Im Januar 2011 war die Markthalle kurz vor der Fertigstellung. Foto: Hopp

2011 war das "Neckerblühen" das große Thema in Horb. Was von der Schau übrig geblieben ist.

Um alles, was blüht und grünt drehte sich das Jahr 2011 in Horb. Vor zehn Jahren war die Gartenschau "Neckarblühen" das große Thema in der Stadt. Von der Schau ist mehr übrig geblieben als ein paar verblühte Erinnerungen. In  unserem (SB+)Artikel ein kleiner Spaziergang durch die Zeit des Blütenzaubers.

 

Juli 2008: Spatenstich

Der Spatenstich im Juli 2008 ist der offizielle Auftakt der Bauarbeiten für das Grünprojekt Horb 2011. Peter Hauk, Minister für Ernährung und ländlicher Raum, bringt vor allem Entschlossenheit für "die kleine Gartenschau" mit, das Grünprojekt, für das Horb zusammen mit zwei weiteren Bewerbern vor fünf Jahren den Zuschlag vor 17 weiteren Konkurrenten bekam. Er verspricht Horb ein "Erfolgspaket": "mehr Lebensqualität, mehr Tourismus, Stärkung des Handels, und der Neckar wird wieder sicht- und erlebbar." Oberbürgermeister Michael Theurer bekommt somit vom Minister viel Rückenwind für das Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt, und von dem er sich auch ein wichtiges "Bindeglied" verspricht. "Ein grünes Band der Sympathie soll 17 Teilorte und die Kernstadt verbinden", erklärt er.

August 2008: Bad Rappenau

Eine Horber Delegation ist zu Besuch auf der Landesgartenschau in Bad Rappenau. Die Gäste gewinnen den Eindruck, dass sich der enorme Aufwand bis zum Startschuss – und vor allem auch darüber hinaus – lohnen dürfte. Der Oberbürgermeister der Kurstadt, Hans Heribert Blättgen, zeigte per Präsentation die Entwicklungsschritte auf, die seine Stadt durch die Landesgartenschau gemacht hat – und beeindruckte damit.

Juli 2009: Rechberghausen

Horb präsentiert sich am Samstag, 25. Juli, als Veranstalter des Grünprojekts 2011 beim sogenannten "Horb-Tag" auf der Rechberghausener Gartenschau. Aus dem gesamten Stadtgebiet haben sich über 270 Akteure aus zwölf Vereinen und Gruppen und weitere 160 Horber Bürger angemeldet – alle sind davon angetan.

September 2009: Übergabe

Mit einem blumengeschmückten Spaten kommt Bürgermeister-Stellvertreter Gerhard Munding im September 2009 aus Rechberghausen zurück. Das symbolkräftige Gartenwerkzeug besagt: Mit dem Grünprojekt ist jetzt Horb dran. Mit einem Erfolg ist am Wochenende die Gartenschau "Sommer-Blüten-Träume 2009" in Rechberghausen zu Ende gegangen. Mit 240 000 Besuchern lockte die viermonatige Veranstaltung doppelt so viele Besucher in die kleine Gemeinde am Fuß der Schwäbischen Alb wie erwartet.

September 2009: Vorschau

Im Rahmen des Aktionstages "Mobil ohne Auto" trifft sich die Stadtverwaltung mit Bürgern bei einer Baustellenbegehung über das Grünobjekt "Neckarblühen 2011" und informiert über den Stand der Baumaßnahmen. Treffpunkt ist die Platanenallee auf der Dammstraße. Eine wichtige Maßnahme, so wird erklärt, ist die Integration des Neckars von der Inselspitze bis zum Neckarbad. Es werden Anlagen geschaffen, die auch über das Grünprojekt hinaus zur Verfügung stehen werden. Ottmar Meyer von der Stadtverwaltung erläutert die Maßnahmen im Hochwasserschutz und die gewässerökologischen Planungen. Beabsichtigt sei, dass der Neckar sich selbst weiter entwickelt und wieder erlebbar wird.

Dezember 2009: Zuspruch

Zum Jahreswechsel bilanziert OB Peter Rosenberger die Grünprojekt-Fortschritte: "Das Grünprojekt Neckarblühen Horb 2011 ist mit seinen Teilprojekten kontinuierlich fortgeschritten. Nach anfänglichen Rückschlägen und Verzögerungen durch auftretendes Hochwasser im Frühjahr konnte rechtzeitig vor Wintereinbruch der Uferpromenadenweg entlang des Neckars und die Hochwasserschutzmaßnahmen weitgehend fertiggestellt werden. Die Einzelprojekte haben mehr und mehr Gestalt angenommen und finden in der Einwohnerschaft allgemein eine positive Resonanz." Der OB sieht eine "echte Vorfreude auf die kleine Gartenschau" in Horb.

November 2010: Tickets

Der Vorverkauf fürs Grünprojekt beginnt: Landrat Klaus Michael Rückert hat die Kartennummer "001", der Landtagsabgeordnete Norbert Beck die "002". Oberbürgermeister Peter Rosenberger händigte beim Horber Advent die ersten Dauerkarten für das Grünprojekt 2011 aus. Der Vorverkauf hat damit begonnen.

Dezember 2010: Programm

Das Programm der Gartenschau wird bekannt: 772 Veranstaltungen stehen bereits im Grünprojekt-Kalender. 1000 bis 1100 Programmpunkte sollen es schließlich insgesamt geben. Die bekanntesten Namen sind vor allem Größen aus der Volksmusik und dem Schlager. Im Mittelpunkt steht das SWR4-Schlagerfestival am 18. Juni 2011, zu dem bereits Patrick Lindner und die Geschwister Hoffmann zugesagt haben. Bekannte Namen sind aber auch Reiner Kirsten, Mara Kayser, Oliver Thomas und die Feldberger.

Januar 2011: Markthalle

Die Grünprojekt-Arbeiten auf dem Flößerwasen gehen im Januar weiter. Es werden die hölzernen Stützpfosten und das Dachgestell der künftigen Markthalle montiert. In dem Bauwerk soll beim Grünprojekt Neckarblühen der Treffpunkt Baden-Württemberg untergebracht werden; nach der Gartenschau soll die Halle als Marktort dienen.

Mai 2011: Eröffnung

Die Gartenschau wird am 20. Mai um 10 Uhr auf dem Festplatz eröffnet. An den Vortagen sind die letzten Kübel mit blühenden oder grünen Inhalten nach Horb gekommen und an verschiedenen Orten platziert worden. Auch die Fahnen mit dem Symbol des Neckarblühens flattern an vielen Straßen- und Wegesrändern.

Juni 2011: erste Bilanz

Einen Monat nach Eröffnung der Horber Gartenschau ziehen die Verantwortlichen eine erste, durchweg erfreuliche Bilanz. Der 100 000. Besucher wird spätestens an diesem Wochenende erwartet. Die bisherigen Rückmeldungen sind überwiegend positiv. "Was aus dem Horber Grünprojekt wurde, ist schlicht eine Sensation", freut sich Peter Rosenberger. 13 000 Besucher kamen allein am Eröffnungswochenende. Der Pfingstsonntag brachte mit 7000 Besuchern den ersten Besucherrekord.

September 2011: Abschluss

Die kleine Gartenschau "Neckarblühen" geht zu Ende. OB Peter Rosenberger übergibt an Sigmaringens Bürgermeister Thomas Schärer symbolisch den Staffelstab der Gartenschauen. Für Horb bedeutet dies, nach 122 Tagen voller Sonne, Blüten und mehr als 340.000 Besuchern sowie 1300 Einzelveranstaltungen, dem Grünprojekt endgültig Adieu zu sagen.

Die Gartenschau

Am 20. Mai 2011 wurde die Gartenschau "Neckarblühen" in Horb eröffnet. Auf die Besucher wartete laut Werbung der Veranstalter "eine elf Hektar große, neu gestaltete Stadt-Fluss-Landschaftspark". Zahlreiche Vereine aus Horb und Umgebung waren mit Beiträgen an der Schau beteiligt. Es gab Schaugärten von professionellen Gärtnern, Kunstakzente und die Gartenschau-Gastronomie.

Rund 1300 Veranstaltungen waren für die 122 Tage umfassende Schau geplant.

Seit dem Zuschlag für ein Grünprojekt des Landes Baden-Württemberg im Jahr 2003 hatte sich 2011 das Gesicht der Stadt an vielen Stellen verändert. Grünanlagen wurden geschaffen, wo früher Brachland war; der Fluss wurde aus seinem industriellen Verbau geholt und wieder zugänglich gemacht; Spiel- und Freizeitplätze wurden geschaffen; sogar ein neues Wasserkraftwerk wurde gebaut, um im Bereich erneuerbarer Energien einen ökologischen Schwerpunkt zu setzen.

Im Sommer standen jedoch die Gartenanlagen, die Kunstakzente, die blühenden Inseln, die kulturellen Veranstaltungen und informativen Beiträge im Mittelpunkt.

Bis heute sind Bestandteile der damaligen Gartenschau erhalten und prägen das Stadtbild. Besonderer überregionaler Beliebtheit erfreut sich der Garten für winterharte Kakteen. Weitere Gestaltungen, die von der Gartenschau stammen sind das Alte Freibad, die Inselspitze, die Treppen am Neckarufer, die Platanenallee, der Wasserspielplatz und die Weidenstecklinge.