Antarktis, Irland oder Finnland: Das Jahreskonzert der Musikkapelle Thanheim nahm die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise. „Beyond the Horizon“ lautete das Motto.
Unter dem Motto „Beyond the Horizon“ (Jenseits des Horizont) begeisterte am Samstagabend das Orchester der Musikkapelle Thanheim mit einem anspruchsvollen Konzertprogramm das Publikum in der Hohenzollernhalle. Die Nachwuchsmusiker aus der Kooperation der Jugendkapelle Thanheim und der Jugendmusik Zimmern übernahmen den Auftakt. Mit den schwungvollen Musikwerken wie „The Incredibles“ und „Aladdin“ wussten sie mit ihrer Jugenddirigentin Jeanette Keller zu überzeugen.
Darauf folgte vom Musikernachwuchs zusammen mit dem Vororchester das wohl bekannteste Werk der Musikgruppe Abba „Mamma Mia“. Die Zugabe mit „Pokemon“ wurde obendrein gefordert. Belohnt wurden die Jungmusiker mit viel Applaus.
Im Anschluss übernahmen die über 50 Akteure aus dem aktiven Orchester die Bühne und musizierten unter Leitung von Dirigent Thomas Uttenweiler mit Leidenschaft, präzise und mitreißend und stets in schlüssigem Zusammenspiel. Klarinettistin Carmen Schoy moderierte durch den Abend und sagte zu Beginn: „Musik hat die einzige Kraft, uns über Grenzen hinweg zu tragen, uns fremde Welten entdecken zu lassen und uns in ferne Länder zu entführen“.
Kurz darauf erklang die Motto-Komposition „Beyond the Horizon“. Eine dynamische Komposition mit majestätischen Fanfaren und mitreißenden Melodielinien von Komponist Rossano Galante. Nicht weniger anspruchsvoll war die sinfonische Dichtung „Finlandia“, die die Zuhörer in den Norden und Osten Europas entführte. Jean Sibelius schrieb die Finlandia 1899, um die finnische Identität zu stärken und die Finnen zur Loslösung vom Russischen Reich zu bewegen. Die Akteure interpretierten stil- und kunstvoll mit markanten Blechfanfaren, kraftvollen Rhythmen und dem berühmten feierlichen Hymnus im Mittelteil.
Hommage an slawische Musikliteratur
Dirigent Thomas Uttenweiler wusste seine Bläserinnen und Bläser zu fordern, gab exakte Einsätze und dirigierte mit viel Herzblut. Außerdem wurden die passenden Filmaufnahmen zu den Ländern und deren Kultur gezeigt. Noch weiter östlich in die Weiten slawischer Länder führte daraufhin die Komposition von Jan van der Roost „Slavia“ – quasi eine Hommage an die slawische Musikliteratur integriert mit Gefühl, Farbe und Vitalität.
Auch im zweiten Konzertteil ging es schwung- und lebhaft weiter. Die Reise erstreckte sich zum kältesten Kontinent der Antarktis. Forscherlager, unendliche Eisflächen und -berge und Pinguin-Polonaisen beinhaltete das Werk „Antarctica“ von Carl Wittrock. Als packendes, rhythmusbetontes Werk mit afrikanischen traditionellen Klangbildern erwies sich „Africa: Ceremony, song and Ritual“.
Auf eine lebhafte Segeltour mit viel Abenteuern und Erlebnissen in der Karibik wurde das begeisterte Publikum mitgenommen bei „Caribbean Clipper“. Die irische Musiktradition mit ihren lebhaften Tänzen, schwungvollen Melodien und Rhythmen kamen bei „Lord Tullamore“ zum Ausdruck. Tutti-Passagen, rhythmisch treibendes Schlagwerk und melodiöse Einlagen führten durch das kleine irische Panorama. Lord Tullamore nahm seine Zuhörer mit durch die Highlands, feurig interpretiert durch die Akteure.
Mit dem bekannten Marsch „Zum Städtel hinaus“ von Georg Meissner endete der Konzertabend der Thanheimer Musikkapelle.
Ehrungen bei der Musikkapelle Thanheim
Drei Geehrte
Das Jahreskonzert bildete den Rahmen für Sabine Wasserkampf vom Blasmusik-Kreisverband Zollernalb und dessen Vorsitzenden Karl Edelmann einige der aktiven Musikerinnen und Musiker zu ehren. Unterstützt wurde sie durch den 1. Vorstand der Musikkapelle Thanheim Martin Schwellbach. Ausgezeichnet für 15-jährige Tätigkeit im Vorstand mit der Verdienstmedaille in Silber mit Urkunde: Peter Schwellbach. Für zehn Jahre aktives Musizieren mit Ehrennadel und Urkunde: Amelie Henke und Benjamin August Buckenmaier. Alle drei Geehrten hätten schon zahlreiche Vereinsämter ehrenamtlich geführt.