Der Donaueschinger Christian Schuh kurz vor dem Start der Ironman-WM auf Hawaii. Foto: Quendt

Christian Schuh aus Donaueschingen (Tristar Schaffhausen) nahm an den Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii teil.

Bereits 2021 hatte er mit einer Zeit von 9:38 Stunden beim Ironman in Frankfurt das WM-Ticket gelöst. Am 24. September flog er dann zusammen mit Frau Nicole nach Übersee, Tochter Olivia folgte am 3. Oktober. Groß war die Erleichterung, dass nach 11,5 Stunden Flug sein Rad in San Francisco angekommen war. 5,5 Flugstunden später war der Donaueschinger endlich auf Hawaii, wo er mit den traditionellen Leis (Blumenkränzen), Snacks und Getränken empfangen wurde. Danach ging es ins Hotel.

 

Die Akklimatisierung

"In den nächsten Tagen versuchten wir uns an das Klima (30 Grad bei 80 Prozent Luftfeuchtigkeit) und an die zweistündige Zeitverschiebung zu gewöhnen", berichtet der Donaueschinger, der beim Schwimmtraining am Dig-me-Beach ziemlich heftig mit Quallen in Berührung kam. Das Resultat waren Verbrennungen an diversen Körperstellen und allergische Reaktionen in Form von Pusteln am ganzen Körper. Die Schmerzen in der Nacht waren dann so heftig, "dass ich einen Arzt aufsuchte". Dieser verordnete diverse Medikamente und eine Salbe. "Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war, dass sich diese Medikamente im Wettkampf negativ auf meinen Flüssigkeitshaushalt und meinen gesamten Organismus auswirken sollten."

Die Weltmeisterschaft

Die nächsten Tage bis zum Wettkampf waren durch die Medikamente erträglich. Der Start erfolgte dann nach Altersklassen. "Meine Altersklasse M45 bis 49 begann um 7:20 Uhr. Gleich nach dem Start ging es ordentlich zur Sache. Etwa 460 Athleten nahmen zeitgleich die Schwimmstrecke über 3,8 km in Angriff. Es fühlte sich an, als würde man in einer Waschmaschine schwimmen", lief Christian Schuh nach 1:07 Stunden zufrieden aus dem Wasser.

Nach einem kurzen Wechsel ging es dann auf die 180 km lange Radstrecke. "Nach 140 Kilometern verspürte ich dann erstmalig leichte Krämpfe in den Oberschenkeln, konnte diese aber immer wieder lockern und nach 5:30 Stunden vom Rad auf die Laufstrecke wechseln."

Das Finale

Bereits nach wenigen Kilometern auf der Laufstrecke wurden die Krämpfe dann aber immer schlimmer. "Minutenlang musste ich so an Ort und Stelle verharren, bis sich die Krämpfe wieder lösten. Dieses Spiel begleitete mich über die gesamten 42,195 Laufkilometer, bevor ich nach einer Zeit von 11:54 Stunden das Ziel erreichte", freute sich der Donaueschinger riesig, dass er dort von seiner Familie in die Arme genommen wurde.

Das Fazit

"Der Mythos Ironman Hawaii lebt und hat meiner Meinung nach nicht unter der Corona-Pandemie gelitten. Die Stimmung und die Eindrücke waren einzigartig. Und wenn ich es noch einmal schaffen sollte, mich für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, dann bin ich auf jeden Fall wieder am Start – und zwar ohne Krämpfe", sagt und lacht Christian Schuh.