Gute Jagdpächter sind gefragt. Sie sollten bestimmte Abschussziele erreichen. Foto: © Natureimmortal – stock.adobe.com

Jäger müssen mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut sein. Nicht selten stehen sie auch unter einem besonderen Druck, bestimmte Abschusszahlen zu erreichen. Andererseits werden sie von Tierschützern argwöhnisch beobachtet. Das bedeutet einen schwierigen Spagat. Jäger sind gesucht.

Schömberg - In jeder Gemeinde sind die betroffenen Waldbesitzer froh, wenn sie qualifizierte Jagdpächter haben. In der jüngsten Sitzung des Schömberger Gemeinderates beriet das Gremium über eine neue Satzung für die Jagdgenossenschaft. Am 31. März laufen die alten Pachtverträge aus. Eine heftige Diskussion entbrannte in der Sitzung über einen Paragrafen, der sich mit dem Verfahren bei der Jagdverpachtung befasste. In der von der Verwaltung vorgelegten Ursprungsfassung heißt es dort schlicht: "Der gemeinschaftliche Jagdbezirk wird durch freihändige Vergabe und Verlängerung laufender Pachtverträge verpachtet." Im Namen der MUZ-Fraktion schlug Gemeinderat Jörg Krax jedoch vor, diesen Paragrafen zu ergänzen. So muss der betreffende Jagdpächter mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut sein. Außerdem sollte die Vertragsverlängerung mit dem bisherigen Pächter Priorität haben. "Jeder Pächter investiert erheblich Mittel in die jagdliche Infrastruktur", heißt es als Begründung in dem Antrag der MUZ.

Die Vertrautheit mit den örtlichen Gegebenheiten war im Gremium noch unstrittig. So sagte CDU-Fraktionschef Joachim Zillinger, dass in erster Linie Bewerber aus der eigenen Gemeinde und allenfalls aus Nachbarkommunen zum Zuge kommen sollten. Dafür plädierte auch Markus Weber, Vertreter des Landratsamts Calw und von der Unteren Jagdbehörde. Ein Jagdpächter etwa aus Stuttgart habe andere Interessen als jemand, der vor Ort sei, war man sich einig.

Nach Kriterien gefragt

Auseinander gingen die Meinungen jedoch darüber, ob der bisherige Pächter bei einer anstehenden Vertragsverlängerung nach sechs Jahren den Vorzug bekommen sollte, wie es die MUZ vorschlug. Nur bei erheblichen Problemen in der vorangegangenen Periode könne einer Verlängerung widersprochen werden, schlug die MUZ vor. Als erhebliche Probleme werden im Antrag Vertragsverletzungen und das wiederholte Verfehlen des Abschusszieles genannt. Das sah Zillinger anders. "Wer entscheidet, wer Probleme hatte?", fragte Zillinger. Gebe es Bewertungskriterien und eine Jury, wollte der CDU-Fraktionschef wissen. Er wandte sich gegen "Erbhöfe" und sagte, dass ein Wechsel möglich sein müsse. Folglich müssten auch Alternativbewerbungen berücksichtigt werden.

Satzung nicht aufblähen

Weber gab hingegen zu bedenken, dass Jagdpächter nicht auf Bäumen wachsen: "Es gibt nicht allzu viele." So müsse ein Jagdpächter mit Landwirten kommunizieren können. Er sprach sich deshalb dafür aus, in dieser Frage nicht zu sehr zu reglementieren. Kämmerer Ralf Busse ergänzte, dass der Gemeinderat sich mit zusätzlichen Festlegungen nur sich selbst gängeln würde. Das Gremium entscheide ohnehin über die Jagdpächter.

Dem pflichtete UWV-Fraktionschef Gerold Kraft bei. Das Verfahren müsse transparent sein: "Wir haben es hier in der Hand. Wir fahren nicht besser, wenn wir noch viele Kriterien einfließen lassen." Deshalb sprach er sich dafür aus, den Text der Satzung nicht allzu sehr aufzublähen.

Knappe Entscheidung

Krax verteidigte den Antrag seiner Fraktion. Die Pacht für Bewerber aus Nachbarkommunen zu öffnen, könne man gut machen. Wer sechs Jahre lang erfolgreich gewesen sei, der sollte weiterhin den Vorzug bekommen. Krax gab zu bedenken, dass dieser Zeitraum sehr kurz sei. Doch Zillinger blieb bei seiner Meinung. Wenn sich jemand bewährt habe, sollte man nicht wechseln. In Zukunft sollte das Verfahren jedoch für gute neue Pächter geöffnet werden.

Letztlich billigte das Gremium knapp den Vorschlag der MUZ mit sieben Stimmen. Sechs Gemeinderäte waren dagegen, drei enthielten sich.