Die Stadtwerke Stuttgart und Uhl Windkraft aus Ellwangen planen in Rangendingen und Grosselfingen Windkraftanlagen. Besteht deren Interesse auch an der Fläche bei Hechingen?
Noch steht der Prozess, ob und wann Windräder auf Hechinger Gemarkung gebaut werden, ganz am Anfang. Der Gemeinderat Hechingen hat in seiner Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen, dass im Windvorranggebiet westlich des Stadtteils Weilheim ein sogenanntes „Flächenpooling“ initiiert werden soll. Dieses hat zum Ziel, möglichst viele Flächen zu bündeln, um die Ertragschancen für die Beteiligten zu erhöhen und attraktiv für mögliche Projektierer zu sein.
Rund die Hälfte der Flächen sind im kommunalen Besitz, die übrigen verteilen sich auf viele private Eigentümer. Perspektivisch stünde die Frage an, wer als Projektierer für die wohl vier Anlagen auf Hechinger Gemarkung infrage kommt.
In den Unterlagen für die jüngste Gemeinderatssitzung ist davon die Rede, dass die Investoren, die auf den Teilflächen des Windkraftvorranggebietes in Rangendingen und Grosselfingen bereits Anlagen planen, auch in Hechingen aktiv werden könnten. In den Nachbarkommunen bauen wollen die Stadtwerke Stuttgart (zwei Windkraftanlagen auf Rangendinger Gemarkung und eine Windkraftanlage auf Grosselfinger Gemarkung) und die Uhl Windkraft Projektierung GmbH Co. KG aus Ellwangen (vier Windkraftanlagen auf Grosselfinger Gemarkung).
Synergieeffekte gegeben
Matthias Pavel von Uhl Windkraft betont auf Anfrage unserer Redaktion, dass sich aufgrund der räumlichen Nähe zum Weilheimer Teilgebiet durchaus Synergieeffekte ergeben könnten: „Sicher wäre es sinnvoll, wenn nicht noch ein dritter Projektentwickler auf einer überschaubaren Vorrangfläche arbeiten würde. Wir kennen die Fläche, wir haben die unterschiedlichsten Untersuchungen und Windmessungen durchgeführt und wir bereiten gerade den Genehmigungsantrag für unsere vier Windenergieanlagen vor.“ Uhl Windkraft werde zudem mit den Stadtwerken Stuttgart ein Umspannwerk für die Anlagen errichten. Daher könnte man von Synergien profitieren. Pavel sagt daher bezüglich der Hechinger Fläche: „Wenn es zu einer Ausschreibung kommen sollte, würden wir uns mit der Frage sehr ernsthaft beschäftigen.“
Untersuchungen nötig
Etwas defensiver formulieren die Stadtwerke Stuttgart ihr Interesse: „Der Entscheidung, uns um eine Fläche zwecks Projektierung zu bewerben, geht immer eine sehr eingehende Untersuchung des Standorts voraus.“ So sei es auch mit der Teilfläche des Windvorranggebietes bei Weilheim: „Wenn hier eine Ausschreibung im Detail vorliegt, werden wir diese prüfen und anschließend die Entscheidung treffen, ob wir uns bewerben.“ Demnach stehe man aber derzeit nicht im Austausch mit den Hechinger Stadtwerken oder der Hechinger Verwaltung.
Vier bis fünf Jahre
Die Windkraftanlagen in Rangendingen und Grosselfingen sollen im Jahr 2027 in Betrieb gehen. So schnell wird es auf der Hechinger Teilfläche nicht gehen. Vom Flächenzuschlag bis zur Inbetriebnahme werden „sicher vier Jahre vergehen“, informiert Matthias Pavel von Uhl Windkraft. Aufgrund der sehr fortgeschrittenen Zeit sei es wahrscheinlich nicht mehr möglich, die Projekte in Grosselfingen und gegebenenfalls geplante Anlagen in Hechingen gleichzeitig umzusetzen. Auch die Stadtwerke Stuttgart geben als durchschnittlichen Zeitrahmen von einer erfolgreichen Bewerbung bis zum Bau der Anlagen fünf Jahre an. Noch ist ebenjene Bewerbung für die Hechinger Flächen aber Zukunftsmusik.
Klar ist für Matthias Pavel hingegen, dass es wie in Grosselfingen auch in Hechingen denkbar wäre, eine Bürgerbeteiligung umzusetzen. Die Stadtwerke Stuttgart betonen dazu, dass im Zuge der Ausschreibungsprüfung auch beurteilt werden könne, ob sich die Möglichkeit einer finanziellen Bürgerbeteiligung biete.