Die Jäger Hartmut Egeler, Nico Gengenbach und Bernhard Furtmeier mit Hündin Najia und einem Fuchspräparat Foto: Jansen

Was macht eigentlich ein Jäger? Und warum hat er einen Hund dabei? Das alles lernten die Simmersfelder Waldkindergarten-Kinder von Jäger Hartmut Egeler.

Die Waldkindergartenkinder aus Simmersfeld hatten Besuch von Jäger Hartmut Egeler aus Gäufelden, der mit ihnen direkt in der Natur über Fuchs, Hase und Reh sprach – und über das Jägerhandwerk.

 

„Was denkt ihr, was ein Jäger macht?“ fragt Egeler. Prompt kommt die Antwort: „Tiere erschießen!“ Nicht ganz falsch, aber das macht nur einen kleinen Teil der Aufgabe des Jägers aus, erklärt Egeler. Der Großteil ist „Hege und Pflege“. Das kann auch bedeuten: Tiere retten. Zum Beispiel im Frühjahr, wenn die Rehe ihre Kitze im hohen Gras ablegen und die Bauern mähen. Dann würden die Kitze mit Drohnen gesucht und herausgebracht und danach wieder abgelegt. „Dann kommt die Mutter und holt das Kitz ab“, erklärt Egeler.

Rehkitze sind eigentlich winzig. Foto: Jansen

In diesem Alter haben die Rehe noch keinen Eigengeruch. „Der Fuchs kann einen Meter am Kitz vorbeigehen und es nicht riechen“, erklärt er.

Hunde können Wildtiere totbeißen

Mit dabei hat er auch Felle und Präparate. Darunter auch ein winziges Rehkitz, das mit etwa einer Woche vor 70 Jahren totgemäht wurde. Außerdem: Einen Feldhasen und ein Feldhasenbaby. Die Kinder wollen wissen, wie die Tiere gestorben sind. Den großen Hasen hat Egeler geschossen. Das Baby wurde durch einen Hund totgebissen. „Deshalb: Den Hund in der Brut- und Legezeit immer an die Leine!“ betont Egeler.

So weich: das Fell eines Hasen Foto: Jansen

Auch ganz wichtig: Keinen Müll im Wald liegen lassen. Egeler erklärt, dass Füchse alles fressen. Fleisch, Insekten, Obst – und Müll. „Aber daran kann er sterben. Deshalb bitte nichts im Wald liegen lassen!“ Die Kinder fragen nach: Ein Apfel auch? Der kann liegen bleiben, denn der ist natürlich. Aber bitte keine Wurstdose! „Ich nehme den Müll auch immer mit heim!“ erklärt ein Junge stolz.

Anfassen dürfen die Kinder die Felle auch einmal. „Ist das weich!“ ruft ein Junge beeindruckt, als er über das Hasenfell fährt. Zwei Rehfelle hat Egeler auch mitgebracht. „Die fühlen sich gleich an“, meint ein Kind. Aber: Sie haben unterschiedliche Farben. Warum? Eines ist das dichte, stumpf-walnussfarbene Winterfell. Im Sommer haben die Rehe kastanienbraunes und leichteres Fell.

Bernhard Furtmeier, Jäger aus Ettenweiler, hat das Treffen organisiert und außerdem Hündin Najia mitgebracht. „Warum habt ihr Hunde?“ will ein Kind wissen. Egeler erklärt: Wenn ein Tier etwa verletzt davonläuft und geschossen werden muss, findet der Hund es auch im Dickicht des Waldes.

Einzigartiges Geschenk für jeden

Am Ende haben die Kinder eine Menge gelernt über die Tiere, die sie zwar nicht sehen, die aber in ihrem Waldkindergarten ganz in der Nähe sind. Und für die Kinder gab es auch ein besonderes Geschenk: Ein Horn von einem Rehbock – jedes ist absolut einzigartig.