Das Forum am Rhein soll nach Wunsch von Architekt Jürgen Grossmann mit einem Sport-und Gesundheitszentrum ergänzt werden. Dieses ist im dritten und vierten Obergeschoss des Gebäudes vorgesehen. Foto: Armbruster

Jürgen Grossmann möchte im Forum am Rhein bei Altenheim das „Fital-Forum“ mit einer Physiotherapeutin einrichten. Der Parkdruck soll dennoch reduziert werden.

Die Umgestaltung der Flächen im Obergeschoss des Forums hat eine längere Vorgeschichte: Anfang 2025 ging beim Neurieder Gemeinderat die Bauvoranfrage für die Errichtung einer Kieferorthopädie-Praxis ein. Diese Pläne lagen eine geraume Zeit auf dem Eis. Mittlerweile hat sich Investor Jürgen Grossmann dafür entschieden, die ursprüngliche Idee zu verwerfen und hat stattdessen eine Nutzungsänderung für den Bau eines Sport-und Gesundheitszentrums beantragt. Dieser hat der Gemeinderat in seiner vergangenen Sitzung zugestimmt.

 

Unsere Redaktion fragte bei dem Architekten nach den Gründen für die Änderung. „In Gesprächen mit der Gemeinde ist deutlich geworden, dass man sich eine Reduzierung des gastronomischen Angebots und eine noch größere Vielfalt bei der Nutzung des Forums wünscht. Dem sind wir bei der konzeptionellen Entwicklung nachgekommen. In diesem Zusammenhang ist unter anderem auch eine Anfrage nach Praxisräumen im Gespräch gewesen.“, erklärte Grossmann.

Das neue Zentrum soll die Vielfalt des Forums erhöhen

Noch besser zum Geist dieses Ortes passe jedoch das „Fital-Forum“, das die Physiotherapeutin Nadja Dresel im dritten und vierten Obergeschoss eröffnen wird. Dieses neue Angebot sei verknüpft mit dem Ziel, dass sich Menschen aus Deutschland und Frankreich beim Sport treffen und ins Gespräch kommen, so der Investor. Dadurch werde das Angebot am Forum am Rhein vielfältiger.

Und wie sieht es mit der Parksituation aus? „Wir gehen davon aus, dass sich der zuletzt in Stoßzeiten thematisierte Parkdruck reduziert“, war sich Grossmann sicher. Mit dem neuen Sport-und Gesundheitszentrum erwarte man eine gleichmäßigere Nutzung des Areals.

Die Kritik von Gemeinderäten, die den grenzüberschreitenden Aspekt bei dem Projekt vermissen, könne er nicht nachvollziehen. „Grenzüberschreitende Begegnungen gibt es nicht nur am gedeckten Tisch, mit kulturellem Background oder bei Veranstaltungen, sondern gerade auch im Alltag“, betonte Grossmann. Gerade bei Sport kommen Menschen zusammen, die bei unterschiedlicher Nationalität dasselbe Ziel verfolgen: fit bleiben.

Sport kann die unterschiedliche Menschen zusammenbringen

„Das ist totaler Quatsch“. Grossmann positionierte sich eindeutig gegen das Gerücht, dass im geplanten Zentrum ein Etablissement entstehen solle. Dies kam bei der Fragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung auf. Nadja Dresel biete gesundheitsfördernde Bewegungsprogramme an, Rehasport und Schmerzprävention durch Mobilitätsübungen. In der Villa Erlenbad in Sasbach habe sie mit diesem Angebot seit 2015 viele Menschen wieder auf die Beine gebracht.

Die Therapeutin ist seit 2015 in Sasbach etabliert

„Ich kann mir nicht erklären, wie jemand auf die Idee kommt, solch ein dummes Gerücht in die Welt zu setzen“, stellte der Investor klar.

Das Forum am Rhein verbindet seit sieben Jahren die deutsch-französische Grenze (siehe Info). Wie fällt da die bisherige Bilanz aus? „Unsere Erwartungen sind mehr als übertroffen worden. Das Europäische Forum am Rhein hat sich als kulturelles Zentrum und Naherholungsdestination etabliert“, freute sich Grossmann. Seine Vision sei es gewesen, in der Rheinebene mit dem Forum am Rhein ein Pendant zum Mummelsee an der Schwarzwaldhochstraße zu schaffen, also ein Tagesausflugsziel für alle Generationen. Dies sei in kürzester Zeit gelungen. Es sei schön zu sehen, wie viele Menschen am Rhein eine gute Zeit genießen. „Gemeinsam mit der Gemeinde ist hier wirklich ein Leuchtturmprojekt entstanden“, bilanzierte der Architekt.

Das Forum am Rhein

Von der ersten Idee bis hin zur kompletten Umsetzung des Forums vergingen zehn Jahre. Seit der Fertigstellung der Bauarbeiten im Jahr 2019 erhebt sich nun das Gebäude mit einer Fläche von 5230 Quadratmetern am Ufer des Rheines. Neben dem Cafe und Restaurant „Armbrusters Lieblingsplatz“ sowie dem japanischen Sushi-Restaurant „Miko“ hat sich das Theater Eurodistrict Baden Alsace im Forum niedergelassen. Es fungiert als Begegnungsstätte für Deutsche und Franzosen und bietet daher auch bilinguale Stücke an. Das Amphitheater im obersten Stockwerk bietet Platz für 150 Theaterbesucher.