Alisa Werner vom BTSC Zimmern ob Rottweil darf sich nach ihrem Triumph in Turin Weltmeisterin nennen. Foto: Markus Lips

Mit 14 Jahren ist die Twirlerin Alisa Werner vom BTSC Zimmern ob Rottweil bereits Weltmeisterin. Für die Zukunft hat sie viel vor.

Beim Twirling wird ein Metallstab, den man auch Baton nennt, in der Hand gedreht und die gymnastische Darbietung durch Musik begleitet. In ihrer Altersklasse beherrscht Alisa Werner von BTSC Baton-Twirling-Sport-Club Zimmern ob Rottweil das so gut, wie kaum eine andere. Erst kürzlich gewann die 14-Jährige Gold beim Nations Cup in Turnin in der Kategorie „Solo Youth Level A“. Dadurch darf sich Alisa Werner Weltmeisterin nennen. Wir haben mit ihr über diesen Erfolg und ihre Ziele gesprochen.

 

In Turin haben Sie Gold gewonnen und dürfen sich nun Weltmeisterin nennen. Was ist das für ein Gefühl?

Ich konnte es erst kaum glauben und ich war mir dessen, was ich geschafft hatte, zuerst gar nicht wirklich bewusst. Doch als nach dem Bekanntwerden der Ergebnislisten zuerst meine Teamkameradinnen und -kameraden und dann auch immer mehr Twirler auch aus anderen Ländern, die ich auch als Vorbilder sehe, zu mir kamen und mir gratulierten, realisierte ich, was ich erreicht hatte. Mittlerweile überwiegt die Freude darüber, dass sich all die Stunden in der Trainingshalle wirklich ausgezahlt haben. Mit dem Kopf bin ich jetzt allerdings schon wieder in der neuen Saison.

Was steht denn in der neuen Saison auf dem Plan?

Wir trainieren seit Längerem die neuen Choreographien. Ich muss mir wieder fünf Tänze einprägen und die neuen Tricks erlernen. Ich tanze dieses Jahr ein Solo 1-Baton, ein Solo 2-Baton, ein Artistic Solo, ein Freestyle und ein Artistic Duo mit meiner Schwester. Das erste nationale Qualifikationsturnier ist bereits Ende Oktober.

Noch einmal kurz der Blick zurück: Wie fällt das Fazit zur Saison 2025 aus?

Eine neue Twirling-Saison ist immer etwas Besonderes und Aufregendes. Man fragt sich: Wie kommen die Choreographien an und funktionieren alle neuen Schwierigkeiten? Am meisten freue ich mich aber immer auf meine Individualtänze, also Tänze auf eigene Musik. Letzte Saison waren das mein Freestyle und das Duo mit meiner Schwester Mila. Meine Höhepunkte waren auch in dieser Saison die internationalen Turniere. Es ist einfach toll, viele Twirlerinnen und Twirler aus der ganzen Welt zu treffen. Und es war auch schön zu sehen, wie gut meine Tänze bei einer internationalen Jury ankommen.

Was sind die nächsten Ziele?

Ziele für die Saison 2026 sind jetzt vorerst nur die Qualifikation für die großen internationalen Meisterschaften, die European Technical Championships und die World Freestyle Championships.

Twirling ist in der breiten Bevölkerung vermutlich nicht jedem bekannt. Wie kamen Sie dazu und was macht es für Sie aus?

Meine Mutter suchte für uns Kinder nach einem interessanten Bewegungssport – und wir fanden den Twirlingsport, den ich nun seit meinem fünften Lebensjahr ausübe. Mich fasziniert dabei die Kombination aus tänzerischen und akrobatischen Elementen. Die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, was man mit dem Baton machen kann, spornt mich immer wieder aufs Neue an. Auch finde ich es schön, den Twirlingsport bekannter zu machen. Und wer weiß: Vielleicht erlebe ich es ja noch, dass Twirling eine olympische Disziplin wird.

Sie trainieren sicher oft. Kommen da andere Dinge auch mal zu kurz?

In den Ferien oder den Phasen direkt vor großen Turnieren gehe ich mit meiner Mutter, die gleichzeitig auch meine Trainerin ist, teilweise bis zu fünfmal die Woche für mehrere Stunden in die Trainingshalle. Und auch während des Schulalltags nutzen wir jede Möglichkeit, zu trainieren. Natürlich bleibt dann neben Hausaufgaben und Lernen nicht mehr wirklich viel Zeit für andere Sachen. Aber außer meinen Schulfreundinnen auf dem Gymnasium habe ich ja auch meine Freundinnen im Twirling und meine Geschwister.