Eine Auszeichnung erhielt auch der Förderverein Burgruine Wehrstein: der stellvertretende Vorsitzende Ralf Kreher (von links), Vorsitzender Hubert Breisinger, Bürgermeister Jens Keucher und Ortsvorsteher Jürgen Huber. Foto: Steinmetz

Der Förderverein sowie der Seniorenkreis werden für ihr bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet. Dafür stehen sie sinnbildlich für ein sehr engagiertes Dorf.

„Wir sind steinreich“, sagte Ortsvorsteher Jürgen Huber bei der Jahresschlussfeier am Freitag in der Wehrstein-Halle. Er meinte damit natürlich nicht, dass der Stadtteil viel Geld, sondern zwei ortsbildprägende Steinbrüche hat.

 

Mit seinen 820 Einwohnern und einer Gemarkungsfläche von knapp vier Quadratkilometern sei Fischingen zwar nur ein kleiner Ort, habe aber eine große Geschichte. Er verwies dabei auf die Burg Wehrstein, die erstmals im Jahr 1101 erwähnt wurde. In den 1920er-Jahren, als die Uhrenfabrik Kienzle hier ansiedelte, war das Dorf ein wichtiger Industriestandort in der Umgebung.

Hochwasser ist ein Thema

Die Flößerei auf dem Neckar war ein weiterer Wirtschaftszweig – bis die Eisenbahn kam. Bereits 1868 erhielt Fischingen einen Halt für die Züge in Richtung Horb und Oberndorf.

Bahnstrecke, Landesstraße, Radweg – der Verkehr verläuft entlang des Neckars. „Fischingen lebt seit jeher mit und vom Wasser“, zeigte Huber auf, was seinen Ort bis heute prägt. Mit dem Triebwerkskanal im Eigentum der Stadt sei eine Insel entstanden.

„Wir nennen sie Bildungsinsel, weil hier Kindergarten, Schule und Wehrstein-Halle unmittelbar nebeneinander errichtet wurden“, so der Ortsvorsteher. Aber auch das Hochwasser ist ein wiederkehrendes Ereignis. So werde der Hochwasserschutz eines der Projekte sein, „das uns noch lange beschäftigen wird.“

Sanierung der Burgruine

Das „Herz des Dorfes“ schlägt, wie Huber herausstellte, in den Vereinen, Gruppen sowie im Ehrenamt. Fischingen habe 13 aktive Vereine und Organisationen. Zwei von ihnen zeichneten Huber und Bürgermeister Jens Keucher für bürgerschaftliches Engagement bei der Jahresschlussfeier besonders aus. Das waren der Förderverein Burgruine Wehrstein und der Seniorenkreis.

2009 entstand aus einem Freundeskreis mit geschichtsbewussten Männern aus Fischingen, Empfingen und Betra der Förderverein Burgruine Wehrstein, der heute rund 80 Mitglieder hat. Sie setzen sich zusammen mit der Eigentümerfamilie Gförer, den Kommunen Sulz und Empfingen für den Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung des Fischinger Kulturdenkmals ein.

Treffpunkt für die Menschen

Der Förderverein organisierte auch zahlreiche Veranstaltungen auf der Ruine. Geehrt wurden stellvertretend der Fördervereinsvorsitzender Hubert Breisinger und der zweite Vorsitzende Ralf Kreher.

Mit der zweiten Ehrung ist die Arbeit des Seniorenkreises in Fischingen gewürdigt worden. Engagierte Bürger, darunter Werner Dettling, hatten 1980 den Seniorennachmittag am Mittwoch ins Leben gerufen. Während der Corona-Zeit musste der Treff ausfallen, doch habe das Gemeindeteam der katholischen Kirche die Nachmittage wiederbelebt, berichtete Ortsvorsteher Huber. An den Veranstaltungen nähmen bis zu 40 Senioren teil.

Kapelle und Showtanz

Zudem organisiere das zwölfköpfige Team diverse Themennachmittage. Was aber das Wichtigste sei: „Es gibt einen Treffpunkt, an dem man sich austauschen kann.“ Sabine Scherrmann nahm für das Seniorenkreis-Team die Auszeichnung entgegen.

Die Kapelle des Musikvereins Fischingen unter der Leitung von Julian Klingenstein hatte die Veranstaltung mit dem „Fliegermarsch“ eröffnet und mit weiteren Musikstücken zur Unterhaltung beigetragen. Die Showtanzgruppe der Narrenzunft Fischingen begeisterte mit ihrem Bühnenauftritt zum Thema „Bist du auch so verliebt wie ich?“ die Zuschauer. Nach dem offiziellen Programm gab es ein gemeinsames Essen.