welt retten“ und der Evergreen „Immer wieder geht die Sonne auf“ kurzweilig in die Pause überleiteten. Das von den Sängern vorbereitete Büfett sorgte für kulinarischen Genuss und Einnahmen in der Vereinskasse.
Im zweiten Konzertteil setzte „Probier’s mal mit ’nem Bass“ – eine Ode an alle Basssänger im Chor – einen witzigen Höhepunkt im Programm. Der Ohrwurm „Vielen Dank für die Blumen“ von Udo Jürgens, ein Medley mit drei Lovesongs von den Beatles sowie Joe Cockers „You’re so Beautiful“ in der romantischen Liederkranz-Version leiteten allmählich zum Ende des Konzerts über.
Nach dem letzten Stück „Walking in Memphis“ – eine eingängige musikalische Suche nach den Wurzeln der Popmusik – folgten Dankesworte und der beschwingte Gospel „If you’re Happy“ als Zugabe. Vollblutmusiker Ralf Heckner setzte sich dabei selbst ans Klavier. Er hatte gemeinsam mit dem Chor eine Vorstellung geboten, die von der ersten bis zur letzten Minute Spaß machte.