Nachdem der HBW Balingen-Weilstetten gegen Dormagen mit fünf Toren zurücklag, führte der Zweitligist eine Minute vor Schluss mit einem Tor – und stand doch mit leeren Händen da.
Auf seinen ersten Einsatz im Trikot des HBW Balingen-Weilstetten musste der neue Torwart Daniel Rebmann am Samstagabend ein wenig warten. Coach Matti Flohr schenkte nach der Keeperrochade unter der Woche zunächst Benedek Nagy das Vertrauen. Nach 34 Minuten kam Rebmann erstmals bei einem Siebenmeter aufs Feld, jedoch ohne Erfolg.
Ab der 40. Minute spielte er dann dauerhaft, hatte Anteil an einer Balinger Aufholjagd – und kassierte in der Schlusssekunde doch noch den Gegentreffer zur Niederlage. Eine Pleite, die trotz zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand in Durchgang zwei vermeidbar gewesen wäre.
Denn als Kapitän Tobias Heinzelmann eine Minute vor Schluss im Tempogegenstoß zum 29:28 aus HBW-Sicht traf, sah vieles nach einer gekrönten Aufholjagd aus. Doch ein schnelles TSV-Tor und ein Konter nach Ballverlust wenige Sekunden vor dem Ende besiegelten die erste Balinger Niederlage nach zuvor sieben Siegen in der zweiten Bundesliga.
Gut ins Spiel gekommen und zur Pause geführt
Dabei kamen die Gäste eigentlich gut ins Spiel. Tim Ruggiero-Matthes’ Tor im Tempogegenstoß zum 8:7 aus HBW-Sicht und Mex Raguses Treffer in Unterzahl sorgten für die erste Zwei-Tore-Führung im Spiel (9:7; 13. Minute). Dass diese in der Folge Bestand hatte, lag auch an mehreren starken Paraden von Nagy.
Der fünfte Treffer des Halblinke Raguse zum 17:13 für Balingen zwang Dormagens Coach Julian Bauer in der 26. Minute bereits zu seiner zweiten Auszeit. Dank zweier Treffer und mehreren erfolglosen Balinger Angriffen war seine Mannschaft zur Pause wieder in Schlagdistanz.
Zehn Minuten ohne eigenes Tor lassen Partie kippen
Die kurze Schwächephase der „Gallier“ vor der Pause machte sich auch nach dem Seitenwechsel bemerkbar. Die Dormagener Abwehr stand besser als in Durchgang eins, dem HBW dagegen fehlten ein paar Prozent. Beim Stand von 21:20 (40.) für die Hausherren sah sich Flohr zu einer Auszeit genötigt. „Wir brauchen hohe Intensität in den Zweikämpfen“, forderte er von seinem Team und brachte Rebmann für Nagy ins Tor.
Sascha Pfattheicher scheitert mehrfach am Dormagen-Keeper
Doch statt ihm lief zunächst Christian Ole Simonsen im Bayer-Tor heiß. Drei Paraden gegen Sascha Pfattheicher – eine davon von der Siebenmeterlinie – und weitere Balinger Fehlwürfe und Ballverluste ließen die Partie kippen. Fast zehn Minuten blieben die Gäste ohne Treffer, plötzlich führten die Hausherren mit bis zu fünf Toren (26:21).
Flohr reagierte wenig später mit seiner dritten Auszeit, brachte Mittelmann Elias Huber bei seinem Comeback und sprach seinem Team Mut zu. Und tatsächlich: Ein 3:0-Lauf der Balinger sorgte für eine unfassbar spannende Schlussphase, in der Dormagen dank Siegtorschütze Felix Elias Böckenholt das bessere Ende für sich hatte.