Langen Beifall gab es für die Musiker des Musikvereins Rötenbach bei ihrem Jahreskonzert unter neuem Dirigat.
Der neue Dirigent Jan Schlemmer hat seine Feuertaufe beim Musikverein Rötenbach mit Bravour bestanden: Der 22-Jährige präsentierte beim Jahreskonzert im Haus des Gastes in Alpirsbach mit seinen Musikern ein facettenreiches und anspruchsvolles Programm. Mit seiner humorvollen Moderation setzte Harald Borutta dem Abend die Krone auf.
Orchester und Jugendkapelle entführten bei ihrem gemeinsamen Auftritt mit „Highland Cathedral“ in majestätische Landschaften. Beide Ensembles wurden für ihre abendfüllenden Darbietungen mit überschwänglichem Beifall bedacht.
Melodiöse Passagen, effektvolle Western- und Rock-Rhythmen
Die Aktiven eröffneten mit „Nordic Fanfare & Hymn“ und ließen das niveauvolle Oberstufen-Konzertstück „Oregon“ von Jakob de Haan mit melodiösen Passagen, aber auch effektvollen Western- und Rock-Rhythmen folgen. Gekonnt Regie führte der junge Orchesterleiter Jan Schlemmer, der sich zuvor schon als begnadeter Schlagzeuger und Talent auf mehreren Instrumenten profiliert hat.
Glänzend meisterten alle Register das Konzertstück für Oberstufe Kategorie 5 „Fate oft the Gods“ (Schicksal der Götter), ein Meisterstück des beliebten Komponisten Steven Reineke. Nach neun Minuten Blasmusik-Feuerwerk applaudierten die Zuhörer begeistert.
Jungmusiker wirken das erste Mal mit
Respekt für diese Leistung, so Harald Borutta, müsse man auch den Jungmusikern zollen, welche erstmals im Orchester mit zwei schweren Oberstufen-Stücken mitwirkten: Lea Heinzelmann, Marcel Großmann, Jonas Adrion, Selina Schneider, Nico Schneider, Ronja Zyma als auch Flötistin Katrin Rühle, Referendarin an der Schule in Alpirsbach.
Der englische Titel „How to train your Dragon” könne ins Deutsche auch mit „wie du mit deiner Schwiegermutter klarkommst“ übersetzt werden, scherzte Borutta. Tatsächlich heiße die Filmmusik „Drachenzähmen leicht gemacht“. In „The greatest Showman“ erzählten die Alpirsbacher Musiker die Geschichte des größten Zirkus der Welt von Barnum.
Den Tenorhorn-Spielern und Trompetern wurde viel abverlangt
Als Solisten auf zwei Trompeten brillierten Vater und Sohn: Achim und Tim Schlemmer flirteten instrumental miteinander im „Duetto Romantico“, das kurzerhand in „Duetto Generatione“ umbenannt wurde. Mit „Adele in Concert“ vermittelte der Klangkörper grandiose Hits der Sängerin.
Freunde von Marschmusik kamen bei „Mens Sana in Corpore Sano“ auf ihre Kosten. Im ungewohnten 6/8-Takt, wie beim Radetzky-Marsch oder Preußens Gloria, wurde den Tenorhorn-Spielern und Trompetern viel abverlangt.
50 Jahre Freundschaft zwischen den Musikvereinen
Die Polka „Für immer Freunde“ als Zugabe, komponiert von Ex-Dirigent Thomas Teufel, war ganz nach dem Geschmack des Publikums und ließ die Herzen der befreundeten Stockumer im Saal höherschlagen. Mit dieser Komposition wurden 50 Jahre musikalische Freundschaft zwischen den Musikvereinen Stockum und Rötenbach besiegelt. Mit „O du Fröhliche“ stimmten sie auf Weihnachten ein.
Die Jugendkapelle unter der Leitung von Jan Schlemmer beeindruckte mit „A thousand Years“, „Highlights from Walt Disney’s Aladdin“, der emotionalen Reise „You raise me up“ und der Zugabe „Funky Town“. Ihr erstes Jahreskonzert bestritten Lynn Madeleine Bihl, Johanna und Lukas Dietel, Lucie Domiter, Joshua Huber, Lea und Tim Heinzelmann sowie Tom Zyma. Den hohen Stellenwert der Jugendarbeit unter Susanne Göhring mit 60 Jugendlichen in Ausbildung hob Vorsitzende Annette Schlemmer hervor. Jungmusikerin Lea Heinzelmann hat die D2-Prüfung bestanden.
Im Mittelpunkt der Ehrungen, welche Vorsitzender Marc Bühler und Christoph Herrmann vom Blasmusikkreisverband vornahmen, stand „Musiker-Denkmal“ Ernst Esslinger junior, der aufgrund seiner vielen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
Ehrungen
Aktive
Für 50 Jahre wurde Ernst Esslinger junior mit der Ehrennadel in Gold mit Diamanten und Ehrenbrief geehrt. Seit 20 Jahren ist Marc-Kevin Bühler dabei. Auch geehrt wurde Filip Kawecki.
Passive
Für 60 Jahre wurden Kurt Kaltenbach, Christian Krötz, Willy Wohriska und Walter Weisser ausgezeichnet.