Anstelle des ehemaligen Hotels Park-Hill soll ein sozialtherapeutisches Zentrum entstehen. Foto: Ortmann

Der Gemeinderat Loßburg hat in seiner Sitzung am Dienstag den geplanten Neubau eines sozialtherapeutischen Zentrums in Sulzbach einstimmig abgesegnet.

Loßburg - Anstelle des ehemaligen Hotels Park-Hill in Loßburg soll das sozialtherapeutische Zentrum entstehen. Der Gebäudekomplex steht schon einige Jahre leer. "Der Anblick ist nicht gerade schön", wie Gemeinderat Werner Faulhaber etwas resigniert in einer vorangegangen Sitzung festgestellt hatte.

Ursprünglich wollte ein neuer Investor das Bestandsgebäude zum Pflegeheim umbauen, scheiterte jedoch an der Finanzierung. Zwischenzeitlich hat die Gruppe Miksch & Partner das Grundstück erworben und will darauf ein sozialtherapeutisches Zentrum errichten. Die Gruppe Miksch & Partner mit Sitz in Loßburg betreibt im Landkreis an verschiedenen Standorten sozialtherapeutische Einrichtungen und ein Alten- und Pflegeheim. Darunter auch das Haus "Grezenbühl" in Alpirsbach, das sukzessive nach Loßburg verlagert werden soll.

Zustimmung vom Ortschaftsrat

Im Gemeinderat stellte Bauamtsleiter Jochen Geßler das Projekt vor. Der Bauantrag wurde Ende November eingereicht. Der Ortschaftsrat Lombach hat zwischenzeitlich seine Zustimmung erteilt. Das Bestandsgebäude soll nun komplett zurückgebaut und durch eine fach- und zeitgemäße Neubebauung ersetzt werden. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans sind die Voraussetzungen für den Neubau an dieser Stelle bereits geschaffen worden. Der geplante Neubau hat die Grundmaße von 39,50 Meter mal 48,46 Meter. Er soll dreigeschossig mit einer Gesamthöhe von 10,40 Metern errichtet werden.

Platz für 83 Personen

Damit entsteht Platz für 83 Personen, die zeitgleich aufgenommen werden können. Im Untergeschoss sind Wohnungen vorgesehen, dazu noch die Küche sowie Therapieräume. Das Dach soll als bekiestes Flachdach ausgeführt werden. Dadurch sei es problemlos möglich, eine Photovoltaik-Anlage zur Nutzung von Eigenstrom zu montieren. In Richtung Nordosten, angedockt an das Hauptgebäude, ist ein Nebengebäude mit Grundmaßen von 10,62 Meter mal 14,36 Meter geplant. Dort soll die Verwaltung des sozialtherapeutischen Zentrums untergebracht werden. In Richtung Südosten ist eine Grünanlage vorgesehen. Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher entstehen nordwestlich in Richtung Sulzbacher Straße. Zusätzlich werden nach der Landesbauordnung 46 Fahrradstellplätze benötigt, die in Richtung Süden mit Bedachung eingeplant sind.

Bürgermeister Christoph Enderle freute sich, dass bei dieser Gelegenheit gleich ein Radweg miteingebaut werden kann. Die dafür benötigte Fläche wurde vom bisherigen Eigentümer bereits an die Kommune verkauft. Die Anhörung der Nachbarn zum geplanten Neubau des Zentrums laufe noch, aber der Bürgermeister ist nach der Zustimmung im Ortschaftsrat optimistisch.

Durchschnittsalter bei 30 Jahren

Enderle freut sich über die Neuentwicklung und betonte, das Durchschnittsalter der Klienten in der Einrichtung liege bei etwa 30 Jahren, und die Zahl der benötigten Plätze nehme in Corona-Zeiten eher zu als ab. Auch wenn es in Loßburg Stimmen gäbe, die ihm unterstellten, er wolle aus dem Ort eine Großstadt mit entsprechenden sozialen Brennpunkten machen, stehe er zu der Entscheidung für die Einrichtung an dieser Stelle. Ortsvorsteher Peter Weigold sieht das auch so und zeigte sich froh, dass das Projekt realisiert wird, auch im Zusammenhang mit dem Radweg sieht er die Maßnahme als vorbildlich für die Gemeinde.