Der Aussichtsturm auf dem Nähberg bleibt vorerst geschlossen. Die Ortsvorsteherin rief in ihrer Jahresbilanz die Täter auf, für den Schaden einzustehen.
Der Stadtteil Ringingen kann keine Bauplätze mehr anbieten; der beliebte Aussichtspunkt Ruine Nähberg ist aus Sicherheitsgründen geschlossen und Ortsvorsteherin Christina Dorn-Maichle möchte einen Dorf-Förderverein gründen. Viel Geld ist außerdem für Maßnahmen in diesem Jahr nicht vorhanden, doch wenn die Dorfgemeinschaft zusammenhält und viele wie bisher mit anpacken, kann in Ringingen auch in kommenden Monaten einiges erreicht werden – so lässt sich in den Kernpunkten der Jahresrückblick zusammenfassen, den die Ortsvorseherin am vergangenen Wochenende im voll besetzten Rathaussaal rund 50 Anwesenden vortrug.
Sprunghafte Nachfrage
Lange Zeit, so führte sie aus, habe sich niemand für die noch vorhandenen, drei Bauplätze im „Haupt VI“ interessiert. „Und plötzlich hätte ich an einem Tag fünf verkaufen können“, wunderte sie sich noch nachträglich.
Damit ist der Vorrat erschöpft. „Wir müssen überlegen, wie es jetzt weitergeht. Ein neues Baugebiet zu erschließen, wird ein hartes Stück Arbeit, aber wir werden eine Lösung finden“, versprach die Dorfchefin. Mutmaßlich Jugendliche haben sich Ende Dezember auf dem Nähberg ausgetobt. Eine von zwei neu errichteten Bänken, warfen sie einen Abhang hinunter. Ein Brett auf der Brücke über den Graben wurde herausgerissen, desgleichen die Metalltür am oberen Ausgang des Turms. Sie ist spurlos verschwunden! Auch an der Dachluke wurde herumgeschraubt. (Tatsächlich wollen Dorfbewohner Personen oben auf dem Ruinendach gesehen haben.) Lebensgefährlicher Wahnsinn!
Mit Blick auf Fördermittel
Die fehlende Tür stellt ein Sicherheitsrisiko dar, weshalb, so Dorn-Maichle, der Turm zunächst geschlossen bleiben muss. Sie appellierte an die Täter, sich zu melden. „Ich reiße niemand den Kopf herunter, aber die Sache sollte geklärt und der Schaden wieder gutgemacht werden.“
Von einem Dorf-Förderverein nach dem Vorbild Gauselfingens und Salmendingens verspricht sie sich Impulse – und wohl auch den erleichterten Zugang zu Fördermitteln. Eine Informationsveranstaltung dazu soll am 20. März im Rathaus stattfinden. „Es wäre schön, wenn ein paar Leute kämen und bereit wären, sich zu engagieren – im Vorstand oder auch als Mitglieder.“
Sie dankte den Vereinen, die das Dorfleben bereichern, den Helfern beim Umweltaktionstag, dem Jahrgang 1955 für die beständige Pflege der Anlage „Mettwinkel“ und der Frauengruppe, die sich jeden Monat einmal der Friedhofsverschönerung annimmt.
Was bringt die Zukunft angesichts klammer Finanzlage? Im städtischen Haushaltsplan vorgesehen, ist die Sanierung des Rathausgiebels, aus dessen Fachwerk inzwischen Mauersteine herausbrechen.
Großes Lob an die Firma „Kabel X“
Für die Festhalle ist der Einbau einer dritten Wärmepumpe vorgesehen und auf dem Dach soll Photovoltaik installiert werden. Zumindest will man die notwendigen Vorbereitungen dazu treffen.
Die Telekom hat angekündigt, einen Funkmast zu errichten, der das Dorf aus dem „Funkloch“ herausführt und die Übermittlung auch größter digitaler Datenmengen ermöglicht. Der Mast wird seinen Standort ebenfalls auf dem Hallendach erhalten. Das soeben bestellte neue Feuerwehrfahrzeug wird dagegen erst im übernächsten Jahr eintreffen. „Der Glasfaserausbau...“, hob Dorn-Maichle an – machte dann eine kurze Kunstpause, in der sich alle Ohren spitzten, und vollendete ihren Satz mit den Worten: „... wird irgendwann fertig.“ Gelächter! „Ende 2027 könnte es aber doch so weit sein“, konkretisierte sie schmunzelnd.
Ein großes Lob zollte die Ortsvorsteherin der Firma „Kabel X“, die in Ringingen am Ausbau des digitalen Netzes arbeitet. „Die schaffen hervorragend, da können wir wirklich zufrieden sein.“
Einwohnerzahl ist deutlich gesunken
Statistik
Im vergangenen Jahr wurden fünf neue Ringinger Einwohner geboren, zwei Buben und drei Mädchen; gestorben sind acht Mitbürgerinnen und Mitbürger. Die Einwohnerzahl ist gesunken: von 972 am Jahresende 2024 auf 955 im Dezember 2025.