Das Jahrbuch des Geschichts- und Heimatvereins Villingen steht in seiner 47. Auflage unter dem Motto „Villingen im Wandel der Zeit“.
Die sehr vielfältigen gesellschaftlichen Veränderungen und Umbrüche im kirchlichen, wirtschaftlichen und bis hinein in persönliche Belange werden auf 175 Seiten akribisch, umfassend, spannend und auch einfühlsam Zeiträume umspannend erläutert.
Auf einen kurzweiligen Gang durch 900 Jahre Baugeschichte des Villinger Münster mit zeitgeschichtlichen Hintergründen führt der Kirchenhistoriker Jochen Schultheiß den Leser.
Interview mit Erwin Teufel
Die Veränderungen in der evangelischen Kirchengemeinde und dem Entstehungsprozess der Fusionierungen skizziert Lisa Hahn. Sie würdigt auch die Lebensgeschichte des katholischen Priesters Bernhard Eichkorn und sein Werk. Ein Interview mit dem Villingen sehr zugeneigten früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel über die Region betreffende kommunal- und kirchenpolitische Fragen führte Rupert Kubon.
Die Geschichte und Entwicklung der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg in ihren 150 Jahren, als Wahrerin der Gesamtinteressen von Industrie und Handel, arbeitet Thorsten Maentel auf. Dies war deshalb möglich, weil nach dem Umzug der Kammer vom Romäusring in die neuen Räume auf der Steige das gesamte erhaltene Archiv in den Bestand des Wirtschaftsarchives Baden-Württemberg der Universität Hohenheim überging.
Dass es mit Hans Kraut einen Kunsthafner von Rang gab, ist bekannt, etwas aus der Erinnerung verschwunden ist Johann Glatz, der den Prunk-Kachelofen in der Viktoria- und Albert-Hall in London schuf. Eine Nachbildung steht im Alten Rathaus. Die auf den Kacheln abgebildeten geschichtlichen Ereignisse der Stadt seit ihrem Bestehen bis ins 19. Jahrhundert ruft Edgar Tritschler ins Gedächtnis zurück.
Villingen im Schwarzwald?
Die Spuren der Entstehungsgeschichte des Schwarzwald-Baar-Kreises vor 50 Jahren beschreibt Kreisarchivar Clemens Joos. Gehört Villingen-Schwenningen überhaupt zum Schwarzwald, mit dieser Fragestellung setzt sich Peter Grassmann auseinander. Die Ergebnisse der archäologischen Rettungsgrabung zum Stalag Vb in Villingen auf dem künftigen Wohngebiet Oberer Bühl stellt Bertram Jänisch vom Landesdenkmalamt vor.
Das zu Unterkirnach gehörende Rötenloch mit der Familie Glatz ist in Villingen durch die Radmacherwetter bekannt. Mit der Besiedlungsgeschichte und der Renovierungsprojekt des 300 Jahre alten Rötenloch-Hofes beschäftigt sich Lisa Bender. Konrad Flöß stellt seinen Beitrag zur Erhaltung und von ihm vorgenommenen Restaurierungen der Wegkreuze auf der Gemarkung Villingen vor.
Abgerundet wird das Jahrbuch mit einer Rezension zum Buch von Sabine Streck, die sich in „Sonst geht es uns noch gut“ mit dem Inhalt der Feldpostbriefe ihres Vaters auseinandersetzt, einem Nachruf auf Forstamtsdirektor Eberhard Härle und einer Vorschau auf die Veranstaltungen des Geschichts- und Heimatvereins im nächsten Jahr.
Was geplant ist
Nach der Erscheinung des jetzigen Bandes ist vor dem Erscheinen der nächstjährigen Bände. Die Autoren brauchen für ihre qualifizierten Beiträge eine entsprechende Vorlaufzeit. Das Jahr 2024 rückt das Jahr 1524 mit Bauernkrieg und Reformationszeit ins Gedächtnis und im Jahre 2026 wird daran erinnert, dass 1326 die Stadt Villingen ihren Besitzer wechselte vom Haus Fürstenberg zum Haus Habsburg und Vorderösterreich.
Im Buchhandel
Das Jahrbuch ist ab sofort auch im örtlichen Buchhandel erhältlich zum Preis von 18 Euro auf Grund der enorm gestiegenen Papierpreise.