In Frauenhäusern finden Betroffene von häuslicher Gewalt Schutz und Unterstützung, um ein neues Leben zu beginnen. (Symbolbild) Foto: dpa

28 Frauen und 47 Kinder: Das ist die Bilanz der Personen, die im Jahr 2023 im Frauenhaus Zollernalbkreis Schutz suchten. Darüber informiert der Jahresbericht.

Für Frauen, die seelische, körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, bietet das Frauenhaus Zollernalbkreis einen Schutzraum, damit sie auf ihrem Weg in ein gewaltfreies Leben die Unterstützung erhalten, die sie dafür brauchen.

 

Ziel der Arbeit im Frauenhaus ist es, die Frauen zu unterstützen, den Kreislauf von Gewalt und Misshandlung und ungerechtfertigter Abhängigkeit zu durchbrechen und ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Wie sich diese Arbeit im vergangenen Jahr entwickelt hat, stellt der Verein in seinem Jahresbericht vor.

Eine Aufnahme ist rund um die Uhr möglich

Im vergangenen Jahr fanden 28 Frauen und 47 Kinder Schutz und Unterkunft im Frauenhaus Zollernalbkreis. Davon hatten sechs Frauen keine Kinder, erwachsene Kinder oder die Kinder waren anderorts untergebracht.

Zwei der Frauen aus dem Zollernalbkreis

Zwei der Frauen kamen aus dem Zollernalbkreis und 26 Frauen waren aus anderen Landkreisen oder anderen Bundesländern. Aus Sicherheitsgründen werden Frauen aus dem Zollernalbkreis häufig an Frauenhäuser in anderen Landkreisen verwiesen und vice versa.

Das Frauenhaus Zollernalbkreis bietet momentan Platz für acht Frauen und zehn Kinder. Eine Aufnahme ist bei Platzkapazität und bei Bedarf rund um die Uhr möglich. Das Frauenhaus ist an allen Werktagen zu festgesetzten Bürozeiten telefonisch und per E-Mail erreichbar.

Unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder der sexuellen Orientierung

Es bietet Frauen und ihren Kindern, die häusliche Gewalt erlebt haben, Zuflucht, Schutz und Unterstützung unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder der sexuellen Orientierung. Frauen und Kinder werden unabhängig von ihrem vorherigen gewöhnlichen Aufenthaltsort in das Frauenhaus aufgenommen. Hierzu ist ein Hilfeangebot in Form von Einzelberatung und Gruppenarbeit erforderlich.

Beratung und Vermittlung

Zusätzlich werden Beratungen zum Thema häusliche Gewalt und Weitervermittlungen zu anderen Hilfsinstitutionen von den Mitarbeiterinnen durchgeführt. Beratungen können telefonisch oder persönlich angeboten werden.

2023 führten die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses 128 Beratungsgespräche, zumeist mit den gewaltbetroffenen Frauen selbst, aber auch mit deren Unterstützern, wie zum Beispiel mit deren Verwandten, Lehrern, Ärzten oder Behörden.

Ehrenamtliches Arbeiten

Ausgebaut wurde 2023 außerdem der Bereich des Ehrenamts. Wichtig ist dies beispielsweise in der Rufbereitschaft am Wochenende, der Hausaufgabenbetreuung, beim Rasenmähen oder auch bei der Hilfestellung für die Frauen in verschiedenen Lebensbereichen. Ehrenamtliche können auch neu zugezogenen Frauen wichtige Punkte in ihrer neuen Umgebung zeigen und ihnen die Stadt und den Zollernalbkreis bekannt machen.

Wie finanzieren sich Frauenhäuser in Deutschland?

Seit den 1980er Jahren werden etwa zwei Drittel der 400 Frauenhäuser in Deutschland über Tagessätze
finanziert.

Vor einigen Jahren entwickelten Mitarbeiterinnen der autonomen Frauenhäuser daher ein Finanzierungsmodell – das sogenannte „3-Säulen-Modell“
. Dieses besteht aus drei Modulen und bezieht Bund, Länder und Kommunen in die institutionelle Finanzierung der Frauenhäuser mit ein. Viele Frauenhäuser fordern die bundesweite Einführung dieses Modells.