Mit ihrem traditionellen Jahreskonzert hat die Stadtkapelle Freudenstadt wieder das Publikum begeistert. Und auch das Junge Blasorchester bewies mit mehren Stücken sein Können.
Wie das „Dinner for one“ im Fernsehen gehört das „Konzert zum neuen Jahr“ der Stadtkapelle Freudenstadt am Jahresende einfach dazu. Kein Wunder, dass am Dienstagabend die Plätze im Kurtheater für die vielen Musikliebhaber kaum ausreichten.
Groß und Klein waren gekommen, um unter dem Motto „Symphonic Dimensions“ das Konzert zu genießen – was auch gelang, denn die hoch motivierten Musiker boten ihrem Publikum durchgehenden Musikgenuss. Die rund 20 jungen Musiker des jungen Blasorchesters und die mehr als 60 Musiker der Stadtkapelle Freudenstadt präsentierten mit ihrem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Programm einen Querschnitt von klassischer Blasmusik bis hin zu modernen Stücken.
In ihrer Begrüßung ging Vorsitzende Christine Schwarz auf die Höhepunkte eines „ganz besonderen Vereinsjahres“ ein. Wurde doch 2025 mit vielen großen Konzerten und Auftritten sowohl das 170-jährige Jubiläum der Stadtkapelle als auch die Gartenschau Tal X gefeiert.
Intensiv geprobt
Ungeplant kam ein drittes wichtiges Ereignis hinzu: Da Dirigent Bálint Takács hauptberuflich an eine Musikschule auf der Schwäbischen Alb wechselte, musste schnell ein neuer Dirigent gefunden werden. Seit Herbst ist Tobias Liedtke der neue Dirigent beider Orchester.
Seither wurde auch intensiv für das Jahreskonzert geübt. Dass die vielen Probeabende auf fruchtbaren Boden fielen, bewies zunächst das Junge Blasorchester. Das aus einer Kooperation mit der Stadtkapelle, dem Musikverein Wittlensweiler und der Musik- und Kunstschule Freudenstadt hervorgegangene junge Orchester überzeugte mit der „Cimarron Overture“, mit „Latin Fire“, den „Pirates of the Caribbean“ und dem energiegeladenen „We Will Rock You“ als Zugabe.
Beeindruckende Solopartien
Feuer, Energie, Temperament, harmonisches Zusammenspiel und beeindruckende Solopartien bewiesen anschließend die versierten Musiker der Stadtkapelle mit Lukas Polanskys „Symphonics Sky Fanfare“, den „Secrets of the Savoy“ von Jakob de Haan, dem „St. Florian Choral“ von Thomas Doss und dem Stück „Don Quixote“ von Jean- Pierre Haeck.
Mit „Dos Danzas Latinas“ von André Wagnein, der „Bohemian Rhapsody“, „Barcelona“ und „Music“ von Philip Sparke verwöhnten sie ihr erwartungsfrohes Publikum nach der Pause – und nahmen es damit mitten hinein in die Welt der symphonischen Blasmusik. Hinein in eine Welt, die von Wohlklängen, von pulsierenden Rhythmen, von durch Musik erzeugten Bildern, Landschaften und Gefühlen gekennzeichnet war, mal zaghaft, verträumt und sensibel, mal schwungvoll, betörend und leidenschaftlich.
Brillante Interpretationen
Geschickt mit hineingenommen in das musikalische Geschehen wurden die erwartungsfrohen Zuhörer dabei auch von Sprechern aus dem Orchester, die diese mit Infos und Zitaten auf die Musikstücke vorbereiteten. Angesichts der brillant vorgetragenen Interpretationen wäre das bei manchen Stücken gar nicht nötig gewesen wäre.
So fühlte man sich durch die Macht der Musik bei St. Florian Choral auch mit geschlossenen Augen mit hineingenommen in ein Versprechen von Zusammenhalt, Vertrauen, Schutz und Gemeinschaft, während man beim „Don Quixote“ die Abenteurer geradezu über die Hochebene von La Mancha reiten hörte, samt Peitschenknall zwischendurch.
Herrlich, wie es Liedke immer wieder gelang, die Zuhörern durch das Exponieren verschiedener Register und kleine Soloeinlagen einzelner Spieler zu überraschen. Kein Wunder, dass sich so musikalische Gänsehautmomente mit Momente voller überschwänglicher Freude abwechselten. Das Publikum bedankte sich mit lang anhaltendem Applaus - und wurde mit mehreren Zugaben belohnt.
Auszeichnungen
Ausbildung
Welchen hohen Stellenwert die musikalische Ausbildung bei der Stadtkapelle Freudenstadt hat, zeigte sich bei der Verleihung der Leistungsabzeichen.
Bronze
Bei den D-Prüfungen konnte der stellvertretende Vorsitzende Niklas Lehmann Leni Theurer (Sopranposaune), Hubertus Jehnert und Frank Müller (beide Trompete) das bronzene Abzeichen überreichen. Zwar spielen Jehnert und Müller schon viele Jahre Trompete, da es aber in ihrer Jugend diese Prüfungen nicht gab, stellten sie sich diesen erst jetzt.
Gold
Laura Korn hatte bei den Prüfungen mit ihrer Querflöte höchste spieltechnische und musikalische Reife bewiesen und durfte sich über die Auszeichnung in der Stufe D3 –Gold freuen.