Daniel Zimmermann feierte seine Investitur. In seiner Predigt ermutigte der Pfarrer seine Gemeinde, nicht in Sorgen zu versinken.
Mit einem zugleich festlichen als auch fröhlichen Gottesdienst beging die Stadtkirchengemeinde Freudenstadt am Sonntag die Investitur von Pfarrer Daniel Zimmermann. Zwar sei der promovierte Theologe bereits seit März 2023 in Freudenstadt als Pfarrer tätig, wie Dekan Anton Streich den Gottesdienstbesuchern erläuterte, jedoch erfolge die Investitur („Einkleidung“) von Pfarrern erst nach dem Vikariat, der zweiten theologischen Dienstprüfung und einer zweieinhalbjährigen Probezeit.
Auch Susanne Finis und Pfarrerin Lisbeth Sinner gingen in ihrem Anspiel auf die Investitur ein. Ihr mitgebrachtes Stadtkirchenmaskottchen stellte unter großem Beifall fest, dass Zimmermann zwar die beste Investition für die Gemeinde sei, mit Blick auf dessen quietschgelbe Turnschuhe urteilte es allerdings: „Der Pfarrer braucht neue Schuhe.“ Was dieser mit der Begründung „Die schwarzen Schuhe bleiben für Beerdigungen reserviert“ scherzhaft ablehnte.
Tatkräftige Unterstützung
Trotzdem gaben die Gottesdienstbesucher unter Jubel und Applaus und in großer Einigkeit ihr Ja zu Zimmermanns Investitur als Pfarrer für den Stadtkirchenbezirk Nord, Kniebis und das Amt des Bezirksjugendpfarrers. Nach der Einsetzung und Segnung durch Dekan Streich bat dieser die Gemeinde, Pfarrer Zimmermann bei seinem Dienst der Verkündigung und Lehre des Evangeliums tatkräftig zu unterstützen.
Mit einem für ihn ausgesuchten Bibelwort unterstützten auch die zwei von ihm benannten Zeugen den neu investierten Pfarrer: Dekan im Ruhestand Johannes Zimmermann hatte für seinen Sohn dessen Konfirmationsdenkspruch „Gott ist treu“ ausgewählt, während Ulrike Haist, die zweite Zeugin, ihm mit den Worten „Du bist ein Geschenk für uns in Freudenstadt“ gratulierte.
Ein gespaltenes Land
Unter dem Motto „Auf die Zukunft“ ging Zimmermann in seiner Predigt auf die Verheißungen in Jeremia 29,11 „Ich habe Pläne des Friedens und nicht des Unheils. Ich will Euch Zukunft und Hoffnung schenken“ ein. Eine Zusicherung, die in einer Zeit, in der vermeintliche Gewissheiten nicht mehr gelten, heute genauso wichtig sei wie damals. Weder sei Europa heute noch ein Ort des Friedens, noch beweise sich Amerika noch als Hort der Demokratie. Deutschland sei ein gespaltenes Land, der Klimawandel habe die Bevölkerung im Griff. „Versinkt nicht in Sorge, sondern lebt“, ermunterte er.
Wie gewohnt predigte er im Festgottesdienst frei, ohne Manuskript. Dies Art zu predigen sei anstrengend, erfordere intensive Vorbereitung und koste anfangs viel Überwindung, habe aber den großen Vorteil, dass er viel näher bei den Menschen sei und besser auf deren Reaktionen eingehen könne, hatte Zimmermann vorab erklärt. Eine Herangehensweise der Verkündigung, die ihm scheinbar mühelos gelingt.
Im Amt gut angenommen
Dass auch sein Start in Freudenstadt gut gelungen und er in seinem Amt gut angenommen ist, belegten die wertschätzenden Rückmeldungen, mit denen er die Ehrenamtlichen und Mitarbeiter der Stadtkirchengemeinde würdigte. Herzliche Dankesworte richtete Zimmermann an seine Teamkolleginnen Lisbeth Sinner und Gabriele Großbach und seinen „Chef und Kollegen“ Andreas Streich. An die Kantorei und die Kirchenband gerichtet bekannte er, dass das Leben für ihn heute ein Wunschkonzert sei. Wunderbar vorgetragen bekomme er seine Lieblingslieder zu hören.
Damals und heute
Zur Person
Daniel Zimmermann (38) wuchs in einem Pfarrhaus in Esslingen auf. Dort lernte er im Konfirmandenunterricht seine spätere Ehefrau Elena kennen. Nach seinem ersten Staatsexamen in Germanistik und Theologie promovierte Zimmermann in Systematischer Theologie. Zugleich war er Kirchengemeinderat in Dußlingen. Angesichts des sich abzeichnenden Nachwuchsmangels im Pfarramt habe er sich, so Zimmermann, damals gefragt: Was hindert mich daran, Pfarrer zu werden? Da ihn nichts daran hinderte, konnte er im März 2023 seine erste Pfarrstelle in Freudenstadt antreten. Dankbar ist Zimmermann darüber, dass seine Lieben sich in Freudenstadt so wohl fühlen: „Die ganze Familie ist ja nur wegen mir aus Tübingen weggezogen. Und nun genießen wir zusammen sowohl die Stadt und die Stadtkirchengemeinde als auch den Freizeitwert unserer Region.“ Froh ist er auch darüber, dass sich seine Frau, die von Beruf Sonderschullehrerin ist, nun als „Pfarrfrau“ so engagiere und sich in die Gemeindearbeit einbringe.
Grußworte
Würdigende Grußworte überbrachten Michael Schwarz als Vertreter der Schulen, Ulrich Haizmann als Vorsitzender der APIS, Oberbürgermeister Adrian Sonder für die Stadt und Roberto Zinser für den Kirchengemeinderat. Sonders Feststellung „Wir hier in Freudenstadt sind sehr froh, dass ihr hier seid“ konnten sich alle Redner anschließen.