Freude an der Realschule: Eine Studie zeigt mit Blick auf die MINT-Fächer, dass die zwei getesteten neunten Klassen in allen Parametern über dem Bundes- und Landesdurchschnitt liegen.
Große Freude herrschte bei der Schulleitung und dem Lehrerkollegium der Realschule Althengstett (RSA), als die Ergebnisse der IQB-Studie eintrafen. Die Schüler der beiden neunten Klassen, die an der Studie 2024 teilgenommen hatten, lagen bei allen Parametern deutlich über dem Bundes- und dem Landesdurchschnitt.
„Wir haben bundesweit bestätigt bekommen, dass unsere Herangehensweise Früchte trägt,“ meint Schulleiter Stefan Eiding strahlend, „und ich habe das Kollegium über den grünen Klee gelobt“.
Studie Im Rahmen des bundesweiten IQB-Bildungstrends 2024, wie die Studie offiziell heißt, wurden Schüler der neunten Klassen in ganz Deutschland von März bis Juli 2024 in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik, also den sogenannten MINT-Fächern getestet. Die Schulen sowie die Klassen wurden zufällig ausgewählt.
In der wissenschaftlichen Vergleichsstudie wird überprüft, inwieweit die Schüler am Ende der Sekundarstufe I die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz erreichen. Was die Ergebnisse für Rektor Eiding so spannend macht: Es wurden nicht nur die reinen Rechenfertigkeiten getestet, „sondern auch Problemlösekompetenzen, das fachliche Verständnis und die Fähigkeit, Fragestellungen in den naturwissenschaftlichen Fächern zu durchdenken und zu bearbeiten“.
Realschule erzielt „herausragende Ergebnisse“
Ergebnisse Die Ergebnisrückmeldung aus dem IQB-Bildungstrend 2024 fasst „die herausragenden Ergebnisse der RSA zusammen und ordnet sie in den nationalen Kontext ein“, wie es heißt.
Die Schüler haben danach in allen getesteten Bereichen Leistungen weit über dem Landes- und Bundesdurchschnitt erbracht. Gleichzeitig zeige sich eine außergewöhnliche hohe Schulzufriedenheit, „die auf ein exzellentes Lernklima hinweist“.
Mathematik Eine „Glanzleistung“ haben die Schüler im Fach Mathematik abgelegt und dies ist auch pädagogisch sehr relevant, sagt die Studie. Es unterstreiche die exzellente mathematische Ausbildung an der Schule. Die Ergebnisse werden in Punkten dargestellt. Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 435 Punkten im Fach Mathematik, der Baden-Württemberg-Durchschnitt bei 441 Punkten und die RSA-Neuntklässler erreichten 490 Punkte.
Naturwissenschaften Auch in den naturwissenschaftlichen Fächern liegen die Ergebnisse deutlich über den Bund- und Landes-Durchschnitten. Die Werte in Biologie liegen für den Bund bei 435, für das Land bei 443 und die RSA liefert 526 Punkte ab. Ähnlich im Fach Chemie: Bund 434, Land 439, RSA 517. Und ebenso im Fach Physik: Bund 436, Land 438 und RSA 523 Punkte.
„Unsere Schüler glänzen nicht nur im reinen Fachwissen, sondern besonders im Bereich der Erkenntnisgewinnung,“ sagt Eiding, „mit dem vorhandenen Wissen können sie sich neue Erkenntnisse selbst erschließen, das ist, was wissenschaftliches Arbeiten eigentlich ausmacht. Wir bilden junge Forscher aus, die Zusammenhänge verstehen.“
Auch das Umfeld passt laut Studie
Schulzufriedenheit Die Studienergebnisse für die RSA belegen weiter, „dass die herausragenden Leistungen in einem sehr positiven und unterstützenden Umfeld erbracht werden“, steht in dem Ergebnisreport. Liegt der Durchschnittswert für die Schulzufriedenheit der Schüler deutschlandweit bei 53 Prozent, zeigen die Althengstetter Realschüler mit 84 Prozent sehr deutlich, dass sie gerne zur Schule gehen.
Rektor Eiding fasst das so zusammen: „Leistung und Wohlfühlen sind kein Widerspruch. Wer sich wohlfühlt, lernt besser und wer gut lernt, geht lieber zur Schule.“ Gute Leistungen entstünden dort, wo sich die Schüler ernstgenommen fühlten. „Die Studie bestätigt unsere tägliche Arbeit im Unterricht und unser pädagogisches Konzept. Das ist uns Ansporn, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.“
Teilnehmer Bundesweit haben 1556 Schulen und 48 280 Schüler teilgenommen. Die Schüler der beiden neunten RSA-Klassen haben im vergangenen Jahr ihre Mittlere Reife abgelegt. „Jedes Jahr wechseln von den Mittlere-Reife-Jahrgängen etwa 60 bis 70 Prozent auf weiterführende Schulen“, weiß der Schulleiter. Ein Blick ins Archiv zeigt, dass die RSA schon 2003 in der Pisa-Studie „Weltspitze“ war.
Die Eltern von künftigen Fünftklässlern haben am Freitag, 27. Februar, ab 15 Uhr beim Tag der offenen Tür die Möglichkeit, die RSA kennenzulernen.