Die Stadt hat den historischen Gasthof Dreikönig in Freudenstadt an Tobias Reich verkauft. Denkbar sei, verrät der Investor, künftig wieder eine Gastronomie im Gebäude anzusiedeln.
Für den alten Brauereigasthof Dreikönig in unmittelbarer Nachbarschaft zum oberen Marktplatz in Freudenstadt brechen neue Zeiten an. Der Gemeinderat verkaufte das städtische Gebäude in seiner nicht öffentlichen Sitzung am Dienstag einstimmig.
Neuer Besitzer ist Tobias Reich, Rechtsanwalt in Horb. Seine private Immobiliengesellschaft Schwarzwald Invest e.G.b.R Tobias und Tanja Reich hat bereits mehrere Immobilien in Freudenstadt erworben und aufwendig renoviert wieder auf den Markt gebracht. Darunter das „Thalia“-Gebäude, den „Speckwirt“ und die „Traube“ (heute „Marktwirtschaft“) am unteren Marktplatz. Ob der „Dreikönig“ wieder gastronomisch genutzt wird, erscheint durchaus möglich, ist aber nicht sicher.
Gebäude steht unter Denkmalschutz
Der Beschluss zum Verkauf des historischen und unter Denkmalschutz stehenden „Dreikönig“-Gebäudes umfasst auch die unbebaute angrenzende Freifläche hinter dem alten Gasthof, die derzeit als privater Parkplatz genutzt wird. Die Gaststätte steht seit mehreren Jahren leer, das Gebäude verfällt zusehends, die einst stolze Fassade ist stark verwittert.
Was Wunder, dass sich Oberbürgermeister Adrian Sonder im Gespräch mit unserer Redaktion zufrieden zeigt, dass der „Dreikönig“ nun „in guten Händen ist, die eine Entwicklung ermöglichen, dass an diesen historischen Ort wieder Leben einkehrt“. Er freue sich, dass Tobias Reich einmal mehr in der Stadt und für die Stadt Mehrwert schaffen wolle. Sonder ist überzeugt, dass es dem Investor gelingen werde, das denkmalgeschützte Gebäude „gut zu transformieren“.
Solide Bausubstanz
Den Verkaufspreis bezeichnet Sonder als „fair“, Reich als „erträglich“. Der Investor wolle sich, so der Oberbürgermeister, zunächst auf die Sanierung des alten Gebäudes konzentrieren.
Er habe schon lange mit dieser Immobilie geliebäugelt, verrät Reich, jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen. Die Bausubstanz des Gebäudes aus dem Jahr 1952 sei gut und solide, er wolle ihm wieder mit der historischen Fassade „das markante Dreikönigs-Aussehen“ geben. Der Denkmalschutz mache ihm keine großen Sorgen, da habe er schon schwierigere Projekte gestemmt, stehe mit dem Denkmalamt und zuständigen Behörden im vertrauensvollen Kontakt.
Schon heute über eine spätere Nutzung zu sprechen, sei zu früh. Er sei aber guter Dinge, zumindest im Erdgeschoss einen gastronomischen Betrieb anzusiedeln. Das biete sich räumlich und das biete auch die Ausstattung an.
Wie die Räume genutzt werden, steht noch nicht fest
Jetzt wolle er zunächst den Markt sondieren. Reich verweist dabei auf sein weitmaschiges Netzwerk. Nicht ausschließen wolle er eine Nutzung der Räume in den oberen Geschossen als Hotel, so wie früher. Sein Credo sei es, „anständige Konditionen auszuhandeln, die Mieter und Pächter auch etwas verdienen lassen“. Mit soliden Partnerschaften habe er gute Erfahrungen gemacht.
Um den „Dreikönig“ war es im vergangenen Jahr ruhig geworden, sein offensichtlicher Verfall, die zugenagelten Fenster nahe dem Marktplatz wirkten zunehmend störend. Die Stadt hatte 2024 einen Tübinger Architekten mit einer Konzeptvergabe beauftragt. Es hätten, so Sonder, einige Interessenten das Gebäude besichtigt. Der einzige wirkliche Interessent sei abgesprungen, dann habe sich Reich als „ganz konkreter Interessent“ gemeldet.