Das Sicherheitskonzept für das Irma-West-Kinderfest in Hechingen ist nach den jüngsten Anschlägen besonders streng. Dazu stellte das Sternenbäck-Aus eine Herausforderung dar.
Das 79. Irma-West -Kinder- und Heimatfest steht vor der Tür. Von Freitag bis Montag, 18. bis 21. Juli, herrscht wieder Ausnahmezustand in Hechingen. Das traditionelle Programm rund um Seniorennachmittag, Vergnügungspark, Festhandlung und Festumzug bleibt wie gewohnt. Dennoch ergeben sich für die Organisatoren von der Irma-West-Gemeinschaft jedes Jahr neue Herausforderungen.
In diesem Jahr erfordert das Sicherheitskonzept, speziell beim Festumzug am Sonntag, 20. Juli, einen deutlich höheren Aufwand, wie das Irma-West-Vorstandstrio um Stefan Walter, Michael Löffler und Iris Merkel-Beck unserer Redaktion mitteilt.
Hintergrund sind die jüngsten Anschläge auf Weihnachtsmärkte oder in Fußgängerzonen. „Der Festumzug ist am kritischsten“, sagt Löffler mit Blick auf die zahlreichen Zufahrtsstraßen an der klassischen Strecke von der Bahnhofstraße bis zum Festplatz im Weiher. Hauptsächlich mit Betonpollern sowie Fahrzeugen von Feuerwehr und DRK werden mögliche Einfahrtswege blockiert.
Sicherheit kostet Geld
Der Aufbau von Absperrungen erfordert mehr Zeit als bisher: „Wir haben immer eine halbe bis dreiviertel Stunde benötigt, nun legen wir schon gegen 11 Uhr los“, erläutert Walter hinsichtlich des Startschusses zum Umzug um 13.30 Uhr. Mit der Streckenabsperrung beschäftigt sind neben den 17 Vorstandsmitgliedern der Irma-West-Gemeinschaft auch Mitarbeiter des Bauhofs. Um die schweren Betonpoller, die von der Stadt angeschafft wurden, zu bewegen, brauche es schließlich entsprechendes Gerät. Sollten weitere Zufahrtssperren benötigt werden, stünden welche aus Bisingen zur Verfügung.
Auch auf dem Festplatzgelände wurde das Sicherheitskonzept angepasst. An den Zufahrten werden zusätzliche Schikanen angebracht, wie Merkel-Beck berichtet. Für die Beschicker müsse eine Einfahrt gewährleistet werden, mit den Schikanen werde aber der „Schutz vor Überfahrten“ – wie sich Auto-Anschläge im Behördenjargon nennen – gewahrt.
Natur als Gefahrenquelle
Ohne ein solches Sicherheitskonzept, das eng mit dem Ordnungsamt abgestimmt wurde, dürfte das Kinderfest nicht stattfinden. Michael Löffler sagt: „Der finanzielle Aspekt ist dabei der wesentliche.“ Jeder Betonpoller koste Geld; vom zusätzlichen Security-Personal, welches von einem externen Dienstleister gestellt wird, ganz zu schweigen.
Indes müssen sich die Veranstalter nicht nur um menschliche, sondern auch um natürliche Gefahren kümmern. Stichwort Waldbrandgefahr: Ab Stufe 5 muss das beliebte Abschlussfeuerwerk ausfallen, ab Stufe 4 greifen verschärfte Auflagen. „Das kostet dann natürlich auch wieder“, erklärt Stefan Walter.
Auch Unwetter können dem Spaß, zum Beispiel bei der Festhandlung vor dem Rathaus, einen Strich durch die Rechnung machen. Daher sind rund um den Marktplatz beispielsweise das Rathaus, die Stiftskirche oder das Landesmuseum Anlaufstellen in Notfällen.
Nachfolge für Sternenbäck
Eine ganz andere Herausforderung, die speziell in diesem Jahr angefallen ist, haben die Organisatoren schon gemeistert. Die 250 gebackenen Gänsefüße, die bei der Festhandlung am Samstag zum Einsatz kommen, wurden seit langer Zeit von der Bäckerei Sternenbäck hergestellt und gespendet. Diese stand nach deren Insolvenz im Vorjahr und der Schließung ihrer Filialen im Südwesten samt Produktionswerk in Hechingen für diese Aufgabe nicht mehr zur Verfügung. „Einen Nachfolger zu finden hat einige Zeit in Anspruch genommen“, sagt Michael Löffler.
Wunsch nach gutem Wetter
Das traditionelle Rezept, die Größe und Form habe lediglich die Bäckerei Sternenbäck gekannt. Nach einigen Absagen und einem Probeessen habe man mit der Bäckerei Lochenstein aus Rangendingen einen Nachfolger gefunden. So kann auch diese Tradition gewahrt werden. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen: „Kein Regen und nicht zu heiß“, schickt Iris Merkel-Beck einen Auftrag an Petrus.
Höhepunkte und Marktplatzbaustelle
32 Mannschaften
Das 79. Irma-West-Kinderfest bietet erneut ein umfassendes Programm. Besonders gut angenommen wird in diesem Jahr das Völkerballturnier der Hechinger Schulen am Freitag, 18. Juli. 32 Mannschaften sind angemeldet. Stefan Walter freut sich auch wieder auf den Kinderflohmarkt am Samstag, 19. Juli, von 13 bis 16 Uhr. Ebenfalls wird es am Freitagabend, 18. Juli, zum Fassanstich um 19 Uhr wieder eine Verlosung geben. Wer vor dem Bieranstich auf dem Festplatz ein Festabzeichen kauft, erhält ein Los. Die Ziehung der Gewinner findet nach dem Bieranstich statt.
Baustelle
Ein Höhepunkt ist die Festhandlung auf dem Marktplatz am Samstagabend, 19. Juli. Bis dahin soll auch die Baustelle in der Schloßstraße und vor der Alten Hofapotheke soweit sein.