In Altensteig war der Neujahrsempfang gut besucht. Foto: Thomas Fritsch

Gerappelt voll war das Altensteiger Rathaus zum offiziellen Jahresauftakt. Bei seiner Rede zeigte Bürgermeister Oliver Valha auf, was im begonnenen Jahr 2026 wichtig wird.

Selbst auf den Treppen hatten sich Altensteiger niedergelassen, die den Jahresauftakt der Stadt Altensteig miterleben wollten. Umrahmt von den jungen Sängern und Sängerinnen der Christophorus-Kantorei sowie der Stadtkapelle, warf Bürgermeister Oliver Valha einen Blick auf das vergangene Jahr und auf das begonnene.

 

„Zwei sportliche Highlights gab es: Das eine, das mich besonders gefreut hat“, erzählte Valha: Die Aufstiege des TSV Altensteig und des SSV Walddorf. „Aber eine schlechte Nachricht hab ich jetzt dennoch: Beide Mannschaften stehen derzeit auf einem Abstiegsplatz“, musste er verkünden.

Ungewöhnliches Lob für Land Baden-Württemberg

Positiv ging’s bei den Bauprojekten voran: Die Sanierung der Musikschule könne sich über eine Förderung von stolzen 85 Prozent freuen. Valha sprach ein „Großes Lob für das Land Baden-Württemberg“ für diese Unterstützung aus – etwas, das in den klammen Kommunen selten zu hören ist. Die Sanierung der Friedrich-Boysen-Schule – ebenfalls mit einer Förderung von stolzen 88,2 Prozent – liege im Zeitplan. „Nach aktuellem Stand schaffen wir es auch da, in dem Sommerferien fertig zu sein.“

Eine Änderung gab es beim Sommerkino: „Wir haben das erste Mal über einen Film abstimmen lassen – das werden wir auch 2026 wieder tun“, sagte er, die Resonanz auf die Wahl sei sehr gut gewesen.

Im neuen Jahr stehen gleich mehrere Highlights auf dem Plan. Im Februar findet der Landeswettbewerb von Jugend forscht in der Eichwaldhalle statt. Auch der Musiksommer wird wieder im Juli sein. „Zum ersten Mal wird’s zu Beginn eine After-Work-Party mit DJ geben“, kündigte Valha an. Mehrere Großprojekte, wie die Sanierung der Markgrafenschule oder der Abriss des Parkdecks Wilhelmstraße, an dessen Stelle ein Seniorenkomplex mit betreutem Wohnen und Diakoniestation entstehen soll, stehen auf dem Plan.

Und: Das erste Jugendbudget für Projekte der Jugendlichen wurde eingeführt. Die Schüler der weiterführenden Schulen können Konzepte und Wünsche einreichen. Im Herbst soll es dann eine große Wahl dazu geben. „Ich bin gespannt, wie die Jugendlichen Mehrheiten finden“, meinte Valha.

Stadtentwicklungskonzept mit „riesengroßer Bürgerbefragung“

Für alle Altensteiger spielt das neue Stadtentwicklungskonzept eine Rolle. „Wir werden eine riesengroße Bürgerbefragung durchführen“, kündigte Valha an. Da gehe es um bauliche Entwicklung, aber auch darum, welche freiwilligen Leistungen der Stadt den Bürgern besonders wichtig sind. Außerdem: „Wir probieren es mit einem Pop-up-Store-Konzept.“ Die Stadt werde dafür Leerstände anmieten.

Bei der Auszeichnung mit der Ehrennadel (von links): Susanne Obaika, Esther Gerken, Doris Härter-Given, Sonja Birnbaum, Oliver Valha und Reinhard Krebs. Foto: Thomas Fritsch

„Verbindung stärken“ heißt das Motto des Jahresauftakts – und das des Jahres. Verbindungen gestärkt haben fünf Personen in Altensteig mit ihrem Ehrenamt, die nun mit der Ehrennadel geehrt wurden. Reinhard Krebs ist vom TSV nicht wegzudenken. „Seit ich dich kenne bist du das Gesicht des S-Cups“, meinte Valha. „Das Ehrenamt ist ein Geben und ein Nehmen, man gibt Engagement, man gibt Ideen, man gibt Entwicklungen, aber das, was man als Gegenleistung nehmen kann: Die Dankbarkeit, die Freude die es macht, ein gelungenes Turnier und auch am Ende des Turniers sing ich mit dem Team immer“, sagte Krebs.

Ehrung für Unterstützung junger Familien

Quasi im Viererpack geehrt wurden Susanne Obaika, Esther Gerken, Doris Härter-Given und Sonja Birnbaum. Sie haben den „Familienbesuch“ in Altensteig mitgegründet. Dieses Projekt unterstützt junge Familien – denn wenn ein Kind dazukommt, krempelt sich das Leben immerhin vollständig um.

„Ein supertolles Angebot“, sagte Valha und wies darauf hin, dass daraus schließlich auch das Elterncafé entstanden sei. „Ich war selbst als Mama dort und habe davon profitiert“, sagt Esther Gerken. „Wir alle haben Phasen, wo wir Unterstützung brauchen und brauchen werden und es gibt Phasen, in denen man etwas hineinstecken kann.“