Ende des Jahres scheidet Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer aus seinem Amt. Beim Jahresempfang der Gemeinde Glatten warf er bereits einen Blick zurück.
Zum Jahresempfang war für Freitag ins Rathaus in Glatten eingeladen worden. Geprägt war die Veranstaltung durch den Eintrag ins Goldene Buch, einen Sektempfang, die Festrede von Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer und die musikalische Umrahmung durch Sängerin Sandra Christina.
Gemeinde- und Ortschaftsräte, die Ortsvorsteher von Böffingen und Neuneck, Manuel Schwenk und Marco Schillinger, wie auch Vertreter der kirchlichen Gemeinde und von Nachbargemeinden, Feuerwehr, Vereinen und Firmen sowie Bürgermeisterkollegen kamen zum Empfang und wurden von Pfeifer persönlich per Handschlag begrüßt.
Sozusagen als Urgestein des Glattener Teilorts Böffingen war freilich auch Landrat Andreas Junt unter den Gästen. „Es fühlt sich verdammt gut an, da in Glatten zu sein“, betonte Junt in seinem Grußwort. Es sei „fast schon wie eine Familienfeier“. Und der Landrat erinnerte sich an seine Kindheit, die Grundschulzeit in Glatten, an das alte Freibad mit den „besten Schwimmbadpommes“ sowie an den Auftritt als kleiner Kerle im Kurgarten als er bei der Böffinger Trachtengruppe mitgetanzt habe. Standesamtlich habe er im Rathaus in Glatten geheiratet. Immer sei Tore-Derek Pfeifer da gewesen, so Junt in seinem Rückblick.
Fast 24 Jahre in Glatten
2002 sei Pfeifer mit seiner Frau nach Glatten gekommen und habe schon damals erkannt: „Glatten ist die Perle im Schwarzwald.“ Und obwohl es noch keine Verabschiedung des Ende des Jahres scheidenden Bürgermeisters war, dankte Landrat Junt Pfeifer für das, was dieser in fast 24 Jahren in Glatten gemacht und auf den Weg gebracht habe.
Junt überbrachte den Gruß vom Kreistag und aus der kommunalen Familie für alle Bürgermeister. Er freue sich, dass er für all jene sprechen dürfe, weil es zeige, dass man zusammenhalte. Das sei in der heutigen Zeit wichtiger denn je.
Unter der Überschrift „Kommunale Perspektiven zur Landtagswahl – Vertrauen durch Verantwortung – kommunale Stärke für ein zukunftsfestes Land“ wies Bürgermeister Pfeifer auf die von den Kommunen gestellte Forderungen hin, die schon vor der Landtagswahl geäußert wurden. Er sprach über kommunalrelevante Aspekte des erst kürzlich beschlossenen Koalitionsvertrags der grün-schwarzen Regierung. Dieser setze aus kommunaler Sicht wichtige Signale für die kommenden fünf Jahre. Entscheidend sei jedoch die Umsetzung.
Über die eigene Gemeinde sagte Pfeifer: „Glatten steht finanziell gut da und hat eine seltene Ausgangslage: Wir sind seit 2019 schuldenfrei. Glatten kann gestalten – und zwar ohne neue Schulden.“
Investitionen in die Zukunftsfähigkeit
Die Rücklagen aus Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses lagen Ende 2025 bei 24,76 Millionen Euro. „Wir investieren in Substanz, nicht in Symbolik“, war Pfeifer wichtig. Stärke zeige sich nicht im Sparbuch, sondern in der Zukunftsfähigkeit. „Und wir investieren massiv in die Zukunftsfähigkeit“, fügte Pfeifer mit Blick auf die Nahwärmeversorgung an. Dieses Jahr sind Investitionen in Höhe von 10,39 Millionen Euro vorgesehen. Die wichtigsten Zukunftsprojekte seien vorbereitet, finanziert und bereits in der Umsetzung, so Pfeifer. Er sehe Glatten auch durch die starke Rücklage als Gemeinde mit Spielraum.
Im Bereich Wohnen und Ortsentwicklung nannte er die Baugebiete „Vorderer Esch“ und „Leimen“ und zeigte sich froh über das in Böffingen lang angestrebte und nun angelaufene Landessanierungsprogramm.